Hamburg Krise der Landwirtschaft: Helft den kleinen Bauern!
Der Landwirtschaft in Deutschland geht es schlecht. Besonders kleine Höfe haben es schwer. Es ist Zeit, vor allem ihnen zu helfen.
Nicht nur die teils rabiaten Bauernproteste im vergangenen Jahr haben gezeigt: Die deutsche Landwirtschaft steht unter Druck. Zehntausende Höfe sind in den letzten Jahrzehnten verschwunden. Die übrig gebliebenen haben mit hohem Preisdruck für ihre Produkte bei gleichzeitig strengen und teuren Regeln für Tierhaltung und Umweltschutz zu kämpfen. Biogas und Photovoltaik lohnen sich oft mehr und verdrängen die landwirtschaftliche Nutzung zunehmend.
Hinzu kommt eine teils haarsträubende Bürokratie, in der viele Berichtspflichten gleich doppelt und dreifach erfüllt werden müssen und so kompliziert sind, dass viele Landwirte ohne externe Beratung kaum durchsteigen.
Besonders schlimm sind diese Probleme für kleine Betriebe. Denn wer größer ist, produziert nicht nur billiger, sondern kann sich im Zweifel auch eine zusätzliche Bürokraft leisten. Zumal die EU-Subventionen, die fast die Hälfte der Einnahmen in der Landwirtschaft ausmachen, auch noch nach wie vor hauptsächlich nach bewirtschafteter Fläche verteilt werden.
Und auch, wenn die neue Bundesregierung viele Forderungen der Bauernlobby umsetzt, hilft das vor allem den großen Betrieben: Wer das Höfesterben reduzieren will, muss vor allem den Druck auf kleine Betriebe senken. Sonst bestimmen wenige große Akteure die Branche. Das würde gerade im ländlichen Raum fatale Folgen für die dörfliche Struktur haben.
Auch eine Reform der EU-Subventionen ist geboten. Statt großer Fläche sollten stärker ökologisch und gesellschaftlich sinnvolle Praktiken belohnt werden. Die EU könnte ihre Subventionen lieber als Gemeinwohlprämie verteilen, die sinnvolle Praktiken über ein Punktesystem belohnt. Und wenn man die Subventionen schon reformiert, kann man die damit verbundene Schreibtischarbeit auch gleich vereinfachen.