Elsmhorn Trotz Nachteilen: Warum diese Lehrerin an einer christlichen Privatschule unterrichtet
Weniger Geld, keine Verbeamtung – Wer sich entscheidet an einer Privatschule zu unterrichten, muss einige Nachteile in Kauf nehmen. Warum entscheiden sich Lehrer trotzdem dafür? Das sagt Grundschullehrerin Sophie Rowe.
Seit zwei Jahren unterrichtet Sophie Rowe an der „Next“-Grundschule, einer christlichen Bekenntnisschule in Elmshorn. Zuvor hat die 32-Jährige in Frankfurt studiert, ihr Referendariat an einer staatlichen Schule absolviert und in den USA an einer Schule gearbeitet. Warum unterrichtet sie lieber an einer christlichen Schule?
Frage: Frau Rowe, Sie unterrichten seit zwei Jahren an einer Privatschule. Sie werden daher nicht verbeamtet und verdienen daher weniger. Warum haben Sie sich für eine christliche Privatschule entschieden?
Antwort: Für mich war die Entscheidung für die Schule eine Gotteslenkung. Ich bin ganz einfach durch eine Google-Suche auf die Schule gestoßen und es hat sofort gepasst. Hier werden christliche Werte wie Nächstenliebe gelebt. Das gilt für den Umgang mit den Schülern, aber auch im Kollegium. Wir unterstützen uns gegenseitig. Ich kann nach Hilfe fragen und bekomme sie dann auch.
Frage: Was sind die größten Unterschiede zur staatlichen Schule?
Antwort: Ich habe Zeit, auf meine Schüler einzugehen und guten Unterricht zu machen. Durch die Extrastunde für das Miteinander ist genug Raum, um Werte wie Nächstenliebe oder Rücksichtnahme zu vermitteln. Das passiert ja sonst eher nebenbei. Außerdem ist die Elternarbeit intensiver. Die Eltern haben sich bewusst für die Schule entschieden und wir arbeiten gemeinsam daran, das Kind bestmöglich zu fördern. Für mich als Lehrerin ist es toll, dass die Wege kurz sind: Wenn ich zum Beispiel Unterrichtsmaterial haben will, spreche ich mit der Leitung und es wird möglich gemacht. Von einfachen Aufgaben wie Materialerstellung werde ich durch FSJ’ler entlastet – das gibt mir Freiraum mich auf den Unterricht zu konzentrieren.
Frage: Wie spiegelt der christliche Glaube sich im Unterricht wider?
Antwort: Ich unterrichte die Inhalte, die sich an den Lernzielen des Landes halten müssen. Da kann ich nicht abweichen. Aber natürlich zeigen sich bei mir im Unterricht christliche Werte. Ich achte zum Beispiel darauf, dass jedes Kind nach seinen eigenen Begabungen und in seinem eigenen Tempo lernen kann. Da kann ich auch den Unterricht flexibel anpassen. Für mich ist das gelebtes christliches Miteinander.