Schnellradweg und Fahrradstraßen  Über diese Strecken wird im Oberledingerland diskutiert

Dirk Hellmers
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Von Dirk Hellmers
| 27.05.2025 06:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Im vergangenen Jahr wurde das erste Teilstück der Fahrradvorrangroute zwischen Papenburg und Emden mit dem damaligen Wirtschaftsminister Olaf Lies freigegeben. Archivfoto: Hellmers
Im vergangenen Jahr wurde das erste Teilstück der Fahrradvorrangroute zwischen Papenburg und Emden mit dem damaligen Wirtschaftsminister Olaf Lies freigegeben. Archivfoto: Hellmers
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In jüngster Zeit sind im Oberledingerland zwei spezielle Straßen für Radfahrer freigegeben worden. Es gibt weitere Pläne. Um diese Straßen geht es.

Oberledingerland - In den vergangenen Monaten sind in Sachen Fahrradverkehr zwei Vorzeigeprojekte freigegeben worden: Im Oktober hat die Gemeinde Westoverledingen das erste Teilstück des Fahrradschnellweges zwischen Papenburg und Emden freigegeben. Kürzlich folgte in Ostrhauderfehn die Eröffnung einer Fahrradstraße an der Nordseite der Hauptstraße. Auf das gesamte Straßennetz der Kommunen gesehen machen beide Strecken nur einen geringen Teil aus. Welche Überlegungen gibt es in den Gemeinden?

Ostrhauderfehn

Zwischen der Wreesmann-Kreuzung bis kurz vor der Schule am Osterfehn wurde auf der Nordseite der Hauptstraße nun eine Fahrradstraße realisiert. Dort gelten für Kraftfahrzeuge besondere Regeln: Sie dürfen nur maximal ein Tempo von 30 Kilometer pro Stunde fahren, müssen einen Abstand von 1,5 Metern von Radfahrern einhalten, und die Strecke wurde zu einer Einbahnstraße in Richtung Westen. So soll die Sicherheit für Radfahrer erhöht werden. Wer die Straße mit seinem Fahrrad befahren will, muss aber vorher und nachher am normalen Verkehr teilnehmen.

Doch es gebe Überlegungen, die Strecke sowohl in Richtung Rhauderfehn als auch Saterland zu erweitern, schreibt Sprecherin Gerta Waden auf Anfrage. Die sollen auch eher mittelfristig als langfristig umgesetzt werden. „Hier sind im Vorfeld noch weitere Planungen und Abstimmungen mit anderen Behörden und Straßenbaulastträgern notwendig. Zudem gestaltet sich die Umsetzung dort schwieriger, da keine ,doppelte Straßenführung‘ vorhanden ist und unter anderem geprüft werden muss, ob die Straßenbreite die Errichtung einer Fahrradstraße zulässt“, schreibt Waden dazu.

Außerdem sind Verbindungen in Richtung Norden und Süden in der Überlegung. Als Beispiele führt sie die Westseite der Schulstraße und die Ostseite der Schifferstraße an. Die Schifferstraße könnte auch bei weiteren Überlegungen eine besondere Rolle spielen: „Im Hinblick auf eine Machbarkeitsstudie des Landkreises Cloppenburg zu Radschnellwegen ist eine Anbindung aus der Gemeinde Saterland über den Kirchweg in Idafehn-Süd denkbar. Sollte diese realisiert werden, wäre die Schifferstraße eine gute weitere Fortführung, die dann auch wiederum auf die soeben fertiggestellte Hauptstraße-Nordseite trifft und somit auch eine weitere Vernetzung ermöglicht.“

In Ostrhauderfehn wurde kürzlich eine neue Fahrradstraße freigegeben. Es ist die erste im Oberledingerland. Foto: Jasmin Oltmanns
In Ostrhauderfehn wurde kürzlich eine neue Fahrradstraße freigegeben. Es ist die erste im Oberledingerland. Foto: Jasmin Oltmanns

Rhauderfehn

Auch in der Gemeinde Rhauderfehn sind drei Fahrradstraßen in der Diskussion. Der Status der Projekte unterscheidet sich allerdings. Das konkreteste Projekt ist derweil ein neuer Weg, der vom Untenende in Richtung Schoolpad führt. „Hier befinden wir uns derzeit in Ankaufsverhandlungen“, so Bürgermeister Geert Müller. Die zweite Strecke betrifft die Westseite der 3. Südwieke. Das Verfahren würde aber derzeit ruhen, so Müller weiter. „Für die Anordnung einer Fahrradstraße ist eine Prognose notwendig, ob der Fahrradverkehr der künftig vorherrschende Verkehr ist. Das Teileinziehungsverfahren wurde bislang nicht fortgeführt“, schreibt Müller.

Vor einiger Zeit wurde auch über die Umwidmung der Straße Rajen-Nord diskutiert. Das sei aber nun vom Tisch, so Müller. „Die Straße Rajen-Nord hat nicht die erforderliche Breite, um eine Fahrradstraße einrichten zu können, die auch einen Zweirichtungsverkehr von PKW ermöglicht. Eine Einbahnstraßenlösung am Rajen-Nord wird nicht für praktikabel gehalten, da es anders als bei der Fahrradstraße in Ostrhauderfehn zu wenig Querungsmöglichkeiten gibt, um auf die klassifizierte Straße (Rajen-Süd) zu gelangen“, so Müller.

Westoverledingen

Die Gemeinde Westoverledingen erarbeitet ein Mobilitäts- und Radverkehrskonzept. Darin könnten auch Fahrradstraßen eine Rolle spielen, teilt Sprecherin Kirsten Beening mit. Konkret in der Planung ist allerdings nur die Verlängerung des Fahrradschnellweges in Richtung Papenburg. Das Teilstück zwischen Ihrhove und Leer wurde im vergangenen Jahr freigegeben. Es war zuletzt aufgrund von diversen Bauarbeiten gesperrt. Im Bereich des Conrebbersweg ist dies auch immer noch so. „Nach Fertigstellung des Bahnhaltepunktes und der P+R-Anlage wird dieser Bereich ebenfalls wieder freigegeben“, so Beening.

Weiter weist Beening auf ein Projekt hin, dass durchaus auch für Radfahrer interessant sein könnte: „Beschlossen wurde jedoch die Instandsetzung des Ostfriesland Wanderweges zwischen Planckstraße und der Gemeindegrenze Rhauderfehn. Hier werden wir den Oberflächenbelag erneuern.“ Apropos Wanderweg: Auch die Gemeinde Rhauderfehn will dieses Jahr ein kleines Stück der ehemaligen Kleinbahntrasse sanieren.

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