Tragödie in Wilhelmshaven  Razzia nach falschem Spendenaufruf für Brandopfer

| | 08.07.2025 06:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Eine ausgebrannte Geschäftsfläche mit den darüberliegenden Wohnungen in der Innenstadt von Wilhelmshaven. Ein Kind starb bei dem Brand. Foto: Sina Schuldt/dpa
Eine ausgebrannte Geschäftsfläche mit den darüberliegenden Wohnungen in der Innenstadt von Wilhelmshaven. Ein Kind starb bei dem Brand. Foto: Sina Schuldt/dpa
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Vor zwei Wochen brannte in Wilhelmshaven ein Haus, ein Kind starb. Es gibt mehrere Spendenaktionen. In einem Fall aber wollte sich offenbar jemand am Unglück bereichern. Es gibt Verdächtige.

Wilhelmshaven - Der verheerende Brand in der Wilhelmshavener Marktstraße ist gerade mal zwei Wochen her, da scheint den Ermittlern schon ein zweiter Fang gelungen zu sein. „Die Ermittlungen richten sich gegen zwei Beschuldigte als Initiatoren des Spendenaufrufs“, teilt die Staatsanwaltschaft Oldenburg auf Nachfrage mit. Es gehe um Betrugsverdacht. Eine Wohnung in Wilhelmshaven sei deswegen schon durchsucht worden.

In diesem Fall geht es um einen Aufruf, der im Zusammenhang mit dem Brand auf der Crowdfunding-Plattform „gofundme“ gestartet wurde und um Spenden für eine Beerdigung warb. Bei dem Brand am 23. Juni 2025 war ein vierjähriger Junge gestorben. Eine Bekannte der betroffenen Familie meldete diesen Spendenaufruf bei der Polizei, da die Familie die Initiatoren überhaupt nicht kenne. Die Polizei ließ die Aktion bei „gofundme“ daraufhin stoppen. Es gibt noch eine Reihe anderer Spendenaufrufe für Bewohner aus dem Brandhaus.

Noch ein Verdächtiger

Nach dem Feuer stellte sich schnell heraus, dass es sich um Brandstiftung handelte. Sperrmüll und Unrat vor dem Haus waren laut Polizei in der Nacht entzündet worden. Der Rauch zog demnach über das Treppenhaus in die darüber liegenden Wohnungen. Einige Bewohner konnten sich selbst befreien, andere mussten gerettet werden. Vier Kinder – Geschwister im Alter von vier bis neun Jahren – wurden schließlich von den Rettungskräften bewusstlos im Dachgeschoss gefunden. Eines starb kurz darauf.

Die Polizei hatte zwei Tage nach dem Feuer einen Mann aus Wilhelmshaven ermittelt, der möglicherweise für die Brandstiftung verantwortlich ist. Polizei und Staatsanwaltschaft sprechen von einem Anfangsverdacht. Die Polizei Wilhelmshaven bittet aber weiter um Hinweise zu den Geschehnissen in der Brandnacht.

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