Berlin Welche Krankenkassen 2025 Zusatzbeiträge erhöht haben – und was noch bevorstehen könnte
Bereits acht gesetzliche Krankenkassen haben 2025 ihre Zusatzbeiträge erhöht – sechs weitere könnten bald folgen. Wo Versicherte in diesem Jahr am meisten draufzahlen, zeigt eine Grafik.
Millionen gesetzlich Versicherte müssen sich in diesem Jahr erneut auf höhere Zusatzbeiträge bei den Krankenkassen einstellen. Nach Angaben des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben bis Mai bereits acht Kassen ihre Zusatzbeiträge erhöht. Für Anfang Juli haben zudem sechs bundesunmittelbare Krankenkassen eine weitere Anhebung beantragt, wie der GKV gegenüber unserer Redaktion schriftlich mitteilte. Das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) bestätigte auf Anfrage, dass es derzeit bei sechs bundesunmittelbaren Kassen entsprechende Verfahren zur Genehmigung prüfe. Unter anderem aus Gründen des fairen Wettbewerbs nannte die Behörde keine Namen der betroffenen Kassen. Die Entscheidung über die jeweiligen Anträge stehe noch aus. Bei den betroffenen Kassen handelt es sich um Träger, die in mindestens vier Bundesländern geöffnet sind.
Bereits zwischen Februar und Mai 2025 haben den Angaben eines BAS-Sprechers zufolge sechs bundesunmittelbare Krankenkassen ihre Zusatzbeitragssätze erhöht. Dazu gehören:
Mit den Beitragserhöhungen reagierten die Krankenkassen auf die anhaltend angespannte Finanzlage im Kassensystem, das im vergangenen Jahr tiefrote Zahlen geschrieben hatte.
Ein Blick in eine aktuelle Übersicht der Beitragssätze zeigt: Die Knappschaft an der Spitze verlangt 2025 einen Zusatzbeitrag von 4,4 Prozent, gefolgt von der BKK24 mit 4,39 Prozent. Dahinter liegen die IKK – Die Innovationskasse, die BMW BKK und die BKK Pfalz mit 3,9 Prozent, es folgen die Mobil Krankenkasse und die BKK VerbundPlus mit 3,89 Prozent. Auch vivida bkk (3,79 Prozent) und KKH Kaufmännische Krankenkasse (3,78 Prozent) kommen auf ähnlich hohe Werte – und liegen damit deutlich über dem Durchschnitt.
Klicken Sie sich durch die interaktive Grafik, um zu sehen, welche Krankenkassen die Zusatzbeiträge prozentual am wenigsten angehoben haben:
Im Schnitt war der Zusatzbeitrag zum Jahresbeginn bereits auf 2,9 Prozent gestiegen – mehr als die amtlich erwartete Zunahme auf 2,5 Prozent. Zum Gesamtbeitrag zählt außerdem der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent des Bruttolohns.
Nach den jüngsten Beitragserhöhungen für 2025 wurde bei den Krankenkassen in diesem Jahr zumindest kein weiteres Minus erwartet. Dennoch warnte GKV-Chefin Doris Pfeiffer laut Deutscher Presse-Agentur vor zu großer Hoffnung: Die erwarteten Überschüsse in den kommenden Monaten seien „nicht, weil es den Kassen so gut geht“. Die Beitragserhöhungen seien nun „Reparaturkosten“ eines politisch erzwungenen Abbaus einst hoher Reserven. Für 2024 hatten die 94 gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit von 6,2 Milliarden Euro verbucht.
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte an, weitere Beitragserhöhungen möglichst zu vermeiden – etwa durch zusätzliche Mittel aus dem Bundeshaushalt. Die Kassen fordern darüber hinaus strukturelle Entlastungen, etwa durch eine vollständige Übernahme der Versorgungskosten für Bürgergeldempfänger durch den Bund.
Mit Material von dpa