Paris  So denkt Frankreich über den Ausgang der Bundestagswahl

Birgit Holzer
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Von Birgit Holzer
| 24.02.2025 17:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Friedrich Merz und seine Frau Charlotte Merz beim Staatsbankett zu Ehren des Präsidenten von Frankreich, Emmanuel Macron, und seiner Frau im Schloss Bellevue. Foto: DPA/Christophe Gateau
Friedrich Merz und seine Frau Charlotte Merz beim Staatsbankett zu Ehren des Präsidenten von Frankreich, Emmanuel Macron, und seiner Frau im Schloss Bellevue. Foto: DPA/Christophe Gateau
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Frankreich hofft auf Friedrich Merz: Die Beziehung zwischen Macron und Scholz blieb kühl. Kann Merz die deutsch-französische Achse stärken? Warum Paris auf den Konservativen setzt und wie man die Ergebnisse der AfD aufnimmt.

So wenig Friedrich Merz der französischen Öffentlichkeit bekannt ist, so groß sind die Hoffnungen, die das politische Paris in den CDU-Chef und Gewinner der Bundestagswahl setzt. Denn das Verhältnis zwischen Präsident Emmanuel Macron und Noch-Kanzler Olaf Scholz blieb trotz der regelmäßigen Treffen kühl und wenig vertrauensvoll.

Dass Scholz bei seiner großen Europa-Rede 2022 in Prag den französischen Partner nicht einmal erwähnte, wurde in Paris als bedauerliches Zeichen von Desinteresse an einer starken deutsch-französischen Achse gedeutet.

Nun setzt man im Élysée-Palast auf bessere Beziehungen mit dem Konservativen Merz, der Macron bereits persönlich kennt und angekündigt hat, seine ersten Auslandsreisen nach Paris und Warschau machen zu wollen, „wenn möglich am selben Tag“.

Beim Kampf für eine größere „strategische Autonomie“ Europas dürften sich beide Männer einig sein, bei der Forderung nach gemeinsamen Schulden, die Macron befürwortet, weniger.

Die französischen Medien beschäftigen sich derweil vor allem mit dem „historischen Wahlergebnis“ der AfD. Die französischen Rechtsextremen vom Rassemblement National (RN), die früher im EU-Parlament in derselben Fraktion saßen, haben sich vor einem Jahr von der deutschen Schwesterpartei abgewendet, weil die wiederholten Provokationen wie die Verharmlosung der SS durch den AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah der Strategie der „Entdämonisierung“ des RN widersprachen.

Eine offizielle Reaktion von RN-Frontfrau Marine Le Pen oder Parteichef Jordan Bardella auf den Ausgang der Bundestagswahl blieb bislang aus.

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