Berlin Rentensystem: Wie soll der „Boomer-Soli“ funktionieren?
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat den sogenannten „Boomer-Soli“ zur Stabilisierung des deutschen Rentensystems ins Gespräch gebracht. An der Idee gibt es Kritik. Doch was ist der „Boomer-Soli“ eigentlich genau?
Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kommt zu dem Ergebnis, dass ein sogenannter „Boomer-Soli“ ein wichtiger Baustein zur Stabilisierung des Rentensystems in Deutschland sein könnte.
Mit „Boomer-Soli“ ist eine Solidaritäts-Sonderabgabe auf sämtliche Alterseinkünfte gemeint. Die Abgabe würde gezielt Personen mit hohen Alterseinkünften moderat zur Kasse bitten, um einkommensschwache Rentner zu unterstützen und damit das Risiko für Altersarmut zu reduzieren, so die Idee des DIW.
Das Besondere an dem Konzept ist, dass die Umverteilung ausschließlich innerhalb der älteren Generation passieren würde. Jüngere blieben also weitgehend verschont.
Der „Boomer-Soli“ soll zehn Prozent auf alle Alterseinkünfte betragen – nach Abzug eines Freibetrags von monatlich rund 1000 Euro. Ihm zugrunde gelegt wird nicht nur die gesetzliche Rente, sondern auch
Es geht dabei nur um die Renditen privater Altersvorsorge, Vermögen sollten nicht zusätzlich besteuert werden, stellte DIW-Präsident Marcel Fratzscher im Deutschlandfunk klar.
„Der Boomer-Soli würde also auch der Tatsache Rechnung tragen, dass die gesetzliche Rente für viele wohlhabende Haushalte oft nur eine geringere Rolle spielt und sonstige Alterseinkünfte wie Betriebsrenten oder auch Vermögenseinkommen einen deutlich größeren Anteil am Einkommen haben“, so das DIW.
Rund 20 Prozent der Rentnerhaushalte wären von der Abgabe betroffen. Deren verfügbares Einkommen würde um etwa drei bis vier Prozent sinken. Gleichzeitig würden die 20 Prozent der Rentner mit den geringsten Renten profitieren: Ihre Renten stiegen aufgrund von Zuschüssen um zehn bis elf Prozent, rechnet das DIW vor.