Anzeige erstattet  Gift gefressen? Hund Bruno stirbt nach Spaziergang in Leer

| | 08.07.2025 15:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Holger Schnürchs Hund Bruno ist gestorben. Foto: privat
Holger Schnürchs Hund Bruno ist gestorben. Foto: privat
Artikel teilen:

Nach einem Spaziergang ging es der Französischen Bulldogge Bruno immer schlechter. Herrchen Holger Schnürch geht davon aus, dass sein Hund bei einem Spaziergang in Heisfelde vergiftet wurde.

Leer - Ein großes Bild von Bruno, einer Französischen Bulldogge, und seinem Herrchen Holger Schnürch hängt im Wohnzimmer des Hauses in Heisfelde. „Er war mein Seelenhund“, sagt der Leeraner. Bruno sei ihm überall hin gefolgt, auch beim Fußball gucken in der Kneipe sei er dabei gewesen. Doch in der Nacht zu Montag, 30. Juni 2025, ist Bruno gestorben. Die Symptome deuten darauf hin, dass der erst anderthalb Jahre alte Hund vergiftet wurde.

„Er muss am Mittwoch oder Donnerstag beim Gassigehen etwas zu sich genommen haben“, vermutet Schnürch. Er sei mit Bruno an der Leine den Wanderweg hinter dem Wohngebiet – zwischen Knollweg und Heisfelder Straße – entlanggegangen. Dort gebe es viele Büsche, in denen Bruno geschnüffelt habe. Später sei es seinem Hund schlechter gegangen. „Es fing an mit Durchfall“, sagt Schnürch. Seine Frau und er hätten dem Hund erst einmal Hühnchen mit Reis gegeben, damit sich der Magen beruhige.

Untersuchung beim tierärztlichen Notdienst

Doch am Samstag, 28. Juni, sei dann noch Erbrechen hinzugekommen. „Wir sind dann zum tierärztlichen Notdienst gefahren“, erzählt der Leeraner. Zu diesem Zeitpunkt hätten weder er noch seine Frau noch die Tierärztin daran gedacht, dass es Gift sein könnte. „Er hat bis dahin auch ganz normal gefressen.“ Bruno sei untersucht worden. „Es wurde Fieber gemessen und der Magen abgetastet“, sagt Schnürch. Zunächst hätte man die Vermutung gehabt, dass er ein Spielzeug verschluckt hatte. Doch der Magen sei leer gewesen.

Bruno ist anderthalb Jahre alt geworden. Foto: privat
Bruno ist anderthalb Jahre alt geworden. Foto: privat

Nach zwei Spritzen durch die Tierärztin habe er sich wieder aufgepäppelt. „Am Samstagabend haben wir gedacht, dass es ihm jetzt besser geht“, sagt der Leeraner. Dennoch wollte er Montagfrüh nochmal zu seiner regulären Tierarztpraxis fahren. Doch so weit kam es nicht mehr. Am Sonntag habe sich Bruno schon im Wald auf dem Grundstück verkrochen. Der Durchfall wurde abends blutig. „Nachts ist er dann verstorben“, sagt Schnürch.

„Ich vermute, dass es Rattengift war“

„Bruno war eigentlich kerngesund“, betont der Leeraner. Das hätte ihm auch die Tierärztin in seiner Praxis bestätigt. Die Symptome, die er ihr schilderte, hätten auf eine Vergiftung hingedeutet. „Ich vermute, dass es Rattengift war“, sagt Schnürch, „beweisen kann ich es aber nicht.“

Bruno sei ein herzensguter Hund gewesen. „Er hat keinem etwas getan“, betont der Leeraner. Er geht auch nicht davon aus, dass sein Hund das Ziel des Giftes gewesen sei. „Es geht wohl allgemein gegen Hunde“, sagt Schnürch. Nachbarn hätten ihm erzählt, dass vor anderthalb bis zwei Jahren schon einmal Gift bei einem Spielplatz in seiner Siedlung verteilt worden sei.

Keine weiteren Anzeigen wegen Giftköder

Schnürch möchte andere Hundebesitzer warnen, damit sie beim Spazierengehen vorsichtig sind. Außerdem hat er Anzeige bei der Polizei erstattet. Das bestätigt Sprecherin Vanessa Lepper. Weitere Anzeigen wegen möglicher Giftköder habe es zuletzt in Leer aber nicht gegeben.

Der zweite Hund von Holger Schnürch und seiner Frau habe schnell bemerkt, dass es Bruno nicht gut gehe. Smilla ist eine acht Jahre alte Chihuahua-Jack-Russell-Hündin. „Sie ist, nachdem Bruno gestorben war, durchs Haus gelaufen und hat ihn gesucht“, sagt Schnürch. „So wie der Hund gelitten hat, das tut schon weh“.

Ähnliche Artikel