Berlin Jürgen Drews wird 80: Fünf Dinge, die Sie über den Schlagersänger vielleicht nicht wussten
Er ist für seine Fans noch immer der ungekrönte „König von Mallorca“: Jürgen Drews feiert am Mittwoch seinen 80. Geburtstag. Wir werfen einen Blick der besonderen Art auf die erfolgreiche Karriere des Schlagersängers.
Eigentlich wollte Jürgen Drews seinen größten Hit gar nicht singen. Als der Musikproduzent Michael Kunze ihm 1976 anbot, das Lied „Ein Bett im Kornfeld“ zu singen, wiegelte Drews zunächst ab. „Ich singe doch kein Country auf Deutsch“, soll seine Reaktion damals gewesen sein. Dass er es letztlich trotzdem tat, dürfte er nicht bereut haben. Der Song sollte der Anstoß für eine steile Karriere sein.
Zu seinem 80. Geburtstag präsentieren wir Ihnen fünf weitere Fakten über den Schlagersänger, die Sie vielleicht noch nicht gewusst haben.
Für Jürgen Drews stand bereits früh fest, dass er Musiker werden möchte. Geboren am 2. April 1945 im brandenburgischen Nauen, wuchs der Sohn eines Arztes und einer Klavierlehrerin in Schleswig-Holstein auf. Im Alter von 15 Jahren wurde er Teil der Jazzband „Die Schnirpels“ – und erhielt prompt den Preis als bester Banjo-Spieler Schleswig-Holsteins.
Auch wenn Drews „Die Schnirpels“ schon bald wieder verlassen sollte – das Banjo blieb. Immer wieder verwendete der Schlagersänger das Instrument in zahlreichen Songs, bei Auftritten oder auf längeren Zugfahrten.
Doktor Drews statt „König von Mallorca“? Fast wäre es so weit gekommen. Nach seinem Abitur begann Jürgen Drews 1967, an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel Medizin zu studieren. Doch die Liebe zur Musik war größer. Nach vier Semestern brach er sein Studium ab. Gegenüber dem „Spiegel“ erklärte er Jahrzehnte später, dass er sich im Studium häufig überfordert gefühlt habe, vor allem im Fach Chemie hätte er Probleme gehabt.
Zudem konnte Drews als Musiker bereits erste Erfolge verbuchen, was ihn in finanzieller Hinsicht unabhängig machte.
Die Musikgruppe „Les Humphries“ zeichnet ein nahezu einzigartiges Konzept aus. Die Besetzung besteht aus regelmäßig wechselnden Mitgliedern aus den verschiedensten Ländern. Gemeinsam singen sie vor allem eingängige Pop- und Gospelsongs. Gegründet wurde die Band vom englischen Sänger John Leslie „Les“ Humphries in Hamburg im Jahr 1969. Auch Jürgen Drews war einst Teil der legendären Gruppe.
Anfang der 1970er Jahre schloss er sich der Band an und wurde schnell zu einer der prägnantesten männlichen Stimmen. Entsprechend war Drews an vielen internationalen Hits von „Les Humphries“ beteiligt, darunter „Mama Loo“, „Mexiko“ und „Kansas City“. 1976 verließ er die Musikgruppe wieder, um sich auf seine Solokarriere zu konzentrieren.
Trotz seines Ausstiegs bei „Les Humphries“ versuchte Jürgen Drews immer wieder, an seine internationalen Erfolge anzuknüpfen. Nachdem ihm 1976 mit „Ein Bett im Kornfeld“ der Durchbruch in Deutschland gelungen war, zog es den Sänger Anfang der 1980er in die USA. Dort legte er sich erst einmal einen Künstlernamen zu: J.D. Drews.
Auch musikalisch ging er neue Wege. Statt des klassischen Schlagers mit einer Prise Augenzwinkern orientierte sich Drews in den USA in Richtung New Wave und Progressive Rock. Seine Single „Don‘t Want Anybody“ erreichte im Jahr 1981 immerhin Platz 79 der Billboard Hot 100 Charts. Allerdings blieb es bei diesem Achtungserfolg. Mitte der 1980er Jahre kehrte Jürgen Drews nach Deutschland zurück.
Abseits der Musik hegt Jürgen Drews eine große Leidenschaft für Oldtimer. Dieses teure Hobby wäre ihm im Jahr 2014 beinah zum Verhängnis geworden. Für die Urlaubssaison auf Mallorca wollte der Schlagersänger seinen exotischen Sportwagen PGO Speedster II zum Abtransport in einen Lkw fahren. Doch Drews gab auf der Rampe zu viel Gas, rutschte mit dem Auto weg und schlug mit dem Wagen auf dem Asphalt auf.
Der 40.000 Euro teure Sportwagen zerbrach daraufhin in zwei Teile. Drews nahm den damaligen Vorfall jedoch betont gelassen. „Zum Glück ist mir nichts passiert.“