Osnabrück  Hollywoodstar landete auf Schützenfest: Was Ewan McGregors drei Zitate verraten

Lucas Wiegelmann
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Von Lucas Wiegelmann
| 21.05.2025 17:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Überlebensgroß: der schottische Schauspieler Ewan McGregor. Foto: Imago/ZUMA Wire
Überlebensgroß: der schottische Schauspieler Ewan McGregor. Foto: Imago/ZUMA Wire
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Vor kurzem wurde bekannt, dass „Star Wars“-Schauspieler Ewan McGregor für eine neue Doku ungeplant auf ein Schützenfest in Niedersachsen geriet. Jetzt kann man die Szene in voller Länge sehen: Drei Sätze des Superstars fallen darin besonders auf.

Die neue Schützenfestsaison nimmt zwar gerade erst Fahrt auf, aber schon jetzt lässt sich festhalten, dass es wahrscheinlich noch nie eine mit mehr Glamour gegeben hat. In diesen Tagen lief ja die herrliche Meldung, dass der Hollywood-Schauspieler Ewan McGregor im Rahmen einer Motorrad-Roadtrip-Doku ungeplant ins Königsschießen von Westersode bei Cuxhaven geraten ist.

Und Ewan McGregor ist weiß Gott nicht irgendein Hollywood-Schauspieler: Da er in „Star Wars“ und, wichtiger noch, in „Trainspotting“ mitgespielt hat, stuft ihn meine Frau in ihre persönliche Promi-Kategorie „larger than life“ (überlebensgroß) ein, in der sie sonst eigentlich nur noch Paul Newman und den frühen Marlon Brando führt.

Damit ist das Schützenwesen nun also gewissermaßen von oberster Stelle zum internationalen Pop-Phänomen geadelt worden. Allerdings kam in der Berichterstattung bisher nur arg verkürzt rüber, was Ewan McGregor denn nun von der ganzen Sache gehalten hat. Es kursierte immer nur ein Schnipsel aus einem Interview, in dem er kaum mehr sagt, als dass die Leute „sehr, sehr, sehr betrunken“ gewesen seien.

In der eigentlichen Doku-Episode, in der man ihn mit dem Motorrad durch Norddeutschland fahren sieht, kommt schon noch ein bisschen mehr. Es sind vor allem drei Kernsätze, die eine nähere Betrachtung lohnen, weil Ewan McGregor, wahrscheinlich aus schierer Überlebensgröße, darin buchstäblich im Vorbeifahren den Geist der Schützenfeste ziemlich gut getroffen hat.

Der erste dieser drei Sätze lautet: „Wir sind erst zwei Tage hier, und jetzt treffen wir schon zum zweiten Mal auf eine Blaskapelle.“ Tatsächlich ist der Einfluss, den die ganze Schützenkultur auf die musikalische Bildung bei uns vor Ort ausübt, aus meiner Sicht kaum zu überschätzen. Wie viele Kinder und Jugendliche hätten längst ihre Klarinette oder ihr Flügelhorn gegen das neueste „Star-Wars“-Handyspiel eingetauscht, wenn ihnen nicht der ganze Spaß mit ihren Kapellenkameraden auf den Schützenfesten geholfen hätte, bei der Stange zu bleiben?

Bei uns in der Gegend haben die Musikvereine jedenfalls keine Nachwuchssorgen: Ich war noch nie in Westersode, aber nur zwei Marschkapellen an zwei Tagen kommen mir für die Schützenfestzeit sogar noch eher tief gegriffen vor.

Ewan McGregors zweiter Schlüsselsatz lautet: „Man sagt mir, tagsüber zu trinken, ist hier ganz normal.“ Die Verwunderung, die aus dieser Bemerkung spricht, ist insofern berechtigt, als außerhalb der Saison natürlich auch bei uns nicht den ganzen Tag gesoffen wird. Aber wenn Schützenfest ist, gehen die Uhren eben anders, so wie sie auf dem Münchner Oktoberfest oder im Kölner Karneval anders gehen mögen, nur dass wir dabei im Grünen und im Frühling feiern können, sprich: Wir haben zum Übermut ja allen Grund.

Und, letzter Satz: „Ich nehme mal an, so wie jetzt war es immer schon.“ Das ist zwar eine Übertreibung, aber keine große: Bis ins Mittelalter reicht das Schützenwesen auf jeden Fall zurück. Unsere Vorfahren haben schon Umzüge und Volksfeste veranstaltet, da war Hollywood noch gar nicht entdeckt. Diese uralte Tradition prägt uns bis heute: Schützenfeste sind Heimat, und sie nach Herzenslust zu feiern, macht vielleicht nicht überlebensgroß. Aber es kommt dem schon ziemlich nahe.

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