Berlin  Diese Vinyl-Schallplatten sind äußerst selten – besitzen Sie ein Exemplar?

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 30.03.2025 18:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Welche Schätze schlummern in Ihrer Plattensammlung? Foto: IMAGO/Shotshop
Welche Schätze schlummern in Ihrer Plattensammlung? Foto: IMAGO/Shotshop
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Für Sammler kann eine Vinyl-Schallplatte einen großen emotionalen Wert besitzen. Das liegt nicht immer nur an der Musik, sondern auch daran, dass es sich um ein seltenes Exemplar handelt. Wir zeigen Ihnen, für welche fünf Alben das gilt.

Trotz der großen Beliebtheit von Streamingdiensten wie Spotify oder Apple Music, feiert die Vinyl-Schallplatte seit geraumer Zeit ein beachtliches Comeback. Aktuelle Popstars wie Coldplay oder Taylor Swift veröffentlichen ihre Musik mittlerweile wieder auf dem längst totgeglaubten Tonträger – und auch ältere Schallplatten rücken zunehmend in den Fokus.

Wer noch alte Vinyl-Tonträger in seiner Sammlung hat, sollte sich die Exemplare einmal genauer anschauen. Denn mitunter können Schallplatten dabei sein, die äußert selten sind beziehungsweise heute nicht mehr gepresst werden. Wir geben Ihnen anhand von Online-Plattformen wie „Catawiki“ und „Kleinanzeigen“ einen Überblick, welche fünf Platten nur noch schwer zu finden sind.

In so gut wie jeder Liste zu Vinyl-Schallplatten taucht Pink Floyd auf. Auch wenn es um seltene Alben geht, darf die legendäre Band aus Großbritannien nicht fehlen. Es handelt sich jedoch weder um „Wish You Were Here“ noch „The Dark Side Of The Moon“, sondern um das Debütalbum „The Piper At The Gates Of Dawn“ aus dem Jahr 1967.

Besonders begehrt unter Sammlern ist die erste UK Mono Pressung unter dem Label Columbia. Alben von Pink Floyd auf Vinyl sind jedoch auch grundsätzlich begehrt, besonders wenn es sich um Erstpressungen handelt.

Wo Pink Floyd sind, können die Beatles nicht weit sein. Zeitgleich zu „The Piper At The Gates Of Dawn“ veröffentlichten „The Fab Four“ 1967 ihr Album „Sgt. Pepper‘s Lonely Hearts Club Band“. Nicht nur wegen des auffälligen Plattencovers erreichte das Werk rasch Kultstatus. Es gilt darüber hinaus als eines der ersten Konzeptalben der Popmusik.

15 Jahre nach der Erstveröffentlichung des Albums erschien eine weitere Ausgabe von „Sgt. Pepper“. Es handelte sich um eine audiophile Pressung des Mobile Fidelity Sound Lab. Die Produzenten nutzten die originalen Aufnahmen, um sie mit der damals neuesten und besten Technik zu restaurieren. Optisch gibt es bei der Platte keinen Unterschied, doch Besitzer sollten sich Erscheinungsjahr und Label ihrer Ausgabe einmal genauer ansehen.

Als Jimi Hendrix 1968 sein drittes Album „Electric Ladyland“ veröffentlichte, war das ein mittelschwerer Skandal. Grund war weniger die Musik, sondern das Cover der Schallplatte. Es zeigte mehrere nackte Frauen, manche von ihnen hielten ein Foto des als Gitarrengott verehrten Musikers in der Hand. Auch Hendrix selbst war wenig begeistert von der Covergestaltung – und ließ das Motiv austauschen.

Entsprechend sind Ausgaben mit dem „Skandal-Cover“ äußerst selten. Das klassische „Electric Ladyland“-Album zeigt im Übrigen den Gitarristen im Seitenprofil, Gesicht und Hals in orangefarbenes Licht getaucht, die Haare leuchtend rot.

Die Geschichte über den Musiker Sixto Rodriguez gehört wohl zu den schönsten in der Musikwelt. Nach zwei erfolglosen Alben Anfang der 1970er Jahren zog sich der US-Amerikaner ins Private zurück, arbeitete unter anderem als Sozialarbeiter, an einer Tankstelle und auf dem Bau. Währenddessen feierten seine Alben in Australien und in Südafrika große Erfolge, ohne dass Rodriguez etwas davon mitbekam.

Ein Fan aus Südafrika begab sich in den 1990er Jahren schließlich in die USA, um nach Rodriguez zu suchen. Zu diesem Zeitpunkt war völlig unklar, ob der Musiker überhaupt noch lebte. Letztendlich wurde Rodriguez in Detroit aufgespürt, wo er ein bescheidenes Leben führte. Die Suche nach ihm wurde in dem Oscar-prämierten Dokumentarfilm „Searching for Sugar Man“ (2012) festgehalten.

Das Interesse an Rodriguez spiegelte sich auch in seinen Platten wider. So gilt die UK Erstpressung seines Debütalbums „Cold Fact“ aus dem Jahr 1970 als besonders selten und somit wertvoll.

„Beggars Banket“, „Let It Bleed“, „Exile On Main Street“: In der Diskografie der Rolling Stones reiht sich ein Meilenstein an den nächsten. Auch das Album „Sticky Fingers“ aus dem Jahr 1971 gehört dazu, enthält es doch Hits wie „Brown Sugar“ oder „Wild Horses“. Das Cover verhalf dem Werk ebenfalls zu Kultstatus. Es zeigt eine schwarzen enge Jeanshose mit Reißverschluss. Geschaffen wurde das Motiv vom Künstler Andy Warhol.

Mittlerweile selten und daher bei Sammlern besonders begehrt: Die erste UK Pressung von „Sticky Fingers“ enthält auf dem Cover einen richtigen Reißverschluss, der sich nach oben und unten ziehen lässt. Was sich dahinter verbirgt? Weiße Unterwäsche.

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