Auswirkungen der Vogelgrippe  Geflügelhalter im Landkreis Aurich müssen umplanen

Imke Cirksena
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Von Imke Cirksena
| 06.02.2025 13:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Für Hühner ist die Geflügelpest besonders gefährlich. Foto: DPA
Für Hühner ist die Geflügelpest besonders gefährlich. Foto: DPA
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Der Ausbruch der Geflügelpest in Aurich zwingt viele Betriebe zu Schutzmaßnahmen. Auch private Züchter sollten Vorkehrungen treffen.

Aurich - Der Ausbruch der Geflügelpest in Aurich hat Auswirkungen auf die Erzeugergemeinschaft Auricher Eier sowie auch auf private Halter. Eine Legehennenhaltung mit 2900 Tieren in Brockzetel musste geräumt werden. Alle Tiere mussten getötet werden. Der Betrieb lieferte Eier für die Erzeugergemeinschaft Auricher Eier, deren Sitz auch in unmittelbarer Nähe liegt. Aus diesem Grund dürfen dorthin derzeit keine Eier mehr angeliefert werden. Das bestätigte Volker Posselt von der Erzeugergemeinschaft. Die dazugehörigen Betriebe müssen ihre Ware nun an Treffpunkten außerhalb der Sperrzone übergeben.

„Für den Landwirt ist das natürlich ein gravierender Einschlag“, meint Posselt. Da bisher nur ein Betrieb betroffen ist, werden Auricher Eier aber auch weiterhin erhältlich sein. Gerade für Hühner ist die Geflügelpest besonders ansteckend und tödlich. „Das ist natürlich eine traurige Sache, aber es kann vorkommen“, so Posselt. Und: „Bei Freilandhaltung lässt sich leider nicht viel vorbeugen.“ Die Krankheit wird vor allem durch Kontakt mit Wildvögeln übertragen.

Einfluss auf den Bruterfolg bei Enten und Gänsen

Auch der Verein Deutscher Rassegeflügelzüchter Aurich bedauert den Ausbruch der Geflügelpest in Aurich. Laut dem zweiten Vorsitzenden Theo Schneider haben vor allem Gänse- und Entenhalter nun Nachteile: Zurzeit findet die Begattung der Tiere statt, die draußen wesentlich einfacher für die Tiere ist, als im Stall. „Ein geringerer Bruterfolg ist wahrscheinlich“, so Schneider mit Blick auf die Aufstallungspflicht in der vom Landkreis errichteten Sperrzone. Diese wurde in Umkreis von drei Kilometern um den betroffenen Betrieb errichtet.

Aber auch außerhalb der Sperrzone sollten laut Schneider nun Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Das wichtigste Mittel sei die Aufstallung. Darüber hinaus sollten Halter auch darauf achten, dass das Einstreu nicht so gelagert wird, dass es mit Kot von Wildvögeln verunreinigt werden kann. Auch sollte es in den Ställen keine Schlupflöcher für Wildvögel geben. „Spatzen suchen beispielsweise oft die Nähe zu Hühnern und fressen bei ihnen mit“, so Schneider. Schließlich rät der zweite Vorsitzende des Zuchtvereins auch, dass Halter ein besonderes Augenmerk darauf richten, keinen Schmutz von außen in den Stall hereinzutragen. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gibt es laut Schneider aber keinen hundertprozentigen Schutz vor den Erregern.

Die Vernetzung innerhalb des Zuchtvereins ist laut Schneider unterdessen sehr gut. Tritt ein Fall von Geflügelpest auf, verbreitet sich die Nachricht schnell unter den Vereinsmitgliedern. „Es dauert nur wenige Stunden, bis alle Bescheid wissen“, meint Schneider. Außerdem haben alle Halter eine enge Bindung zu den Tieren und würden ihr Möglichstes tun, um eine Ansteckung mit der Geflügelpest zu vermeiden.

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