Dauerbaustelle in Emden Trogstrecke ist fast fertig – Graffiti-Event kann kommen
Bei der Trogstrecke härtet aktuell der Beton aus. Die Durchfahrt soll bald wieder frei sein. Der Emder Rat hat ein Graffiti-Event beauftragt – mit einer Bedingung.
Emden - Noch vor Weihnachten könnte die Hauptdurchfahrt der Trogstrecke in Emden wieder frei sein. Stadtbaurätin Irina Krantz sagte im Emder Rat am 5. Dezember 2024, dass die letzten zwei Betonfelder aktuell durchhärten müssten. Man wolle natürlich nicht riskieren, dass Fahrzeuge bei einer nicht ganz festen Betonschicht Dellen verursachen. Die Witterung müsse bei dem Prozess mitarbeiten, weil Beton optimalerweise Temperaturen von plus fünf Grad und mehr sowie Trockenheit braucht. In der kommenden Woche werde voraussichtlich klar sein, ob noch vor Weihnachten die Durchfahrt freigegeben werden kann, so Krantz.
Seit September ist die Trogstrecke mit Unterbrechungen zumindest wieder einspurig aus Fahrtrichtung Nesserlander Straße zur Petkumer Straße befahrbar. Es gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von zehn Kilometern pro Stunde. Die gesamte Sanierung soll im kommenden Jahr beendet werden. Die Restarbeiten sollen nach der Winterpause etwa ab April fortgeführt werden. Ob im Sommer schon alles fertig ist, ist auch vom Wetter abhängig, hieß es zuletzt. Die Sanierung ist schon 2020 gestartet und sollte eigentlich nur drei Jahre dauern. Doch bei dem Bau der Südumgehung vor mehr als 50 Jahren war gepfuscht worden, weswegen trotz Sanierung immer wieder Wasser in den Trog eindrang. Es musste improvisiert werden – offenbar mit Erfolg. Eine deutschlandweit noch kaum erprobte, innovative Bauweise zeigt in Emden Wirkung.
Nach der Trogstrecken-Sanierung könnte Graffiti folgen
Nach der Sanierung ist vor dem Graffiti-Event: Im Emder Rat wurde mehrheitlich dafür gestimmt, dass die Stadtverwaltung mit der Planung und Durchführung einer solchen Veranstaltung gemeinsam mit zwei Künstlern vom Graffitiverein Ostfriesland beauftragt wird. Das Event, bei dem sich etwa 80 deutsche und 20 internationale Künstlerinnen und Künstler auf den Betonwänden austoben können, soll voraussichtlich im Sommer 2025 stattfinden. Rund 2100 Quadratmeter „Leinwand“ gilt es dabei neu zu gestalten. Das Hauptwerk soll an einem Wochenende stattfinden, bei dem auch ein Rahmenprogramm für alle Interessierten angedacht ist.
Allerdings: Eine Voraussetzung für das Graffiti-Kunstwerk ist, dass mindestens 50 Prozent der Gesamtkosten für die Veranstaltung durch Drittmittel gedeckt werden. Die Künstlerinnen und Künstler nehmen zwar ohne Honorar an dem Event teil. Die Kosten für bereits vergünstig zu beziehende Spraydosen, Unterkünfte und Zuschüsse für die Fahrtkosten werden aber auf etwa 52.000 Euro geschätzt. Auch müssen die Betonwände im Trog zunächst grundiert werden, damit die Farbe der Künstler wirken kann. Die Arbeit soll durch den Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden (BEE) für voraussichtlich 50.000 Euro in Auftrag gegeben werden.
20.000 Euro sind schon als Spende angekündigt
Neben weiteren Kosten für angemietete Steiger, Gerüste und anderes, sofern sich diese nicht im Bestand des BEE befinden und zur Verfügung gestellt werden können, sowie eines kleinen Budgets für die Realisierung des vom Betrieb Kulturevents Emden geplanten Rahmenprogramms, belaufen sich die Gesamtkosten auf voraussichtlich 120.000 Euro. Aber: Rund 40.000 Euro können davon wieder abgezogen werden, weil diese Summe bereits bei der Trogstrecken-Sanierung für einen ansonsten erforderlichen Schutz vor illegalem Graffiti eingeplant war.
Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) betonte im Rat aktuell, dass es klares Ziel der Stadtverwaltung sei, mehr als 50 Prozent an Drittgeldern einzuwerben. 20.000 Euro sind bereits jetzt als Spende der Firma Windpark Wybelsumer Polder GmbH & Co. KG angekündigt. Das Unternehmen will auch 20.000 Euro für die Spielplatzentwicklung und 10.000 Euro zur Unterstützung der Jugendfeuerwehr spenden.