Berlin  Hobby, Spitzname, Gelüste – kennen Sie diese Kuriositäten über die neuen Minister?

Lorena Dreusicke, Lisa Höhler
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Von Lorena Dreusicke, Lisa Höhler
| 12.05.2025 18:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Großes Kennenlernen: Die neuen Minister bei ihrer ersten Kabinettssitzung vergangene Woche. Foto: AFP/ODD ANDERSEN
Großes Kennenlernen: Die neuen Minister bei ihrer ersten Kabinettssitzung vergangene Woche. Foto: AFP/ODD ANDERSEN
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Von Rockband bis Pommes-Liebe: Die neuen Minister haben abseits der Politik allerlei spannende Eigenheiten. Hier kommen die Fun Facts zur neuen Bundesregierung.

Die neue Bundesregierung hat es nicht nur politisch, sondern auch persönlich in sich. Hinter den Ministerposten verbergen sich Charakterköpfe mit teils ungewöhnlichen Hobbys, bemerkenswerten Karrieren und weiteren kuriosen Eigenheiten. Von einer leidenschaftlichen Boxerin bis zum Minister mit Rockband-Vergangenheit: Hier sind die Fun Facts über unsere neuen Minister.

Mit dem 69-Jährigen bekommen wir nach Jahrzehnten wieder einen Bundeskanzler, der öffentlich durchgehend Brille trägt. Es sei eine Gleitsichtbrille, hatte er vor drei Jahren Journalisten verraten. Bei der Wahl des Gestells sei er der Empfehlung seines Optikers im Sauerland gefolgt. Außerdem ist er „seit 1998 der erste Bundeskanzler, der wieder Kinder hat“, betonte er in einem TV-Interview.

Über den 47-jährigen Bayern-Fan sind allerlei interessante Fakten bekannt: Der neue Finanzminister hatte mal ein Augenbrauenpiercing, seine Schwester ist Polizistin, er macht mit beim Fitnesstrend Crossfit und spielt Gitarre – das sogar über 14 Jahre in der Rockband Sleeping Silence.

Patrick Schnieder, der neue Verkehrsminister, bezeichnet sich selbstironisch als „Eifelturm“ – als Anspielung auf seine 2,02 Meter Körperhöhe und der Heimat in der Eifel. Der 57-Jährige betreibt einen eigenen Podcast namens „Eifelturm-Talk“, in dem er Politik und Persönliches verbindet. Außerdem ist er Klavier- und Orgelspieler und seine Marathon-Bestzeit beträgt 3 Stunden und 27 Minuten.

Alexander Dobrindt: Innenminister war „Fashion Boy“ in Merkels Kabinett

Er traut sich modisch was: Der 54-jährige CSU-Politiker trug während seiner ersten Amtszeit als Verkehrs- und Internetminister angesagte schwarze Nerdbrille, karierte Anzüge und goldene Turnschuhe. Mittlerweile kleidet er sich wieder weniger auffällig. Zu seiner Typveränderung gehörte 2015 auch ein Gewichtsverlust. Nach seinen Worten bestand die Abnehmkur aus „kein Weißbier, keine Schokolade“. Sein Sohn wurde an Rosenmontag 2012 geboren. Er trägt den besonderen Namen Emmeran Cornelius.

Die neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ist Diplomchemikerin und Vorsitzende im Nationalen Wasserstoffrat. Für Schlagzeilen sorgte ihre Beziehung zu Ex-Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, die sie parallel zu ihrer Berufung öffentlich machte.

Boris Pistorius: Verteidigungsminister mit Doppelgänger

Der 65-Jährige wird oft mit Ex-CDU-Chef Armin Laschet verwechselt. Sogar die Polizei kann sie nicht auseinander halten: Sie stoppte Mitte März den vermeintlichen Verteidigungsminister auf einem E-Scooter in Berlin. Dabei war es Laschet, für den die erhöhten Sicherheitsauflagen nicht gelten.

Eher ungewöhnlich für Spitzenpolitiker: Er hat mal Französisch studiert. In seiner Jugend war er Linksverteidiger beim Osnabrücker Fußballverein Schinkel 04 – sein Spitzname: „Kamikaze“.

Johann Wadephul ist der erste CDU-Außenminister seit sechs Jahrzehnten. Er macht gerne Urlaub in Italien, hört gerne Bach, Beethoven und die Scorpions. Der 62-Jährige gab sich am Telefon schon einmal zu gutgläubig: Anfang Februar fiel er einem Fake-Anruf des prorussischen Komiker-Duos „Vovan und Lexus“ zum Opfer. Wadephul ging davon aus, mit Mitarbeitern von Wolodymyr Selenskyj zu sprechen – und plauderte mit ihnen über den Wahlkampf und Taurus-Marschflugkörper.

Thorsten Frei, neuer Chef des Kanzleramts, joggt gerne, liebt Hunde und McDonald’s. Letzteres begründet er auf „Abgeordnetenwatch“ so: „Ich bin McDonald‘s-Fan, weil ich dort sehr gerne esse, wenn ich spätabends vom Bundestag heimgehe, und es mir dort schmeckt. Die meisten anderen Lokale sind dann zumeist bereits geschlossen.“

Die neue Gesundheitsministerin Nina Warken arbeitet seit mehr als zehn Jahren als Rechtsanwältin in der Kanzlei ihres Schwiegervaters. In ihrer Freizeit entspannt sich die 45-Jährige nach eigenen Angaben gerne auf dem Tennisplatz.

Die neue Ministerin für Forschung und Raumfahrt sorgte 2017 mit Klimawandel-Zweifeln für Schlagzeilen. Die 47-Jährige gehört zu den eifrigsten Zwischenrufern bei Bundestagsdebatten und ist sehr aktiv in den sozialen Netzwerken. Auf Instagram beschreibt sich die Bambergerin als Gamerin, Jägerin und süchtig nach Sonne, Chili-Gewürz und viel Pink.

Karin Prien: Erste Jüdin im Kabinett als Bildungsministerin

Die 59-Jährige ist die erste jüdische Bundesministerin; in Amsterdam geboren, wohin ihre Großeltern während der NS-Zeit geflohen waren. Im Studium arbeitete sie für den Sprecher des damaligen Bundespräsidenten, Richard von Weizsäcker. Die Rechtsanwältin ist eine leidenschaftliche Köchin und postet regelmäßig ihre erzauberten Gerichte unter #Prienkocht.

Alois Rainer: Weißwurstspezialist als Landwirtschaftsminister

Der gelernte Metzgermeister stammt aus einer Politikerfamilie: Auch seine Eltern waren Abgeordnete im Bundestag. Seine ältere Schwester, Gerda Hasselfeldt, war früher Bundesbauministerin und Gesundheitsministerin sowie erste Frau an der Spitze der CSU-Landesgruppe. Er ist Co-Autor eines Weißwurstkochbuchs.

Carsten Schneider: Der einst jüngste Abgeordnete ist nun Umweltminister

Der 49-Jährige wuchs im Plattenbau in Erfurt auf und machte bei der Volksbank eine Banklehre. 1998 war er dann mit 22 Jahren der jüngste Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Zu seinen Hobbies zählen nach eigenen Angaben: Raubfischangeln, Rennrad fahren, Fußball.

Reem Alabali-Radovan: Boxende Entwicklungsministerin

Die 35-Jährige wurde in Moskau geboten, wohin ihre Eltern aus dem Irak geflüchtet waren. Als Sechsjährige kam sie nach Deutschland – mit Russisch-Kenntnissen aus ihrer Kindergartenzeit. Sie boxt gerne im Club „Traktor Schwerin“ und ist hat den Profi-Boxer Denis Radovan geheiratet.

Stefanie Hubig: Ein digitales Phantom als Justizministerin

Die 56-Jährige arbeitete Ende der Neunziger als Staatsanwältin und Richterin. Später wurde sie Staatssekretärin im Justizministerium und war in die sogenannte Netzpolitik-Affäre verstrickt. Der gleichnamige Blog hatte 2015 über Pläne des Bundesamts für Verfassungsschutz zur Internet-Überwachung berichtet und sich damit ein Ermittlungsverfahren eingehandelt. Der Verdacht: Landesverrat. Hubig soll sich in das Verfahren eingeschaltet haben. Bis heute scheint sie sich zu hüten, online Privates preiszugeben. Sie hat keinen eigenen offiziellen Social-Media-Kanal.

Karsten Wildberger: Daten-Liebhaber als Digitalminister

Der 56-Jährige liebt als Ex-Media-Markt-Saturn-Chef Technologie: Er trägt einen smarten Gesundheitsring am Finger, der seine Schlafqualität misst und eine Smartwatch am Handgelenk. Er hat einen Doktor in Physik und ist einer der Quereinsteiger ins Kabinett – er war bis vor Kurzem parteilos, ist nun aber in die CDU eingetreten.

Verena Hubertz: Vom Burger-Restaurant ins Bauministerium

Verena Hubertz kennt die Arbeitswelt von mehreren Seiten: Als Schülerin jobbte sie bei Burger King. Mit ihrer Studienfreundin gründete sie 2013 das Start-up Kitchen Stories, eine Kochplattform, die später von Bosch übernommen wurde. Privat spielt die 37-Jährige gerne Handball und Tennis. Sie ist Fan des 1. FC Kaiserslautern.

Bärbel Bas: Bikerin mit Spaß an Grusel als Arbeitsministerin

Mit langjähriger politischer Erfahrung und Herkunft aus dem Ruhrgebiet tritt Bärbel Bas das Amt für Arbeit und Soziales an. Ihr erster Job war nach der Hauptschule Bürogehilfin bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft. Die 57-Jährige fährt leidenschaftlich gern Motorrad und zwar eine Harley-Davidson Low Rider S. Außerdem liebt sie Currywurst mit Pommes und entspannt bei Horror-Romanen. Deutsche Punkbands wie „Die Ärzte“ und „Die Toten Hosen“ hört sie nach eigenen Angaben am liebsten.

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