Osnabrück  6 Energiespar-Tricks im Test: Mit welchen lässt sich wirklich Geld sparen?

Christian Satorius
|
Von Christian Satorius
| 09.02.2025 06:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Welches Programm ist energiesparsamer? Der Eco-Modus oder das Kurzwasch-Programm? Foto: IMAGO/Zoonar
Welches Programm ist energiesparsamer? Der Eco-Modus oder das Kurzwasch-Programm? Foto: IMAGO/Zoonar
Artikel teilen:

Wer Strom, Gas und Wasser spart, der schont nicht nur das Portemonnaie, sondern auch die Umwelt. Doch im Internet kursieren immer wieder vermeintlich Tipps, die teilweise sogar zusätzliche Kosten verursachen. So sparen Sie wirklich.

Welcher Tipp zum Strom-, Wasser- und Energiesparen ist wirklich brauchbar? Und womit verbraucht man sogar mehr Energie? Wir klären über Mythen zum Energiesparen auf.

Spart das Kurzwaschprogramm der Waschmaschine eigentlich Energie? Das klingt logisch, stimmt aber in der Regel nicht. Laut Industrieverband Körperpflege und Waschmittel e. V. (IKW) in Frankfurt am Main sind „Kurzwaschprogramm meistens nicht sparsamer, sondern arbeiten oft mit viel Wasser und höherem Energieeinsatz, um ein gutes Waschergebnis zu erzielen.“

Eine Waschmaschine benötigt die Energie nämlich nicht nur zum Drehen der Trommel, zum Pumpen des Wassers und zum Schleudern der Wäsche, sondern auch zum Aufheizen des Wassers und genau das kostet im Vergleich am meisten Energie.

„Daher sparen länger dauernde Waschprogramme Energie ein, wenn gleichzeitig die Waschtemperatur abgesenkt wird.“ Wer Energie einsparen möchte, sollte also lieber ein ECO-Programm wählen, denn das wäscht wirklich besonders energiesparend.

Energiesparlampen heißen so, weil sie im Vergleich zu den guten alten Glühbirnen weniger Strom verbrauchen. Die aktuellen LEDs (lichtemittierende Dioden) begnügen sich aber in der Regel mit noch weniger Strom. Das Umrüsten kann sich also durchaus lohnen.

Wer ganz genau wissen will, wie viel Energie ein Leuchtmittel verbraucht, kann einfach auf die Verpackung schauen. Seit 1. September 2021 muss dort nämlich das aktuelle EU-Energielabel zu finden sein, das Informationen zum Energieverbrauch enthält. Dort ist nicht nur die Energieeffizienzklasse aufgeführt, sondern auch der ganz konkrete Stromverbrauch dieses Leuchtmittels in Kilowattstunden pro 1000 Stunden Leuchtdauer.

Findet sich dort zum Beispiel die Angabe „4 kWh/1000h“, so bedeutet dies, dass das Leuchtmittel insgesamt 4 Kilowattstunden Strom verbraucht, wenn es 1000 Stunden lang betrieben wird. Somit lassen sich die Leuchtmittel nun ganz konkret vergleichen und man weiß sofort, mit welchem Stromverbrauch zu rechnen ist.

Wer ganz auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte vorsichtshalber den Netzstecker ziehen, denn viele Elektrogeräte verbrauchen selbst dann noch etwas Strom, wenn sie gar nicht benutzt werden. Auch, wenn es meist nicht sehr viel Energie ist, die so verloren geht, kann sich der Verbrauch doch ganz schön summieren.

Nicht nur Lampen, die mit Vorschaltgeräten betrieben werden, sind betroffen, sondern auch viele moderne Ladegeräte für Handys, Tablets und anderes Digitalequipment. Im Bereich der Unterhaltungselektronik sorgt die sogenannte Stand-By-Funktion dafür, dass das Gerät nicht vollständig vom Stromnetz getrennt wird und so möglichst schnell und komfortabel genutzt werden kann. In der Regel gibt eine kleine leuchtende LED am Fernsehgerät, Radio oder an der Musikanlage Auskunft darüber, ob diese Bereitschaftsfunktion gerade in Betrieb ist und somit auch Strom verbraucht.

Wer nicht jedes Mal den Netzstecker ziehen möchte, kann zu Steckdosen mit An- und Ausschalter oder zu einer Zeitschaltuhr greifen. Spezielle Modelle lassen sich auch mit einer Fernbedienung vom Strom trennen. Lampen können mittels eines Bewegungsmelders an- und ausgeschaltet werden, was nicht nur im Außenbereich, sondern auch im Haus helfen kann, Strom zu sparen.

Manch einer taut den Gefrierschrank erst dann ab, wenn das Eis darin so dick geworden ist, dass die Schubkästen festfrieren. Doch es lohnt sich, den Gefrierschrank öfter mal aufzutauen, denn das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) in Berlin warnt sogar: „Schon eine Eisschicht von wenigen Millimetern macht sich bemerkbar. Wenn Sie einen Gefrierschrank abtauen, verbraucht das Gerät 15 bis 45 Prozent weniger Strom im Jahr.“ Das ist eine ganze Menge.

Die Hersteller geben bei starker Vereisung oft nur eine Größenordnung von 10 bis 15 Prozent an. Aber auch das ist ja nicht zu unterschätzen. Geräte mit sogenannter No-Frost-Funktion vereisen übrigens gar nicht erst, so dass man sich das Abtauen sparen kann.

Nicht das Baden ist wassersparender, sondern ganz im Gegenteil das Duschen. Durch eine normale handelsübliche Handbrause oder einen durchschnittlichen Duschkopf rauschen etwa 10 bis 15 Liter pro Minute hindurch. Bei großen Regenduschen können es bis zu 20 Liter in der Minute sein. Sparduschköpfe begnügen sich auch schon mal mit nur 5 bis 6 Litern in der Minute. Eine normale Badewanne fasst etwa 150 bis 180 Liter, große geräumige Badewannen auch schon mal das Doppelte. Das bedeutet, dass man für eine normale Badewannenfüllung (150 Liter) auch rund 15 Minuten lang duschen (durchschnittlicher Duschkopf mit 10 Litern Durchlauf pro Minute) könnte. Das ist ziemlich lange. Wenn es um das Wassersparen geht, liegt die Dusche also ganz klar vorn.

Wer es ganz genau wissen will, kann ja mal einen 10-Liter-Wassereimer zu Hilfe nehmen und das Ganze bei sich zu Hause nachmessen. Wie lange braucht der Duschkopf, um den 10-Liter-Eimer zu füllen? Wie viele Eimer passen in die Badewanne, bis der Wasserstand erreicht ist, den man normalerweise auch beim Baden einfüllt (Badegast inbegriffen)? 

Diesen gedanklichen Fehler machen viele Sparfüchse: Abends vor dem Zubettgehen schnell noch die Tür zu einem ungeheizten Raum öffnen und schon profitiert dieser von der warmen Luft und ist so vor Schimmelbildung geschützt. Doch leider ist das genaue Gegenteil der Fall. Auf diese Art und Weise strömt nämlich die warme Luft, die relativ viel Feuchtigkeit enthält, in das kalte Zimmer hinein und die mitgebrachte Feuchtigkeit schlägt sich dann an den kalten Wänden und Einrichtungsgegenständen ab. Der Schimmelbildung sind so im wahrsten Sinne des Wortes Tür und Tor geöffnet.

Das Atmen und Schwitzen, vor allem aber das Kochen, Waschen, Wischen, Wäschetrocknen, Baden sowie Duschen und nicht zuletzt die Zimmerpflanzen, die einen Großteil ihres Gießwassers über die Blätter in die Raumluft abgeben, sorgen dafür, dass die Luft reichlich Feuchtigkeit aufnimmt, die sie dann in einem ungeheizten Zimmer wieder abgeben kann.

Die Flüssigkeitsmengen, die dabei zusammenkommen können, werden oft unterschätzt. Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Holzkirchen hat das einmal durchgerechnet. Demnach gibt ein Mensch bei nur leichter Aktivität durch Atmen und Schwitzen bei 20 Grad Raumlufttemperatur ganze 30 bis 60 Gramm Wasser pro Stunde in die Raumluft ab. Ein mittelgroßer Gummibaum kommt immerhin noch auf 10 bis 20 Gramm pro Stunde.

Am deutlichsten wird das Ganze aber vielleicht beim Wäschetrocknen, denn das Wasser aus der Wäsche muss ja schließlich irgendwo hin. Dieses Wasser löst sich im wahrsten Sinne des Wortes in der Luft auf und die ist deshalb anschließend deutlich feuchter als zuvor. Ganze 50 bis 200 Gramm Wasser kann schleudernasse Wäsche (4,5-Liter-Trommel) beim Trocknen pro Stunde in die Raumluft abgeben.

Ähnliche Artikel