Hamburg Polnisch, Türkisch, Russisch? Diese Pässe dominieren bei deutschen Doppelstaatlern
Während immer mehr Menschen in Deutschland zwei Pässe besitzen, entfacht das neue Staatsangehörigkeitsrecht hitzige Debatten in der Politik. Eine Grafik zeigt, welche zweite Staatsangehörigkeit Doppelstaatler besonders häufig besitzen.
Wer sind die rund drei Millionen Menschen in Deutschland, die eine doppelte Staatsangehörigkeit besitzen – und welcher zweite Pass ist der häufigste?
Während das Staatsangehörigkeitsmodernisierungsgesetz Mehrstaatigkeit erleichtert, kochen die politischen Emotionen hoch. Mit der Reform des Gesetzes hat Deutschland die Türen zur Mehrstaatigkeit geöffnet. Doch nicht alle finden das gut: CDU-Chef Friedrich Merz kündigte bereits eine Rolle rückwärts an. Er könne sich vorstellen, straffälligen Doppelstaatlern die deutsche Staatsbürgerschaft abzuerkennen. Er fordert, dass die doppelte Staatsbürgerschaft wieder nur im Ausnahmefall möglich sein soll. Mit dem am 27. Juni 2024 in Kraft getretenen Gesetz sollte die Einbürgerung hingegen wieder attraktiver werden.
Wie verbreitet die doppelte Staatsangehörigkeit in Deutschland bereits ist und welche Nation dabei an der Spitze steht, zeigt eine Grafik von Statista, die sich auf Daten des Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes bezieht.
Mit 13,4 Prozent ist die polnische Staatsbürgerschaft die häufigste zweite Staatsangehörigkeit unter deutschen Doppelstaatlern. Rund 392.000 Deutsche besitzen neben ihrem deutschen Pass auch einen polnischen.
Dahinter folgen die Türkei und Russland, die ebenfalls jeweils einen Anteil von mehr als zehn Prozent ausmachen mit rund 320.000 und 307.000 Deutschen mit zweiter Staatsangehörigkeit.
Deutsche, die einen italienischen, rumänischen, syrischen, amerikanischen, griechischen, iranischen oder französischen Pass haben, machen etwa 26 Prozent der Doppelstaatler aus.
Die neue Rechtslage senkt die Hürden für Einbürgerungen deutlich. Statt bisher acht Jahren ist eine Einbürgerung nun nach fünf Jahren möglich. Wer außergewöhnliche Integrationsleistungen vorweist – etwa durch besonders gute Sprachkenntnisse oder gesellschaftliches Engagement – kann sogar schon nach drei Jahren eingebürgert werden.