Hamburg  CDU, AfD, Grüne: Grafik zeigt, wie viel Geld seit dem Ampel-Aus an Parteien gespendet wurde

Philip Jesse
|
Von Philip Jesse
| 23.01.2025 17:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Wahlkampf ist eine gut gefüllte Kasse für die Parteien ein großer Vorteil. Eine wichtige Rolle im Kampf um die Plätze im Bundestag spielen dabei Parteispenden. Foto: IMAGO/Eibner/Franz Feiner
Im Wahlkampf ist eine gut gefüllte Kasse für die Parteien ein großer Vorteil. Eine wichtige Rolle im Kampf um die Plätze im Bundestag spielen dabei Parteispenden. Foto: IMAGO/Eibner/Franz Feiner
Artikel teilen:

Mit dem Bruch der Ampel-Koalition fiel der Startschuss für den Bundestagswahlkampf – zumindest bei gönnerhaften Spendern. Welche Parteien am stärksten durch Großspenden profitieren, zeigt unsere aktuelle Grafik.

Plakate drucken, Hallen für Wahlkampfauftritte anmieten und Werbespots für das Fernsehen und die sozialen Medien drehen – im Wahlkampf für die Bundestagswahl am 23. Februar müssen die Parteien in Deutschland jede Menge Geld ausgeben.

Eine wichtige Finanzierungsquelle sind dabei Großspenden, die häufig von großen Firmen oder vermögenden Unternehmern stammen. Zuletzt fielen hier zwei riesige Spenden an die AfD auf, eine von dem Unternehmer Winfried Stöcker im Wert von 1.500.000 Euro, eine andere von einem Horst Jan Winter, den die Partei angeblich nicht näher kennt, im Wert von 999.900 Euro.

Insgesamt haben die Parteien seit dem Ampel-Aus mehr als 16 Millionen Euro gesammelt. Allerdings stehen manche Parteien deutlich stärker in der Gunst der Großspender als andere.

Besonders stark profitiert haben seit dem Ende der Ampelkoalition die CDU und die FDP. Erstere konnte mit 5.248.522 Euro 33,1 Prozent aller Großspenden auf sich vereinen, die FDP folgt mit 3.860.001 Euro (24,4 Prozent). Damit gingen im bisherigen Wahlkampf mehr als die Hälfte (etwa 57,5 Prozent) aller Großspenden an nur zwei Parteien.

Doch nicht nur die Summe der eingenommenen Gelder unterscheidet sich zwischen den Parteien stark, sondern auch die Anzahl der getätigten Großspenden: Volt und das BSW kommen jeweils nur auf eine Großspende, die AfD und die Freien Wähler auf zwei.

Danach folgen die SPD mit acht, die CSU mit neun und die Grünen mit 14 einzelnen Großspenden. Die Schwergewichte in der Parteispendenlandschaft sind jedoch die FDP mit 35 und die CDU mit satten 53 Großspenden.

Bemerkenswert sind vor allem die einzelnen Spenden an die AfD und Volt. Diese sind mit 1,5 Millionen Euro und 999.900 Euro (AfD) sowie eine Million Euro (Volt) die mit Abstand größten Einzelspenden unter allen Parteien. Bei der Kleinpartei Volt stammte der Spender mit dem Rapper Thadaeus Friedemann Otto aus den eigenen Reihen der Partei. Er ist zugleich Erbe einer Hausschuh-Dynastie, welche die Marke Haflinger herstellt.

Im Falle der AfD stammte das Geld von Winfried Stöcker, dem Gründer des Medizin-Konzerns „Euroimmun“. Stöcker war in der Corona-Pandemie bekannt geworden, weil er im November 2021 eine illegale Impfaktion am Lübecker Flughafen organisiert hatte, bei der Menschen mit einem von ihm entwickelten, aber nicht zugelassenen Wirkstoff geimpft wurden. Die zweite Spende stammt von einem gewissen Horst Jan Winter aus Thüringen, den die Partei nicht näher kennen will.

Das BSW hat zwar mit einer einzelnen Spende von 50.000 Euro seit dem Ampel-Aus die wenigsten Mittel aus Großspenden gesammelt, dürfte für den Wahlkampf aber dennoch aus dem Vollen schöpfen können. Im März 2024 erhielt die Partei knapp fünf Millionen Euro aus dem Privatvermögen des Unternehmers Thomas Stanger. Er war als Gründer einer Elektronikfirma in Würzburg zu Reichtum gekommen.

Ähnliche Artikel