Abfallentsorgung  Biomüll-Sündern droht jetzt hohes Bußgeld

Petra Herterich
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Von Petra Herterich
| 08.04.2025 18:32 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wer Glas, Metall oder Plastik im Biomüll entsorgt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Foto: Schuldt/dpa
Wer Glas, Metall oder Plastik im Biomüll entsorgt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Foto: Schuldt/dpa
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Ab 1. Mai gelten strengere Regeln für die Entsorgung von Biomüll. Auch in Ostfriesland sind Kontrollen geplant. Den Müllsündern drohen harte Konsequenzen.

Berlin/Ostfriesland - Biomüll ist kostbar. In Ostfriesland wird er in der braunen Tonne oder auch im grünen Sack eingesammelt. Aus Biogas entstehen Strom und Wärme, aus dem Rest wertvoller Kompost. Dazu muss der Biomüll aber frei von Fremdstoffen sein. Ab dem 1. Mai gelten strengere Regeln für die Entsorgung von Biomüll. Wer dann noch Glas oder Plastik in den Biomüll wirft, muss mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 2500 Euro rechnen. Auch die Kontrollen des Bioabfalls sollen verstärkt werden.

Grund ist der neue Paragraf 2a der Bioabfallverordung (BioAfbV), nach der Bioabfälle nur noch maximal drei Prozent an Fremdstoffen – Glas, Plastik oder Metall – enthalten dürfen. Der Kunststoffanteil darf höchstens ein Prozent betragen. Werden diese Fremdstoffe entdeckt, bleiben Tonne oder Sack bestenfalls mit einer roten Karte an der Straße zurück – schlimmstenfalls wird ein Bußgeld fällig.

Auch grüne Säcken werden kontrolliert

Wie das im Landkreis Leer klappen soll, wo die grünen Säcke einfach an die Straße gestellt werden, ohne dass sie Namen oder Anschrift des Besitzers tragen? „Eine Sichtkontrolle findet schon während der Müllabfuhr statt, denn die grünen Säcke sind ja durchscheinend“, erklärt Landkreissprecher Philipp Koenen. Oftmals stehen sie auch direkt vor dem Haus. Man setzte großes Vertrauen in die Bürger. „Wie die jüngste quantitative Chargenanalyse 2022 ergeben hat, lag der Gesamtfremdstoffanteil bei nur 0,07 Gewichtsprozent in der Frischmasse, davon waren 0,022 Gewichtsprozent Kunststoffe“, teilt er auf Nachfrage mit. „Damit liegen wir weit unter den vorgegebenen Kontrollwerten der BioAfbV. Tendenziell war und bleibt der Störstoffanteil im Grünabfallsack konstant niedrig.“

Im Landkreis Wittmund, wo der Bioabfall in braunen Tonnen eingesammelt wird, setzt man auf Kontrolle. „Seit 2006 werden sogenannte Störstoff-Detektoren an den Sammelfahrzeugen eingesetzt“, teilt Anne Ballschmieter vom Landkreis mit. „Erkennt der Detektor Störstoffe, wird die Biotonne nicht entleert. Ein Aufkleber auf der Tonne weist dann darauf hin, dass der Abfall fehlerhaft getrennt wurde. Die Tonne muss dann vom Abfallverursacher nachsortiert und zur nächsten regulären Leerung erneut bereitgestellt werden.“

Landkreis Wittmund droht sogar mit 5000 Euro Geldbuße

Zudem werden bei festgestellten Verstößen gegen das Gebot der Abfalltrennung im Landkreis Wittmund Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Laut Abfallbewirtschaftungssatzung des Landkreises kann die Geldbuße dort sogar bis zu 5000 Euro betragen, so Ballschmieter. Die sogenannte Fehlwurfquote habe im Bereich Wittmund auf unter ein Prozent reduziert werden können.

Im Landkreis Aurich läuft bereits seit 2020 eine Kampagne der Materialkreislauf- und Kompostwirtschaft. „So ist es gelungen, den Anteil der sogenannten Störstoffe im Bioabfall von seinerzeit sechs bis sieben Prozent auf jetzt etwa zwei Prozent bei Anlieferung zu reduzieren. Durch die Anlagentechnik wird der Anteil der Störstoffe dann auf deutlich unter ein Prozent weiter gesenkt und liegt damit unterhalb der künftigen Grenzwerte“, berichtet Pressesprecher Rainer Müller-Gummels. Zudem finden im Rahmen der Kampagne auch stichpunktartig Kontrollen statt.

Biomüll in Emden selbst abliefern

In Emden müssen die Bürger ihren Biomüll selbst zum Entsorgungszentrum und den Annahmestellen bringen und dort in Container ausleeren. „Vor Ort werden die Abfälle durch die Mitarbeiter kontrolliert“, betont Stadtsprecherin Theda Eilers.

Neben den Containern befinden sich Hinweisschilder mit der Aufschrift „Ohne Plastiktüten“ sowie zusätzliche Mülltonnen, in denen die entleerten Tüten entsorgt werden können. „Sollten sich dennoch Störstoffe im Biomüll befinden, sortieren die Mitarbeiter diese Verunreinigungen umgehend aus“, so Eilers. „Bisher haben wir noch keine Reklamationen unseres Verwerters erhalten.“

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