Hamburg Auch in veganen Lebensmitteln: Diese Zusatzstoffe sollten Sie besser meiden
Aromen, Süßstoffe, Verdickungsmittel: Zusatzstoffe stecken in vielen Lebensmitteln. Öko-Test hat sich die Inhaltsstoffe vieler Produkte genauer angeschaut. Worauf Verbraucher beim Einkauf achten sollten.
Sie stehen häufig im Kleingedruckten hinten auf der Verpackung und sind vielen Verbrauchern beim Kauf der Produkte nicht in Gänze bekannt: Zusatzstoffe. Beim Gang durch den Supermarkt entscheiden sich die Konsumenten oft für verarbeitete Lebensmittel, ohne zu wissen, was genau in ihrem Einkaufskorb gelandet ist – sei es aus Zeitgründen, Desinteresse oder weil es einfach zu gut schmeckt.
Doch nicht alle Substanzen sind für den Körper und die Gesundheit gut, wie Öko-Test nun in mehreren Untersuchungen herausgefunden hat. Verbraucher sollten beim Kauf zunächst auf die Zutatenliste mit den Inhaltsstoffen schauen, die bestenfalls möglichst kurz gehalten ist.
Ein Inhaltsstoff, der womöglich zu Darmentzündungen führen kann, ist Carboxymethylcellulose (E 466). Eine hohe Menge habe bei Tieren zu Veränderungen der Darmflora beigetragen, wobei die Auswirkungen bei Menschen noch nicht hinlänglich erforscht seien. Sie gehört zur Klasse der Trägerstoffe und zu den Verdickungs- sowie Überzugsmitteln, die in Bio-Produkten jedoch nicht vorkommen.
E 466 wurde unter anderem in Frucht- und Wassereis, Kokosprodukten, Wraps, veganer Sahne, veganem Hackfleisch und bei Vitaminpräparaten für Schwangere, Multivitaminpräparaten für Kinder sowie Vitamin-B12-Präparaten entdeckt.
Ein weiterer Stoff, dem Öko-Test nach eigenen Angaben kritisch gegenübersteht, ist Carrageen (E 407). Das Gelier- und Verdickungsmittel soll im Verdacht stehen, Allergien zu fördern. Zudem wurden bei Tierstudien nachgewiesen, dass es negative Effekte auf den Verdauungstrakt und das Immunsystem haben kann. Die gleichen Folgen würden auch beim Euchema-Algen (E 407a) auftreten.
Beide Zusatzstoffe seien laut Öko-Test in Bio-Produkten erlaubt und kämen in folgenden Lebensmitteln vor: Frucht- und Wassereis, Schokoeis, vegane Bratwurst, vegane Sahne, veganer Aufschnitt und Vitamin-D3-Präparate.
In fast allen Lebensmitteln steckt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) Phosphat, das wichtig für die Knochen ist. Es wird Nahrungsmitteln als Säureregulatoren, Komplexbildner, Backtriebmittel oder Stabilisatoren zugesetzt. Enthalten sind die chemischen Verbindungen in Lebensmitteln als Phosphorsäure (E 338), Natriumphosphate (E 339), Diphosphate (E450) oder Polyphosphate (E452) – jedoch nicht in Bio-Produkten.
Öko-Test beanstandet vor allem künstliche Phosphate, die den Phosphatspiegel im Blut erhöhen können. Das kann auf Dauer zu Nierenschäden oder zu einem größeren Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Nachgewiesen wurde Phosphat unter anderem in Bratwurst, Chicken-Nuggets, fertigen Pizzateigen, veganen Joghurts, veganen Fischstäbchen, veganen Nuggets, Vitaminpräparaten für Schwangere sowie Vitamin-D3-Präparaten.
Unter anderem im Kaffee taucht der nächste Zusatzstoff auf, der gesundheitsschädlich sein kann: Süßstoff. Ob künstlich oder zuckerfrei, viele Süßstoffe haben negative Folgen für den Körper. Sie können die Geschmacksnerven an Süßes gewöhnen, werden wie Aspartam als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft und sollen das Risiko für eine Gewichtszunahme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas erhöhen.
Notenabzüge beim Öko-Test erhalten unter anderem Diätshakes, isotonische Getränke, Mineralwasser, Radler, Frucht- und Wassereis sowie Multivitaminpräparate für Kinder.
Häufig in Fertigprodukten enthalten sind Aromen, um Qualitätsunterschiede der Rohwaren auszugleichen und das Produkt zu standardisieren. Darunter zählen auch natürliche oder naturidentische Aromastoffe, die nicht zwingend aus der Natur stammen müssen, sondern häufig auch als chemische Verbindungen getarnt sind.
Zugesetzte Aromen konnte Öko-Test vor allem in folgenden Produkten nachweisen: alkoholfreier Sekt, isotonische Getränke, Baked Beans, Gewürzgurken, Falafeln, Margarine, Kartoffelchips, Chicken-Nuggets, Zartbitterschokolade, Nuss-Nougat-Cremes, Frucht- und Wassereis, vegane Butter, veganer Aufschnitt, vegane Nuggets und veganes Hackfleisch.
Nicht nur in Fertiggerichten, sondern auch in Snacks oder Brühen finden sich häufig Geschmacksverstärker wie Glutamat. Diese chemischen Verbindungen tauchen auch in Zusätzen wie Hefeextrakt oder Speise-Würze sowie von Natur aus in Parmesan und Tomatenmark auf.
Als überflüssig bewertet Öko-Test Zusätze von synthetischen Vitaminen oder Mineralstoffen. Denn ein Großteil der Nährstoffe, die der menschliche Körper täglich braucht, lasse sich mit einer gesunden, abwechslungsreichen Ernährung aufnehmen. Zu viele künstlich angereicherte Lebensmittel bergen die Gefahr, einzelne Vitamine zu hoch zu dosieren. Dazu zählen beispielsweise Cornflakes, Hafermilch, isotonische Getränken, Margarine und vegane Joghurts.
Jedoch gebe aus auch Ausnahmefälle, wie bei Hafermilch. Der Zusatz von Vitamin B12 ist hierbei gerade für Veganer notwendig, um den erhöhten Bedarf an diesem Nährstoff ohne tierische Produkte zu decken.