Berlin Habeck in München, Weidel bei Musk – was Merz und Scholz jetzt noch tun könnten
Weidel plaudert mit Elon Musk und Habeck strahlt als „Bündniskanzler” vom Münchner Siegestor. Wir hätten da noch ein paar Ideen für diesen Wahlkampf.
Auch wenn sogar AfD-Anhänger enttäuscht sind vom Gespräch zwischen AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel und Tech-Milliardär Elon Musk: Dass es überhaupt stattfand, war ein Coup in diesem Wahlkampf. Wie diese Woche überhaupt denkwürdig war in Sachen Kreativität und unkonventionelle Methoden. Robert Habeck demütigte Markus Söder, indem er ausgerechnet in München als Kanzler vom Siegestor lächelte. Die Guerilla-Aktion, von der Habeck angeblich nichts wusste, war nicht von schlechten Eltern. Wir stellen uns vor, wie sie in den Parteizentralen der anderen gerade rotieren: Wie können wir Habeck und Weidel toppen?
Markus Söder lieferte bei der Klausurtagung der CSU in Seeon erste Ideen. Was wohl los wäre, wenn er sein Gesicht oder das von Friedrich Merz aufs Schloss Neuschwanstein projizieren würde? Aber Merz auf einem Schloss in Bayern – das würde die Unterstützungsbereitschaft der CSU für den Unionswahlkampf eindeutig überstrapazieren. Außerdem will man ja nicht die Grünen kopieren. Die schon gar nicht.
Für Friedrich Merz wird es besonders schwer mit der einzigartigen Aktion. Markus Söder hat schon solo mit einem norddeutschen Shanty-Chor gesungen und live Fußballspiele kommentiert. Sogar die Kategorie schrägstes Kostüm beim Fasching hat er besetzt. Vielleicht sollte Merz mal als Söder verkleidet kommen. Als Anspielung darauf, dass Söder doch so gerne an seiner Stelle wäre. Aber die Ironie versteht dann auch wieder keiner.
Leichter ist es mit Olaf Scholz, der keinen Söder hat und in den letzten drei Jahren in puncto Unterhaltung noch in allen Kategorien ein unbeschriebenes Blatt ist. Seine beste Zeit hatte er, als er wegen einer Verletzung eine schwarze Augenklappe trug. Der verwegene Piraten-Look hatte was. Vielleicht überrascht er damit beim TV-Duell? Ein bisschen lockere Schlumpfigkeit könnte dieser Wahlkampf doch noch vertragen.
Beim BSW sind sie gerade ohnehin hypernervös wegen der schlechten Umfragewerte. Und dann auch noch Weidel bei Musk! Sahra Wagenknecht wollte der AfD doch die Wähler abjagen. Wie wäre es mit einem Live-Chat „Wagenknecht meets Putin” auf Telegram?
Christian Lindner von der FDP befindet sich umfragemäßig in ähnlichen Untiefen, unorthodoxe Aktionen organisiert für ihn aber die Konkurrenz. Eine Linken-Politikerin warf ihm bei einer Veranstaltung in Greifswald eine Schaumtorte ins Gesicht. So viel Aufmerksamkeit wie nach dieser unschönen Aktion bekamen Lindner und seine FDP schon eine Weile nicht mehr. Titelseite der „Bild“-Zeitung! Dieser Wahlkampf ist schon jetzt so verrückt wie diese Zeiten.