Investition für die Jugend Neuer Pumptrack soll in Wiesmoor Spaß an Bewegung fördern
Die TG Wiesmoor erhält im Sommer 2025 einen mobilen Pumptrack, der zwei Wochen lang Sport und Bewegung für alle bieten soll. Das ist aber nur ein Vorgeschmack auf langfristige Pläne der Stadt.
Wiesmoor - Die Stadt Wiesmoor setzt sich weiter für stärkere Jugend-Angebote ein. Ein Vorgeschmack ist einen temporären Pumptrack, der vom 26. Juli bis 9. August 2025 auf dem Gelände der TG Wiesmoor stehen wird. Bei einer Aktion von Krankenkasse BKK24, Sportjugend Niedersachsen (SjN) und Landessportbund (LSB) Niedersachsen hat der Verein die Anlage gewonnen – und die solle „offen für alle“ sein, wie Sascha Scholz, Vorsitzender der TG Wiesmoor, betont. „Von 33 Vereinen aus Niedersachsen wurden fünf ausgewählt“, sagt er.
Auf der künstlich angelegten, welligen Strecke gilt es, ohne die Pedale zu verwenden, nur mittels Federung des Fahrzeugs, Muskelkraft und Nutzung des an- oder absteigenden Untergrundes den Schwung zum Fahren zu halten. Wirklich gefährlich sei das nicht, so Sascha Scholz, der nach eigenen Angaben seit 40 Jahren Judo betreibt. „Andere Sportarten sind gefährlicher“, sagt der Sportler. Gedacht ist der temporäre Pumptrack für alle Altersklassen, besonders aber für die jungen Generationen. So sollen vor allem Kindergärten und Schulen mit dem Angebot angesprochen werden, wie Scholz berichtet.
Wiesmoor hat noch mehr Pläne für den Jugendplatz
Aber der temporäre Pumptrack ist nur ein Auftakt für weitere Pläne der Stadt. Auf dem Jugendplatz „Am Stadion“, der zu 90 Prozent mit EU-Fördermitteln als Reaktion auf die Corona-Pandemie (Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“) gestaltet und 2024 eröffnet wurde, soll ab dem Spätsommer dieses Jahres auch ein dauerhafter Pumptrack gebaut werden – und damit die erste asphaltierte Pumptrack-Anlage Ostfrieslands. Auftragnehmer ist das Unternehmen „Pumptrack.de“ mit Sitz in Augsburg. Die Kosten für die 1300 Quadratmeter große Fläche belaufen sich auf knapp 250.000 Euro. Zu 55 Prozent werden diese aus Fördermitteln des EU-Programms „Leader“ zur Förderung der ländlichen Entwicklung gedeckt, wie Heidrun Engelbrecht vom Bauamt Wiesmoor mitteilt. Die Stadt geht mit gut 110.000 Euro in Eigenleistung. In den Bau des Jugendplatzes hat die Stadt zusätzlich zu den Fördersummen gut 30.000 Euro investiert.
Mit dem Pumptrack ist der Jugendplatz, auf dem sich bereits der umgesiedelte Skate-Platz, ein Soccer-Cage und ein 3-gegen-3-Basketballlfeld befinden, komplett. Weitere Installationen sind nicht geplant. „Wenn wir das geschafft haben, können wir erst mal einen Haken machen“, sagt Michael Hofer, Leiter für Jugendpflege und Schulsozialarbeit der Stadt Wiesmoor, der an dem Planungsprozess beteiligt ist.
„Die Anlage ist ein Gewinn“
Der Sozialpädagoge, der auch Sozialarbeiter an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Wiesmoor ist, zeigt sich zufrieden mit dem Konzept des Jugendplatzes. „Die Anlage ist schon ein Gewinn“, sagt er. Sie werde bereits im jetzigen Zustand gut genutzt, wie er bestätigt. „Ich fahre öfter mal daran vorbei, wenn ich vom Fußball komme. Da sind immer Jugendliche zu sehen“, erzählt er. „Im Winter natürlich weniger“, fügt er hinzu. Seit 2002 ist Michael Hofer im Dienst der Stadt für die Jugend zuständig.
Aus Sicht der Stadt sei es wichtig, Jugendlichen etwas zu bieten. „Wir haben zwar auch ein reges Vereinsleben hier in Wiesmoor“, sagt er. „Aber wir sind sehr interessiert daran, dass es auch städtische Angebote für Jugendliche gibt.“ Für den Jugendplatz habe sich Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos) stark eingesetzt, wie auch Heidrun Engelbrecht betont. Auch wenn es speziell klingt: Ein Pumptrack ist für alle Arten von Rädern geeignet, nicht nur für Mountainbikes. „Man kann auch mit dem Bobbycar darauf fahren“, so Hofer. Dieses niedrigschwellige Angebot dürfte den Platz für noch mehr Menschen interessant machen.
Jugendliche wurden gefragt, was sie sich wünschen
Grund dafür, dass der Jugendplatz offenbar gut ankommt, ist sicher auch das Einbeziehen der Jugendlichen selbst in die Planung und Gestaltung. Bei einer großen Umfrage 2022 konnten junge Wiesmoorerinnen und Wiesmoorer angeben, was sie sich für ihre Stadt wünschen. Unter anderem sei auch ein Treffpunkt für Aktivitäten dabei gewesen. Etwa 650 junge Menschen haben sich damals beteiligt, erinnert sich Michael Hofer. „Das ist schon sehr viel – etwa die Hälfte der Jugendlichen in Wiesmoor“, sagt er.
Nach der Eröffnung des Jugendplatzes 2023 war klar, dass noch weitere Komponenten hinzukommen sollten. „Die weitere Entwicklung des Platzes soll dann gemeinsam mit den Jugendlichen fortgeführt werden“, heißt es dazu auf der Webseite der Stadt.
Jetzt beginnt die Bauplanung
Daran hat man sich gehalten. Auch bei der Planung des Pumptracks waren wieder die Meinungen und Wünsche der Wiesmoorer Jugend gefragt. Beim Beteiligungs-Workshop mit dem Planungsbüro von „Pumptrack.de“ am 27. Februar 2025 waren etwa 20 Jugendliche dabei, erzählt Michael Hofer. „Das Alter reichte von Klasse 5, also etwa 11 Jahren, bis zu 25 Jahren“, weiß er. Teilnehmen an der Veranstaltung mit dem Motto „#mitgestalten“ konnte jeder, der Lust hatte.
Wie genau der Pumptrack aussehen wird, wisse man noch nicht, so Heidrun Engelbrecht. „Wir hatten ja erst den Termin für die Vorschläge“, sagt sie mit Bezug auf den Workshop im Februar. Doch ein Vorentwurf der Baufirma bestehe bereits.