Hamburg  Alarmstufe Rot: Niedersachsens Bildungssystem versagt bei den Schwächsten

Marie Busse
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Von Marie Busse
| 23.01.2025 06:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
An Schulen in Niedersachsen fällt regelmäßig Unterricht aus. Foto: IMAGO / imagebroker
An Schulen in Niedersachsen fällt regelmäßig Unterricht aus. Foto: IMAGO / imagebroker
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Die Unterrichtsversorgung in Niedersachsen erreicht offiziell 96,9 Prozent. Doch ein genauerer Blick offenbart gravierende Schwächen und Ungerechtigkeiten.

96,9 Prozent Unterrichtsversorgung an Schulen – darüber darf sich in Niedersachsen niemand freuen, auch wenn Bildungsministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) das anders sieht.

Denn bei genauerem Hinsehen offenbaren sich deutliche Schwachstellen. Während Gymnasien eine Versorgung von über 100 Prozent genießen, kämpfen Förderschulen mit einer Quote, die knapp nur über 90 Prozent liegt. An Hauptschulen liegt die Versorgung bei gut 91 Prozent. Diese Zahlen belegen: Die starken Schüler werden verlässlicher unterrichtet als die schwachen.

In Sachen Chancengleichheit ist das verheerend. An Schulen setzt sich die Ungleichheit fort, die ohnehin schon durch die Herkunft und Familie da ist. Sozialer Aufstieg bleibt ein leeres Versprechen: In der Theorie können zwar alle einen höheren Abschluss anstreben, aber wenn der Unterricht ausfällt und es wenig Unterstützung aus dem Elternhaus gibt, bleibt es eben vor allem eine theoretische Möglichkeit. 

Zwar hat Niedersachsen im vergangenen Jahr die Besoldung von Lehrkräften an Haupt- und Realschulen angehoben, ein spürbarer Effekt blieb aber bislang aus. Auch die Aktivierung von pensionierten Lehrkräften macht sich noch nicht bemerkbar. Angesichts dieser drängenden Probleme sind sofortige Lösungen unabdingbar. Ein praktikabler Ansatz wäre da die gezielte Versetzung von Lehrkräften von überbesetzten Gymnasien zu unterversorgten Schulformen.

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