Angriff auf den Iran  Lässt der Nahost-Krieg die Gaspreise von EWE steigen?

| | 18.06.2025 16:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Diese Aufnahme des Rundfunks der Islamischen Republik Iran (IRIB) zeigt am Samstag, 14. Juni 2025, eine Raffinerie im iranischen Gasfeld South Pars, nachdem sie von einer israelischen Drohne in Kangan in der iranischen Provinz Buschehr getroffen wurde. Foto: Uncredited/Islamic Republic of Iran Broadcasting (IRIB)/AP/dpa
Diese Aufnahme des Rundfunks der Islamischen Republik Iran (IRIB) zeigt am Samstag, 14. Juni 2025, eine Raffinerie im iranischen Gasfeld South Pars, nachdem sie von einer israelischen Drohne in Kangan in der iranischen Provinz Buschehr getroffen wurde. Foto: Uncredited/Islamic Republic of Iran Broadcasting (IRIB)/AP/dpa
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Internationale Konflikte haben immer auch Folgen für unseren Geldbeutel. Nach dem israelischen Angriff auf den Iran hat man es ja an der Tankstelle schon gemerkt. Steigt nun auch der Preis für Gas?

Oldenburg/Ostfriesland - Anders als bei den Autofahrern wird es für die Gas-Kunden wegen des Kriegs im Nahen Osten wohl erst einmal nicht zu spürbaren Preiserhöhungen kommen. Das teilte der Oldenburger Energiedienstleister EWE auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

„Eine direkte Auswirkung des Nahost-Konflikts auf die Entwicklung des Gaspreises lässt sich derzeit nicht eindeutig feststellen“, teilte ein EWE-Sprecher mit. „Die Preise auf den Großhandelsmärkten sind weiterhin von einer Vielzahl an Faktoren abhängig – politische Entwicklungen gehören zwar dazu, wirken sich jedoch meist mittelbar und nicht isoliert aus.“ Der europäische Gasmarkt habe sich seit der Energiekrise 2022 insgesamt robuster aufgestellt.

Gaspreis hängt von vielen Faktoren ab

„Derzeit ist der Markt sehr stabil, so dass wir keine großen Preisschwankungen erwarten“, hieß es am Mittwoch von EWE. Aber: „Mit Blick auf die steigende CO2-Bepreisung gehen wir davon aus, dass die Gaspreise sich tendenziell moderat nach oben entwickeln könnten.“ Zu Versorgungsengpässen dürfte es für die Gaskunden nach jetzigem Stand nicht kommen: „Zum aktuellen Zeitpunkt sind die deutschen Gasspeicher – einschließlich der Speicher von EWE – zu circa 46 Prozent gefüllt“, so der EWE-Sprecher.

Die Gaspreise dürften erst einmal stabil bleiben: die Zündvorrichtung einer Gastherme in einem Haushalt. Foto: dpa/picture alliance
Die Gaspreise dürften erst einmal stabil bleiben: die Zündvorrichtung einer Gastherme in einem Haushalt. Foto: dpa/picture alliance

Israel hatte am vergangenen Freitag nach Angaben aus dem Iran große Öl- und Gasfelder des Landes angegriffen. Betroffen sei das für den Iran wirtschaftlich bedeutsame Feld South Pars im Persischen Golf, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Das Gasfeld im Persischen Golf zählt zu den größten Erdgasvorkommen weltweit.

Benzinpreis könnte weiter steigen

Für Autofahrer ist die Lage etwas wackliger. Die Benzinpreise in Deutschland waren nach dem israelischen Angriff auf den Iran leicht gestiegen. Am Freitagnachmittag kostete ein Liter Super E10 nach Zahlen des ADAC im deutschlandweiten Schnitt 1,656 Euro, ein Liter Diesel 1,534 Euro. Das waren jeweils gut zwei Cent mehr als 24 Stunden zuvor, wie ein Sprecher des Automobilclubs in München mitteilte.

Bei diesem leichten Preisanstieg wird es nach Einschätzung des ADAC jedoch nicht bleiben: Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent sei im Vergleich zum Donnerstag von etwa 69 US-Dollar auf rund 75 US-Dollar gesprungen, wie der Sprecher am Freitag sagte. Die Mineralölkonzerne würden die höheren Rohölpreise wahrscheinlich schnell an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergeben. „Die Frage wird sein, ob es zu echten Einschränkungen bei den Öllieferungen aus dem Iran kommen wird – etwa, weil die Straße von Hormus blockiert wird – oder ob es einen Preisanstieg geben wird, der in erster Linie der Sorge vor einer dauerhaften Zuspitzung oder einer weiteren Eskalation im Nahen Osten geschuldet ist“, sagte der Sprecher. „Möglich ist beides, zunächst jedoch dürfte Tanken erstmal deutlich teurer werden.“ Die Empfehlung an die Autofahrerinnen und Autofahrer: zeitnah tanken, „und zwar idealerweise abends, weil dann der Sprit im Tagesverlauf am günstigsten ist“.

Mit Material von der dpa

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