Kolumne „Bi Karkens“  Liebe steckt oft in den kleinen Gesten

Ina Jäckel
|
Eine Kolumne von Ina Jäckel
| 14.02.2025 06:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ina Jäckel
Ina Jäckel
Artikel teilen:

Ein Essen bei Kerzenschein und romantische Geschenke – so etwas ist zum Valentinstag beliebt. Die wahre Liebe findet sich aber in dem, was man im Alltag füreinander tut, findet unsere Kolumnistin.

Heute ist Valentinstag. Der Tag der großen Gefühle, der roten Rosen und der kleinen Aufmerksamkeiten. Der Tag, an dem verliebte Pärchen romantisch essen gehen. Ich bin ehrlich: Das steht auf meiner Wunschliste ganz oben – ein romantisches Essen mit meinem Mann. Essen ist nämlich so eine Sache. Als Eltern von vier Kindern sind wir froh, wenn wenigstens eines nicht am Tisch herumnörgelt, weil irgendwas nicht schmeckt.

Romantik kommt in unserem vollen, chaotischen Alltag etwa so häufig vor wie ein Kinderriegel, der länger als einen Tag überlebt. Und trotzdem finde ich: Bei uns im Haus ist ganz viel Liebe am Start. Allerdings zeigt sie sich hier nicht in einem Candle-Light-Dinner, sondern eher in einem heldenhaften „Ich bringe heute die Kinder ins Bett, du kannst auf ein Glas Wein zu deiner Freundin“ oder einem „Ich habe deinen Wecker ausgestellt, damit du noch ein bisschen schlafen kannst“. Große Gesten? Nein. Aber Liebe steckt ja oft in den kleinen Dingen.

Zur Person

Ina Jäckel (40) arbeitet gemeinsam mit ihrem Mann als Pastorin in der Ev.-luth. Kirchen- gemeinde Loga. Das Paar hat vier Kinder. Als @dingens.von.kirchen ist Jäckel auch auf Instagram unterwegs.

Neulich kam ich abends nach einem langen Arbeitstag müde nach Hause und freute mich auf einen Moment Ruhe. Als ich die Küche betrat, wurde ich allerdings sofort mit fünf dringenden Fragen, zwei ungeklärten Streitfällen und einem entlaufenen Kuscheltier konfrontiert. Alle riefen durcheinander. Abendessen? Nichts mehr übrig. Die Dusche? Besetzt. Meine Wärmflasche? Spurlos verschwunden. Man möchte schreien. Lieber nicht. Tief durchatmen. Liebe ist geduldig, heißt es doch. Ich arbeite daran.

Aber ich finde: Gerade da zeigt sich doch Liebe! Im ganz normalen Alltags-Kuddelmuddel. Im Durchhalten, im Loslassen, im Nicht-sofort-Ausflippen und im gemeinsamen Lachen über das Chaos.

Wir machen heute übrigens auch etwas „Liebe-volles“: Eine „Heute-nörgelt-niemand“-Challenge. Wer den ganzen Tag über auf Beschwerden verzichtet, bekommt eine Belohnung – so etwas wie fünf Minuten ungestörte Badezimmerzeit. Denn am Ende ist Liebe ja nicht die Inszenierung mit Kerzen und Musik. Sie ist das tägliche Ja, das wir zueinander sagen – mit Rosen oder ohne.

Kontakt: kolumne@zgo.de

Ähnliche Artikel