Drogen  BBS Aurich – Schulleitung warnt vor gefährlichen E-Zigaretten

Thomas Dirks
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Von Thomas Dirks
| 23.12.2024 09:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bunt und nicht ungefährlich: E-Zigarettenprodukte können die Gesundheit schädigen. Foto: DPA
Bunt und nicht ungefährlich: E-Zigarettenprodukte können die Gesundheit schädigen. Foto: DPA
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Der Gebrauch von Vaporisern, kurz Vapes genannt, kann unter Umständen lebensgefährlich sein. Einen Vorfall gab es bereits an der Schule.

Aurich - Vor dem Gebrauch elektrischer Zigaretten hat die Leitung der Berufsbildenden Schulen in Aurich ihre Schüler gewarnt. Diese Vaporiser, kurz Vapes genannt, könnten unter Umständen lebensgefährliche Stoffe enthalten. Anlass seien Vorfälle, bei den Schülerinnen und Schüler nach dem Konsum von E-Zigaretten ärztlich behandelt werden mussten, heißt es in einer E-Mail an die Schülerschaft, deren Wortlaut unserer Redaktion vorliegt. „Wir möchten Sie heute über ein ernstes Thema informieren“, heißt es darin.

Auf Nachfrage sprach der Schulleiter der BBS 1 Aurich, Detlef Penske, von aktuell einem Fall, zu dem er Einzelheiten aber nicht nennen wollte. Lebensgefahr bestehe jedoch für die betreffende Person nicht. „Wir hielten es für angebracht, zu warnen“, sagte er. Penske bestätigte, dass in den letzten Wochen auf dem Schulgelände der BBS 1 und BBS 2 Vapes im Umlauf gewesen seien, die bekannte und unbekannte, aber potenziell lebensgefährliche Substanzen enthielten.

Mit Cannabis-Wirkstoff angereichert

„Die Sicherheit und Gesundheit unserer Schülerinnen und Schüler hat für uns oberste Priorität“, heißt es in der Mail. „Daher möchten wir Sie dringend bitten, die Gefahren des Konsums von Vapes ernst zu nehmen“, bittet der Schulleiter die Schüler. Und weiter: Es sei wichtig, zu verstehen, keine Vapes von anderen und erst recht nicht von Fremden zu benutzen. Oftmals seien die Inhaltsstoffe mit THC, dem rauschbewirkenden Bestandteil der Hanfpflanze (Cannabis), angereichert und könnten ernsthafte gesundheitliche Risiken mit sich bringen, warnt Penske. Schon ein Zug an einer E-Zigarette könne Krampfanfälle und/oder Bewusstlosigkeit verursachen, berichtet er. Sein Appell an die Schülerschaft: „Bitte handeln sie in solchen Situationen verantwortungsbewusst und suchen sie im Zweifelsfall Hilfe.“ Die Schule stehe mit Rat und Tat zur Seite.

Die Leitung der Berufsbildenden Schulen in Aurich warnt ihre Schülerschaft vor dem Konsum von E-Zigaretten. Foto: Thomas Dirks
Die Leitung der Berufsbildenden Schulen in Aurich warnt ihre Schülerschaft vor dem Konsum von E-Zigaretten. Foto: Thomas Dirks

Es gehe nicht darum, legale E-Zigaretten generell zu verteufeln, sagte Penske den ON. Er wolle lediglich jenen Fällen vorbeugen, in denen versucht werde, Schüler absichtlich an ihrer Gesundheit zu schädigen oder süchtig und abhängig zu machen. Auch deshalb sucht die Schulleitung die Zusammenarbeit mit der Polizei. „Die ist diesbezüglich informiert und steht mit uns im Austausch“, heißt es in der Mail an die BBS-Schüler.

Das sagt die Polizei

Das bestätigte die Pressesprecherin der Polizeiinspektion Aurich-Wittmund, Wiebke Baden, auf ON-Anfrage. Die Schule habe Kontakt zur Polizei aufgenommen, so Baden. Ein konkreter Fall sei aber nicht zur Anzeige gebracht worden. Baden verwies darauf, dass Vapes grundsätzlich nicht verboten und wie konventionelle Zigaretten und Alkohol legal zu erwerben seien. Unter Jugendlichen seien E-Zigaretten verbreitet. Ihre Wirkung sei allerdings nicht zu verharmlosen. Genau wie herkömmliche Zigaretten und Alkohol seien Vapes gesundheitsschädlich und gefährlich, sagte Baden.

Aus Sicht der Polizei stelle sich immer die Frage, inwieweit eine strafrechtliche Relevanz gegeben sei. „Wenn jemand das konsumiert, es aber nicht verträgt, ist das nicht immer gleich ein Fall für die Polizei“, erklärte die Sprecherin. Erst wenn der Verdacht bestehe, dass jemand vorsätzlich durch Dritte geschädigt worden sei, werde ermittelt. Solche Fälle seien ihr aktuell aber nicht bekannt, so Baden. Wie sie betonte, sei das Problem der Vapes keines, das allein die BBS betreffen. „Das gibt es auch an anderen Schulen“, sagte die Polizeisprecherin.

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