Osnabrück  Notre-Dame: Ob Donald Trump und Elon Musk ihre Lektion Demut gelernt haben?

Dr. Stefan Lüddemann
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Von Dr. Stefan Lüddemann
| 08.12.2024 16:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der designierte US-Präsident Donald Trump (l) spricht mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in der Kathedrale Notre Dame. Foto: picture alliance/dpa/POOL AFP/AP
Der designierte US-Präsident Donald Trump (l) spricht mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in der Kathedrale Notre Dame. Foto: picture alliance/dpa/POOL AFP/AP
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Wer war dabei, in der Kathedrale Notre-Dame? Die Gästeliste der Wiedereröffnung der Kathedrale liest sich wie ein Who‘s who großer Namen. Nicht ohne Grund: Es ging ja auch um Politik.

You can take a break: Was Pharrell Williams in seinem Superhit singt, klingt vielleicht allzu sorglos. Vor der mit Lasern angestrahlten Kathedrale Notre-Dame wirkt der Songtext dagegen wie eine Heilsbotschaft.

Mach mal Pause? Schön wäre es. Aber der Krieg in der Ukraine geht weiter, in Syrien überschlagen sich die Ereignisse. Und was macht Donald Trump, wenn er im Weißen Haus zu seiner zweiten Präsidentschaft antritt? Halleluja, liebe Welt.

Die Tore der Pariser Kathedrale haben sich wieder aufgetan. Und dass nur fünf Jahre nach dem verheerenden Brand. Wunder gibt es also doch, aller Katastrophen zum Trotz. Nicht nur Notre-Dame strahlt in unschuldigem Weiß. Auch Trump gibt sich handzahm. Die Welt spiele gerade ein wenig verrückt, sagt er, als wäre dieser Eindruck nicht auch ihm zu verdanken.

Konflikt und Spaltung, sie sind so sehr zum Lebensgefühl geworden, dass schon eine Feierstunde wie jene von Paris wie eine Erlösung wirkt. Mit einem Mal geben sich alle die Hand, stehen zusammen. Möge dieses Signal viele erreichen, lange vorhalten.

Ja, es geht um einen Kirchenbau, aber um einen, der der Republik gehört. Notre-Dame war schon immer Bühne der Politik. Damals Könige und Napoleon, heute Macron, Trump, Selenskyj und Prinz William: die Kathedrale leuchtet, auch als politischer Signalraum. Ihr Boden ist eben auch diplomatisches Parkett.

Emmanuel Macron hat Donald Trump demonstrativ umarmt und Wolodymyr Selenskyj gleich dazu. Frankreichs Präsident nutzte die Bühne Notre-Dame, um Signale von Europas verbindender Kraft auszusenden. Prinz William gab Trump die Hand, um sich schon einmal in der Rolle des Staatsmanns zu üben. Werden freundliche Gesten den Wüstling im Weißen Haus zähmen?

In Notre-Dame haben an diesem Wochenende einige Alpha-Tiere vielleicht gelernt, dass es verbindende Ideen gibt, die größer sind als sie selbst. Elon Musk war auch dabei. Ob ihn bei dieser Gelegenheit eine Idee von Demut angeflogen hat? Und Trump gleich mit? Es wäre ihnen zu wünschen – und der Welt.

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