Heimatcheck  „Emden ist Liebe“ – und andere Umfrage-Erkenntnisse

| | 20.05.2025 12:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Herz für Emden: Im wortwörtlichen Sinne steht die von der Firma Thiele Tee gestiftete Skulptur für schöne Fotos am Falderndelft, im übertragenen Sinne haben viele Emderinnen und Emder ihre Stadt fest ins Herz geschlossen. Das zeigen Kommentare in unserer Heimatcheck-Umfrage. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Ein Herz für Emden: Im wortwörtlichen Sinne steht die von der Firma Thiele Tee gestiftete Skulptur für schöne Fotos am Falderndelft, im übertragenen Sinne haben viele Emderinnen und Emder ihre Stadt fest ins Herz geschlossen. Das zeigen Kommentare in unserer Heimatcheck-Umfrage. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
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Viele Kommentare von Emdern zur Heimatcheck-Umfrage starten mit „Ich lebe gerne in Emden, aber...“. Spannend: Trotz Gemeckere schneidet die größte Stadt der Region nicht schlecht ab.

Emden - Es wird nur über Emden gemeckert? Falsch. In den Ergebnissen der Heimatcheck-Umfrage ostfriesischer Verlage haben einige Teilnehmer und Teilnehmerinnen Botschaften wie: „Emden ist einfach Liebe“, „Es ist ein Geschenk, hier leben zu dürfen“ und „Emden ist süß“ verfasst. Kleinigkeiten begeistern wie die „Blumenpracht in der Innenstadt“, die vielen Spielplätze, der Wochenmarkt, das Wasser und die gute Luft.

Das ist der Heimatcheck

Der Heimatcheck Ostfriesland ist ein Gemeinschaftsprojekt ostfriesischer Verlage mit Unterstützung der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse und der EWE AG. Vom 4. bis 27. April waren alle Menschen in Ostfriesland aufgerufen, sich online an der großen Umfrage zu beteiligen. 15.335 haben mitgemacht. In 14 Kategorien ging es um Fragen zum Leben in den Städten und Gemeinden Ostfrieslands. Am Heimatcheck beteiligt sind die Ostfriesen-Zeitung, die Ostfriesischen Nachrichten, der General-Anzeiger, die Borkumer Zeitung, der Ostfriesische Kurier und die Norderneyer Badezeitung.

Die „Blumenpracht in der Innenstadt“ hebt ein Umfrage-Teilnehmer hervor. Die Mitarbeitenden des Bau- und Entsorgungsbetriebs pflanzen je nach Jahreszeit mehrfach im Jahr frische Blumen. Foto: Mona Hanssen
Die „Blumenpracht in der Innenstadt“ hebt ein Umfrage-Teilnehmer hervor. Die Mitarbeitenden des Bau- und Entsorgungsbetriebs pflanzen je nach Jahreszeit mehrfach im Jahr frische Blumen. Foto: Mona Hanssen

Aber es wird auch gemeckert. Insgesamt hat Emden in der Umfrage, an der mehr als 15.000 Menschen teilgenommen haben, für die unterschiedlichen Themen wie Einzelhandel, ÖPNV, Sicherheit, Sauberkeit und Gesundheitsversorgung 6,14 von 10 Punkte erhalten. Zum Vergleich: In Emden haben rund 1200 Menschen abgestimmt, im Landkreis Leer (6,29 Punkte) waren es mehr als 6500 Personen, im Landkreis Aurich (6,37 Punkte) 6200. Im Vergleich zu 55 anderen Heimatchecks dieser Art in Deutschland schneidet Emden gut ab.

Die Mädchenskulptur Jantje Vis wacht über den Emder Delft. Jantje ist ein beliebtes Fotomotiv und erinnert an die Geschichte der Heringsfischerei. Foto: Mona Hanssen
Die Mädchenskulptur Jantje Vis wacht über den Emder Delft. Jantje ist ein beliebtes Fotomotiv und erinnert an die Geschichte der Heringsfischerei. Foto: Mona Hanssen
Die Runde um den Delft ist bei vielen Emdern und Gästen der Stadt beliebt. Foto: Klaus Ortgies
Die Runde um den Delft ist bei vielen Emdern und Gästen der Stadt beliebt. Foto: Klaus Ortgies

Größte Kritikpunkte – Ärztemangel und Immobilienpreise

Am schlechtesten werden Gesundheitsversorgung und Immobilienmarkt bewertet. Das spiegelt sich auch in den Kommentaren der Emder wider. Selbst die Suche nach einem Hausarzt gestaltet sich demnach schwierig. Laut Kassenärztlicher Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat Emden derzeit 33 Hausärzte, der Versorgungsgrad liege bei 98,5 Prozent. In der Praxis dauere es aber teils Jahre, bis man einen Hausarzt habe, schreiben Umfrage-Teilnehmer.

Die Bücherläden und Cafés werden in Emden gelobt. Mehr Geschäfte werden aber gewünscht. Hier ist der Blick auf die Fußgängerzone der Brückstraße gerichtet. Foto: Klaus Ortgies
Die Bücherläden und Cafés werden in Emden gelobt. Mehr Geschäfte werden aber gewünscht. Hier ist der Blick auf die Fußgängerzone der Brückstraße gerichtet. Foto: Klaus Ortgies
Ein Platz im Schatten mit Blicks aufs Wasser und umgeben von etwas Grün: Das wird noch mehr in Emden gewünscht. Rund um den Delft soll das noch kommen. Hier schauen wir auf den Falderndelft. Foto: Mona Hanssen
Ein Platz im Schatten mit Blicks aufs Wasser und umgeben von etwas Grün: Das wird noch mehr in Emden gewünscht. Rund um den Delft soll das noch kommen. Hier schauen wir auf den Falderndelft. Foto: Mona Hanssen

Auch wird bemängelt, dass der Wohnungsmarkt angespannt ist in Emden – insbesondere im Niedrigpreissektor. Viele aktuelle Neubau-Projekte sprechen eher Menschen mit dickem Geldbeutel an. Aber: Etwa beim geplanten Ültje-Quartier soll auch sozialer und seniorengerechter Wohnraum entstehen. Insgesamt kommt Emden beim Heimatcheck-Vergleich in den Bereichen Immobilienmarkt und Gesundheitsversorgung auf den 29. von 33 Plätzen.

Die Neutorstraße kann für Verkehrsteilnehmer teilweise unübersichtlich sein. Der Umbau soll 2026 starten und mehr Klarheit bringen. Foto: Mona Hanssen
Die Neutorstraße kann für Verkehrsteilnehmer teilweise unübersichtlich sein. Der Umbau soll 2026 starten und mehr Klarheit bringen. Foto: Mona Hanssen
Der Blick durch das historische Hafentor auf Schiffe und das alte Rathaus. Foto: Klaus Ortgies
Der Blick durch das historische Hafentor auf Schiffe und das alte Rathaus. Foto: Klaus Ortgies

Autofrei oder nicht – nur Extreme

Obwohl in den 356 Kommentaren der Emder Heimatcheck-Teilnehmer viel über den Verkehr gemeckert wird, schneidet Emden mit Platz 22 im Gesamtvergleich immerhin noch besser ab als andere ostfriesische Stadte. Leer, Norden und Aurich werden schlechter bewertet. Beim ÖPNV hat Emden sogar Platz 6. Ein großes Streitthema: die autofreie Innenstadt. Einige wollen die Neutorstraße wieder voll für Autos geöffnet sehen, andere komplett gesperrt.

Emden in Miniatur mit Blick auf den Stadtgarten und das Rathaus. Foto: Klaus Ortgies
Emden in Miniatur mit Blick auf den Stadtgarten und das Rathaus. Foto: Klaus Ortgies

Über Sauberkeit (Platz 32), Sicherheit (Platz 32) und Einzelhandel (29) ärgern sich die Emder ebenfalls. Kommentare reichen von dem Wunsch nach mehr Polizeipräsenz über kostenlose Leerung der schwarzen Tonne bis hin zur Ansiedlung von mehr Geschäften. Auf Platz 5 kommt Emden aber in den Bereichen Gastronomie und Digitalisierung & Klima. Insgesamt hat es Emden auf den 24. Platz geschafft, Platz 1 hat Wiesmoor, Platz 33 Weener.

Emden überzeugt durch viel Wasser und (historische) Schiffe wie hier im Falderndelft. Foto: Klaus Ortgies
Emden überzeugt durch viel Wasser und (historische) Schiffe wie hier im Falderndelft. Foto: Klaus Ortgies

Die Ergebnisse des Heimatchecks für Emden

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