Hamburg Ackerschachtelhalm: So bekämpfen Sie eines der schlimmsten Unkräuter im Garten
Ackerschachtelhalm hält sich hartnäckig in Beeten und im Rasen. Ihn loszuwerden ist ein schwieriges Unterfangen. Gartenexperten erklären, warum das auch Zinnkraut genannte Unkraut im Garten wächst und wie man Ackerschachtelhalm bekämpfen kann.
Ackerschachtelhalm, auch Schachtelhalm oder Zinnkraut genannt, ist zwar eine uralte Heilpflanze, für Gartenbesitzer ist er aber vor allem ein Ärgernis. Denn das zu den ältesten Pflanzen der Welt gehörende Kraut wächst in vielen Gärten und lässt sich nur schwer bekämpfen.
Schachtelhalme kann man leicht an ihrem markanten Aufbau erkennen: Die Sprosse sind durch auffallende Knoten in einzelne Stängelteile gegliedert. An den Knoten lassen sich die Stängelstücke leicht auseinanderziehen und wieder zusammenstecken. Wie Schachteln – so kam die Pflanze zu ihrem Namen.
Die Knoten sind jeweils von einer gezähnten Manschette umgeben. Bei dieser handelt es sich um schuppenartig reduzierte, zugespitzte Blätter, die an der Basis miteinander verwachsen sind. An den Knoten kann sich der Schachtelhalm verzweigen. Hier entspringen in Quirlen angeordnet die Seitentriebe.
Achtung: Nicht verwechseln sollte man Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) mit dem Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre). Letzterer ist giftig, vor allem auch für Tiere. Er wächst in Sumpfgebieten und sein Stängel ist dünner als der von Ackerschachtelhalm. Wenn man die Triebe der Pflanzen auseinander zieht, dann sieht man den Haupttrieb und daran Seitensprossen, die abstehen. Diese Seitensprossen sind beim Acker-Schachtelhalm länger als der Haupttrieb. Er sieht ein wenig aus, wie ein Weihnachtsbaum. Beim Sumpf-Schachtelhalm sind sie kürzer.
Schwer zu bekämpfen ist Ackerschachtelhalm vor allem deswegen, weil er reich verzweigte Wurzeln hat, die bis zu 1,60 Meter tief in den Boden wachsen. Er vermehrt sich auch durch diese unterirdischen Ausläufer. Selbst aus kleinen Wurzelstücken kann er immer wieder austreiben. Ausgraben ist deshalb ziemlich aussichtslos.
Auch Herbizide wie Roundup richten gegen Ackerschachtelhalm nicht viel aus, weil sie nur die oberirdischen Pflanzenteile abtöten und nicht bis zur tief liegenden Wurzel reichen, die immer wieder austreiben kann.
Wenn man weiß, welche Bodenbedingungen Ackerschachtelhalm liebt, dann weiß man, wie man ihn bekämpfen kann. Man muss die Bodenbedingungen ändern.
Ackerschachtelhalm wächst vor allem dort, wo der Boden sauer, also kalkarm, ist. Er liebt lehmig-tonigen Boden, wächst aber auch auf Sand, wenn dort beispielsweise der Grundwasserspiegel hoch ist. Schachtelhalm ist außerdem eine Zeigerpflanze für Staunässe und verdichteten Boden.
Wenn Ackerschachtelhalm im Rasen wächst, empfiehlt Gärtner Peter Rasch aus dem mecklenburgischen Plate in der Sendung „Rasch durch den Garten“ im NDR Fernsehen, den Rasen bei den ersten zwei Schnitten im Frühjahr kürzer als fünf Zentimeter abzumähen. Dann könne sich der Ackerschachtelhalm nicht mehr generativ vermehren.
Da Ackerschachtelhalm einen pH-Wert zwischen 5 und 6 liebt, empfiehlt Rasch den Boden auf seinen pH-Wert hin zu testen. Liegt der Wert in diesem Bereich, dann könne Kalken das Wachstum des Ackerschachtelhalms eindämmen. „Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe“, so Rasch. Denn das Kalken komme auch dem Rasen zugute, der am besten bei einem etwas höheren pH-Wert wachse.
Zudem könne man die Erde etwas auflockern, da der Schachtelhalm ja verdichteten Boden mag. Beim Rasen geht das mit einer Forke ganz gut. „Das ist aber relativ aufwändig“, räumt Rasch ein.
Wenn viel Ackerschachtelhalm auf einer Fläche wächst, die zu einem Beet werden soll, dann empfiehlt es sich, zunächst einmal Lupine auszusäen. Wie Gärtner Rasch erklärt, wachsen diese 1,5 Meter tief und lockern den Boden schön auf und das mag der Ackerschachtelhalm gar nicht. Das bedeutet aber zugleich, dass man sein Beet erst ein Jahr später nutzen und mit anderen Pflanzen bepflanzen kann.
Eine Möglichkeit wäre es auch, den Boden mit einer dunklen Folie abzudecken und eine sogenannte Schwarzbrache zu machen. Doch die Folie muss ziemlich lange auf dem Boden liegen bleiben, um den Ackerschachtelhalm loszuwerden. Gärtner Edu Reinecke hält zwei Jahre für notwendig. Gartenexpertin Brigitte Goss dagegen ist im MDR der Meinung, ein Dreivierteljahr sei ausreichend.
Eine andere Möglichkeit, dem Ackerschachtelhalm im Beet das Leben zu vermiesen, ist es, den Boden möglichst tief mithilfe einer Grabegabel zu lockern. Man sticht dabei an vielen Stellen tief in den Boden und bewegt die Gabel vor und zurück.
Kalken ist auch im Staudenbeet eine gute Möglichkeit, um Ackerschachtelhalm einzudämmen. Die meisten Stauden (Ausnahmen sind beispielsweise Hortensien und Rhododendren) mögen es anders als der Schachtelheim nämlich nicht sauer.
Edu Reinecke hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht, um den Ackerschachtelhalm loszuwerden. Er verwendet kohlensauren Kalk (CaCO3), den es in Körnchenform oder gemahlen gibt. Davon arbeitet er jährlich im Herbst 30 bis 50 Gramm pro Quadratmeter mit einem Dreizack in den Boden ein. Dabei wird der Boden auch gleich noch aufgelockert, was ebenfalls gegen Ackerschachtelhalm hilft.
Sein Tipp: Man kann auch den im Futterhandel erhältlichen Futterkalk verwenden.
Wo all diese Methoden nicht möglich sind, hilft alternativ nur Jäten, um den Ackerschachtelhalm in Schach zu halten. Man sollte dabei einen Pflanzenstecher verwenden, um so viel wie möglich von der Wurzel mitzuentfernen.
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