Erinnerung an Tod eines Strafgefangenen Denkmal auf Friedhof in Ihrhove eingeweiht
Am Freitag wurde in Ihrhove ein Denkmal für Emil Walter Köster eingeweiht, der vor 80 Jahren ermordet wurde. Das ist die bewegende Geschichte dahinter.
Ihrhove - Auf dem Friedhof der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Ihrhove ist an Karfreitag, 18. April 2025, das Denkmal zur Erinnerung an den vor genau 80 Jahren ermordeten Strafgegangenen Emil Walter Köster eingeweiht worden. Auf Einladung der Gemeinde Westoverledingen um Bürgermeister Theo Douwes waren mehr als 100 Gäste gekommen. Zu ihnen zählten unter anderem der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg aus Leer, Landrat Matthias Groote und die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann.
Bürgermeister Douwes betonte in seiner Rede die Bedeutung des Denkmals, das nicht nur an Emil Walter Köster, sondern stellvertretend auch an die vielen anderen Opfer ähnlicher Verbrechen während der NS-Zeit im Oberledingerland erinnern soll. „Es ist wichtig, dass wir uns dieser dunklen Kapitel unserer Geschichte bewusst sind und sie nicht in Vergessenheit geraten lassen“, so Douwes. Das Denkmal soll als Mahnmal dienen und die Erinnerung an die Opfer wachhalten.
Am 18. April 1945, in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, ereignete sich auf dem Friedhof in Ihrhove ein tragisches Verbrechen. Der Strafgefangene Emil Walter Köster wurde dort von zwei Wachmännern des Lagers Aschendorfermoor erschossen. Köster, der während des Krieges wegen seiner Homosexualität verurteilt und im Straflager Esterwegen inhaftiert war, nutzte die chaotischen Umstände der Lagerauflösungen im April 1945 zur Flucht. Auf seinem Weg nach Leer wurde er jedoch erschöpft und ausgehungert im Ihrhover Hammrich aufgegriffen und in das Feuerwehrhaus gesperrt, bevor er schließlich zum Friedhof gebracht und dort ermordet wurde.
Urenkel von Esdert Veenhuis war auch vor Ort
Die Hintergründe dieser Tat wurden von dem Regionalhistoriker Hermann Adams in der Dokumentation „Erschossen am 18. April 1945 in Ihrhove – Westoverledingen“ umfassend erforscht und zusammengetragen. Im vergangenen Jahr wandten sich die Nachkommen eines der damaligen Täter an die Gemeinde Westoverledingen mit dem Wunsch, einen Ort des Gedenkens zu schaffen. Beim dem Täter handelte es sich um den Wachmann Esdert Veenhuis. Dessen Urenkel Felix Freitag selbst war am Freitag auch vor Ort und hielt eine kurze Rede. Er hatte gemeinsam mit seiner Mutter Heidemarie Veenhuis-Freitag das Projekt begleitet. Das Denkmal, das aus fünf verschiedenen Reliefs besteht, wurde vom Leeraner Bildhauer Gerd Christmann erstellt.
Nach der Eröffnung des Denkmals wurde an Karfreitag im „Kleinen Campus“ eine Ausstellung des Schulzentrums Collhusen gezeigt, in der verschiedene selbst entworfene Denkmäler von Schülerinnen und Schülern des 10. Jahrgangs präsentiert wurden.