Osnabrück Sie wünschen sich stressfreie Weihnachten? Dann vermeiden Sie meine 7 größten Fehler
Ein Weihnachtsfest ohne Streit und Stress – das wünschen sich viele. Ich habe mittlerweile einen Weg gefunden, wie das klappen kann: Indem ich diese sieben Fehler in Zukunft nicht mehr mache.
Das Weihnachtsfest rückt näher. Kerzenschein, der Duft von Plätzchen, Lebkuchen und Tannengrün: Die Vorfreude auf friedliche und harmonische Stunden ist selten so groß – und die Erwartungen sind oft riesig. In meinen Jahren als Vater habe ich an Weihnachten einige Fehler gemacht, die mein Stresslevel in neue Höhen getrieben haben. Was ich heute anders mache?
Für meine Kinder wollte ich immer ein Weihnachten, so schön wie es in meiner Kindheit war: Die ganze Familie kommt zusammen, stellt den Baum auf, schmückt gemeinsam; danach Kindergottesdienst, Spaziergang, Bescherung, leckeres Essen und den ganzen Abend lang gemeinsam spielen. Von den Erwartungen, dass meine Kids Weihnachten genauso erleben würden, musste ich mich während Corona verabschieden. Rückblickend war das gar nicht schlimm.
Wenn die Pandemie auch nur etwas Gutes hatte, dann war es Weihnachten 2020, als meine Frau, unser Kind und ich in Quarantäne eingesperrt in einer Hamburger Wohnung gefeiert haben – ohne Familie, ohne Traditionen, ohne Weihnachtsbaum und komplett ohne Druck. Das war befreiend und lehrreich.
Es ist schön, jetzt wieder mit der ganzen Familie feiern zu können. Doch unsere Erwartungen sind viel niedriger als vor 2020.
Wir Erwachsenen haben vor und an den Feiertagen viel zu tun. Es ist wichtig, dass die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden – und zwar so, dass sich alle wohl damit fühlen.
Ich übernehme zum Beispiel den gesamten Weihnachtseinkauf und koche liebend gerne, auch für viele Menschen. Am liebsten ist es mir, wenn alle Kochplatten belegt sind und gleichzeitig etwas im Ofen gart.
Für viele andere ist das nichts. Meine Frau zum Beispiel backt lieber die Kekse oder geht mit den Kindern spazieren. Die Großeltern übernehmen an den Feiertagen meist einen großen Teil der Care-Arbeit. So halten sie uns den Rücken frei und schaffen uns Pausen. Gerade wenn viele Menschen zusammenkommen ist es sinnvoll, sich vorher abzustimmen, wer sich an den Feiertagen um was kümmert.
Im gleichen Atemzug können direkt die Erwartungen ans Weihnachtsfest besprochen werden. Denn nichts ist meiner Erfahrung nach toxischer, als unterschiedliche Idealvorstellungen für die Feiertage. Wir machen vorher einen Plan, der uns allen (auch den Kindern) eine gewisse Struktur gibt, an der wir uns orientieren können.
Und übrigens: Unseren Kindern ist es komplett egal, was es zu essen gibt. Sie interessiert es nicht, dass ich vorher drei Stunden in der Küche gestanden habe. Von ihnen freut sich keiner über die Bio-Gans aus dem Emsland, auf die ich seit fast 365 Tagen warte. Eine Schüssel Nudeln mit Tomatensoße reicht ihnen aus – und das ist völlig ok.
Viele eilen an Weihnachten von Familienfeier zu Familienfeier und versuchen, innerhalb von wenigen Tagen die gesamte Verwandtschaft zu besuchen. Schließlich wollen doch alle die Kinder sehen und sich über das Strahlen in deren Augen freuen, wenn sie die Geschenke auspacken.
Ein nachvollziehbarer Wunsch – bei uns war das auch so. Aber muss das alles an den drei Weihnachtstagen passieren? Für Eltern und Kinder ist die ganze Fahrerei meist eine hohe Belastung.
Mein Tipp: Nein sagen. Ein Treffen mit Freunden am ersten Weihnachtsfeiertag lässt sich verschieben. Die Tante väterlicherseits kann man auch zwischen den Jahren treffen. Oder man wechselt ab – das eine Jahr die eine Familienseite, das nächste Jahr die andere.
Wenn die Familie zusammenkommt, prallen oft unterschiedliche Meinungen aufeinander. Früher habe ich versucht, den konservativen Onkel von meinen Ansichten zu überzeugen. Heute gebe ich mich versöhnlicher und steige nicht mehr in jede Diskussion ein.
Ich bin mir aber sicher, dass es rund um die Feiertage zu Gesprächen kommen wird, die mich triggern. Meine Lösung in diesem Jahr: Künstliche Intelligenz. Ich bin kürzlich auf den „Feiertagscoach“ der Politik- und Kommunikationsberaterin Franzi von Kempis gestoßen. Zusammen mit David Fischer hat sie einen Bot auf ChatGPT-Basis erschaffen, der darauf trainiert ist, nach klugen Strategien zu suchen, wie man ein Gespräch anfangen, führen, aushalten oder beenden kann. Das Programm liefert kluge und sachliche Antworten, wenn in hitzigen Diskussionen die Worte fehlen – und das nicht nur in der Weihnachtszeit.
Ein wichtiges Element für ein harmonisches Weihnachtsfest ist, Kinder in das Geschehen einzubeziehen. Das kann bedeuten, dem Nachwuchs altersgemäße Aufgaben zu übertragen (beim Putzen, Dekorieren, Backen) oder die kindlichen Ideen und Wünsche bei der Planung zu berücksichtigen.
Hier gilt es, ein gesundes Maß zu finden. Kinder fühlen sich gehört und wertgeschätzt, wenn sie mitgestalten dürfen – zum Beispiel: Was wollen wir den Großeltern schenken? Wie möchten wir die Bescherung gestalten? Und was gibt es als Nachtisch?
Meistens weiß ich schon im November, was ich Freunden und der Familie schenken möchte. Ich neige aber zu Prokrastination: Statt mich rechtzeitig darum zu kümmern, mache ich jedes Jahr den gleichen Fehler; bestelle Geschenke erst eine Woche vor Heiligabend oder (was das Allerschlimmste ist) muss dann noch in die überfüllte Stadt. Wie dumm!
Nur leider muss ich zugeben: Diesen Fehler habe ich auch dieses Jahr gemacht. Noch habe ich kein Geschenk gekauft. Aber ganz ohne Stress fühlt sich Weihnachten auch nicht richtig an, oder?