Mainz  Vater von Brokstedt-Opfer bei Markus Lanz: „Wann fangen Sie an zu handeln?“

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 31.01.2025 10:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Michael Kyraths Tochter starb bei der Messerattacke von Brokstedt vor zwei Jahren. Foto: ZDF/Markus Hertrich
Michael Kyraths Tochter starb bei der Messerattacke von Brokstedt vor zwei Jahren. Foto: ZDF/Markus Hertrich
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Vor zwei Jahren verlor Michael Kyrath seine Tochter bei der Messerattacke von Brokstedt. In der Talkshow von Markus Lanz adressierte er an die Politik klare Forderungen zur Migration.

Der tödliche Messerangriff von Brokstedt sorgte am 25. Januar 2023 bundesweit für Entsetzen. Der staatenlose Palästinenser Ibrahim A. hatte in einem Regionalzug zwei junge Menschen erstochen. Eines der Todesopfer: die damals 17-jährige Ann-Marie. Rund zwei Jahre nach der Tat war ihr Vater Michael Kyrath in der Talkshow von Markus Lanz zu Gast.

Der Moderator wollte zusammen mit Kyrath und der SPD-Politikerin Klara Geywitz das Thema Migration „aus verschiedenen Perspektiven“ beleuchten. Dabei diente nicht nur das Brokstedt-Attentat, sondern auch die Attacken von Solingen und zuletzt Aschaffenburg als Beispiele für die derzeitige Migrationsdebatte.

Bundesministerin Geywitz erklärte, die vergangene Ampel-Regierung habe einige Maßnahmen auf den Weg gebracht, um derartige Anschläge zu verhindern. Michael Kyrath wollte dies jedoch nicht gelten lassen. „Ich gönne ihnen, dass sie jetzt im Wahlkampf sind und ständig darauf hinweisen, was die CDU und andere falsch machen und was sie alles toll gemacht haben und sich irgendwelche heroischen Dinge auf die eigenen Fahnen schreiben wollen, das bringt aber meine Tochter nicht wieder zurück und andere auch nicht.“

Der Vater der getöteten Ann-Marie erzählte, dass er mit mehr als 300 Elternpaaren in Kontakt stehe, die ihre Kinder auf ähnliche Weise verloren hätten. Sie alle eine das Täterprofil, das Tatwerkzeug sowie einen ähnlichen Tathergang. Nach solch tödlichen Attacken folgten immer dieselben Floskeln der Politiker. „Geschehen ist überhaupt nichts. Wann fangen Sie an zu handeln?“, fragte Kyrath.

Geywitz sagte, das grundsätzliche Problem sei, „dass Politik in diesem Bereich das Aufzählen von furchtbar bürokratischen Zuständigkeiten ist, das Erklären von Abläufen, das Verbessern von Institutionen.“ Das alles wolle sie allerdings nicht einem Vater sagen, der seine Tochter verloren hat.

Kyrath appellierte derweil weiter an die SPD-Politikerin: „Es geht hier um Menschenleben, es geht hier um Kinderleben und es geht um unser aller Kinder. Fangt an, unsere Kinder zu schützen.“

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