Leerstände in Aurich Bürgermeister sieht Kaufleute in der Pflicht
Horst Feddermann sagt Unterstützung bei der Belebung der Innenstadt zu. Gesprächsbedarf gibt es auch mit den Auricher Kaufleuten wegen der Nutzung des Marktplatzes.
Aurich - Immer mehr Leerstände gibt es in der Auricher Innenstadt. Zuletzt wurde während des verkaufsoffenen Sonntags von Händlern Kritik am Zustand der Auricher Innenstadt geübt. Bürgermeister Horst Feddermann sieht bei dem Thema an erster Stelle die Kaufmannschaft in der Pflicht, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion sagt. Die Verwaltung werde aber natürlich auch alles tun, um die Stadt wieder ins Leben zu bringen. Die Leerstände seien sicherlich nicht schön. Sie seien aber auch der derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Lage geschuldet. Diese sei für alle schlecht. Und eine Besserung sei so schnell auch nicht zu erwarten.
Ein Lichtblick sind nach Ansicht von Feddermann die beiden großen Neueröffnungen des kommenden Jahres. Mitte Februar will das Café Extrablatt in der Auricher Markthalle öffnen. Und rund zwei Wochen später, am 1. März, geht das „Space Magic“ im Einkaufscenter Caro mit zahlreichen Attraktionen an den Start. Beide Neueröffnungen, so Feddermann, würden Optimismus in die Stadt Aurich bringen und zur Standortsicherung beitragen.
Kaufleute organisieren regelmäßigt Veranstaltungen in der Stadt
Auch Udo Hippen, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins (KV), sieht in Café Extrablatt und „Space Magic“ Bereicherungen für die Auricher Innenstadt. Mit dem Unterhaltungscenter im Caro habe die Stadt sogar ein Alleinstellungsmerkmal. „Grundsätzlich ist Aurich als Einkaufsstadt intakt“, so Hippen. Der KV arbeite intensiv daran, dass das auch so bleibe.
Dazu gehören unter anderem die Veranstaltungen, die die Kaufleute fast in jedem Monat in Aurich organisieren. Die größte, der Auricher Weihnachtszauber, ist am Montag zu Ende gegangen und wird seit den 1980er-Jahren von den Kaufleuten organisiert. Hippen zieht im Gespräch mit unserer Redaktion eine positive Bilanz – und denkt schon an den Weihnachtsmarkt 2025. Bei den Plänen spielt auch das Café Extrablatt eine Rolle.
Nutzung des Marktplatzes muss geklärt werden
Denn Carsten Dreyer, Expansionsleiter der Gastronomiekette, hatte angekündigt, an der Südseite der Markthalle eine Pergola aufstellen zu wollen. Auf diese Weise könne der Außenbereich zwar nicht ganzjährig, aber doch im Frühjahr und im Herbst länger bedient werden. Es handelt sich dabei um eine sechs mal 20 Meter große Fläche, die das Café Extrablatt mitgepachtet hat. Und noch ein Bereich soll bewirtschaftet werden.
Willkommen ist das Café Extrablatt bei den Auricher Kaufleuten. Das betont Udo Hippen im Gespräch mit unserer Redaktion. Es gebe aber in Bezug auf die Nutzung des Auricher Marktplatzes noch Klärungsbedarf. Konkret geht es Hippen um die Außenfläche des künftigen Cafés, die von dem Unternehmen mitgepachtet worden ist. Dort ist eine Pergola geplant. Außerdem hatte der Expansionsleiter der Gastronomiekette, Carsten Dreyer, angekündigt, dass man sich in einem weiteren, 450 Quadratmeter großen Bereich grundsätzlich das Recht auf Bestuhlung gesichert habe. Diese Fläche werde aber nur in Absprache mit allen anderen Akteuren genutzt. Veranstaltungen oder Wochenmärkte hätten da Vorrang, hatte Dreyer vor Kurzem betont.
Zu wenig Platz für Stände auf Weihnachtszauber?
Die Kaufleute sind in Sorge, dass das Café Extrablatt auf der Südseite der Markthalle einen festen Vorbau errichten könnte, durch den weniger Platz zum Beispiel für die Buden des Auricher Weihnachtszaubers vorhanden wäre. Denn schon in diesem Jahr sei es knapp geworden, so Hippen. Hätte nicht ein Kunsthandwerker kurzfristig seine Teilnahme abgesagt, hätte man zu wenig Platz gehabt. So seien statt der fünf neuen Buden des Kaufmännischen Vereins nur vier aufgebaut worden.
Wegen der Bauarbeiten an der Markthalle mussten zudem zwei Stände vor der Halle aufgestellt werden – dort, wo sich im kommenden Jahr die Pergola befinden wird. Die beiden Stände standen sonst immer an der Seite der Markthalle. Wegen des Gerüstes dort funktionierte das in diesem Jahr aber nicht. Probleme habe es dadurch aber nicht gegeben, so Hippen. Man habe nur beim Aufbau des Weihnachtszaubers die Einschränkungen bemerkt. „Von Tag zu Tag spielte das aber eine immer kleinere Rolle.“
Wo steht der Maibaum künftig?
Kleiner musste wegen der Umbauarbeiten auch der Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz ausfallen. Ein Umstand, der sich nach dem Wunsch des KV im kommenden Jahr wieder ändern soll. Offen ist allerdings noch die Frage, wo der Baum dann aufgestellt wird.
Denn die Stadtverwaltung würde gerne einen neuen Ständer anschaffen, der gleichermaßen den Weihnachtsbaum und Ende April den Maibaum der Innenstadt aufnehmen könnte. Ein problematisches Vorhaben, sagt Udo Hippen. Denn der Weihnachtsbaum gehöre auf die Nordseite der Markthalle – als Gegenpol zur Weihnachtspyramide auf der Südseite. Und der Verein der Auricher Altstadtgastronomie möchte seinen Maibaum überhaupt nicht auf dem Marktplatz aufstellen, wie dessen Vorsitzender Arno Fecht auf Anfrage sagt. Man habe der Stadt bereits mitgeteilt, dass der Maibaum zur Reduzierung der Kosten und als Entgegenkommen für die Schausteller des Weihnachtszaubers auf dem Rathausvorplatz bleiben werde. „Damit möchten wir die Stadt dazu animieren, einen neuen Ständer für den Weihnachtsbaum anzuschaffen und nicht den Ständer auf dem Marktplatz zu erneuern.“
Sieger des Legowettbewerbs werden gekürt
Zurück zum Café Extrablatt und den Kaufleuten: Es sollen auf jeden Fall Gespräche stattfinden, wie das Café Extrablatt eingebunden werden könnte bei den Veranstaltungen der Kaufleute, insbesondere beim Weihnachtszauber, kündigt Udo Hippen an.
Mit diesem zeigte sich Hippen durchaus zufrieden, obwohl das Wetter nicht immer mitgespielt habe. Es seien aber fünf Losserien, insgesamt also 100.000 Lose, der Lotterie „Goldene 7“ verkauft worden. Das spiegele wider, wie beliebt der Weihnachtszauber auch in diesem Jahr wieder gewesen sei.
Ganz zu Ende ist der Weihnachtszauber indes noch nicht. Denn noch stehen die Lego-Bauwerke des jährlichen Wettbewerbs im Schaufenster des Modehauses Silomon. Am Freitag, 3. Januar, wird eine Jury die drei besten Bauten bei einer Veranstaltung, die um 15 Uhr in der Auricher Stadthalle beginnt, besonders ehren. Auch alle übrigen Baumeister werden dann einen Preis bekommen.