Osnabrück  Gyros, Götter, Geisterjäger - die „Rembetis“ müssen eben mal die Welt retten

Frank Jürgens
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Von Frank Jürgens
| 25.07.2025 16:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
„Rembetis – Die Geisterjäger“: Hekate (Sofia Koliofotos, l.), Hektor (Samy Challah), Marcos (Pavlos Kourtidis), Paris (Jasin Challah), Alitheia (Fevronia). Ab Freitag, 25. Juli im ZDF Streaming. Foto: ZDF, Nina Poppe, Mikko Beste.
„Rembetis – Die Geisterjäger“: Hekate (Sofia Koliofotos, l.), Hektor (Samy Challah), Marcos (Pavlos Kourtidis), Paris (Jasin Challah), Alitheia (Fevronia). Ab Freitag, 25. Juli im ZDF Streaming. Foto: ZDF, Nina Poppe, Mikko Beste.
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In der neuen Comedyserie „Rembetis - Die Geisterjäger“ (ZDFneo) muss eine griechische Familie in der deutschen Provinz das Höllentor zum Hades schließen.

Der abgehalfterte Schlagerstar Paris Rembetis (Jasin Challah, „Andere Eltern“) steckt in einer ausgemachten Schaffenskrise. Einst gelang ihm mit seiner ersten Single ein gigantischer Erfolg. Aber seitdem knirscht es im kreativen Gebälk. Was auch immer er versucht, ihm will einfach nichts Neues gelingen.

Während er auf Drängen seiner Managerin trotzdem versucht, endlich seine zweite Single aufzunehmen, ereilt ihn im Tonstudio eine befremdliche Vision. Sein Therapeut empfiehlt ihm daraufhin eine Auszeit. Die kommt schneller als gedacht, als ihn die Nachricht vom Tode seines Vaters Marcos (Pavlos Kourtidis) ereilt. Widerwillig und gerade noch rechtzeitig erreicht Paris sein Heimatkaff Gosse, wo seine griechischen Eltern einst eine Gyros-Bude eröffnet haben.

Immerhin trifft er dort nach langer Zeit seinen Bruder Hektor (Jasins Bruder Samy Challah), seine Zwillingsschwester Alitheia (die griechische Sängerin Fevronia) und deren Tochter Hekate (Sofia Koliofotos) wieder. Aber die Freude ist nur von kurzer Dauer. Paris muss erfahren, dass er nur in seinen verhassten Heimatort gelockt wurde, um dem verrückten „Geisterjägerfimmel“ seines Vaters nachzugehen. Der Herr Papa ist quicklebendig und verlangt unmögliches von seinem Sohn.

Paris soll nach alter Familientradition als Geisterjäger eben mal die Welt retten. Schließlich solle sich ausgerechnet in der deutschen Provinz der Hades öffnen. Die Apokalypse droht, allerdings kann Paris nicht ansatzweise an diesen Humbug glauben. Doch ehe er es sich versieht, lässt er sämtliche Geister frei, die seine Vorfahren mühsam eingefangen haben. Während in Gosse die Geister los sind, besinnt sich Paris dann doch auf seine Familienwurzeln. Kann er als Erstgeborener mit Hilfe seiner goldenen Bouzouki die Apokalypse verhindern? Die Zeichen stehen auf Sturm.

In der von Regisseurin Sophie Averkamp unbeschwert inszenierten achtteiligen Serie „Rembetis – Die Geisterjäger“ mischt sich griechische Mythologie mit der Musikrichtung Rembetiko und trashigen Spukgeschichten. Im Wesentlichen geht es aber um Familie. Hauptdarsteller, Headautor und Serienerfinder Jasin Challah lässt in seine Geisterjägergeschichte zahlreiche autobiografische Elemente einfließen. Sowieso ist die ganze Serie auch ein Familienprojekt. Jasins Vater und sein Bruder spielen in der Serie seinen Vater und seinen Bruder. Und seine Schwester gibt hier ihr Debüt als Schauspielerin.

Aber hinter dem trashigen Schabernack um Geister und deren Jäger steckt ein ernster Ansatz. Es geht schließlich auch um sehr reale Familienbiografien von Einwanderern. „Deutschland wollte damals vor allem Arbeitskräfte; erst später begriff man, dass diese Menschen auch Kultur, Geschichten, Humor und Philosophien mitbrachten“, betont Challah in einem ZDF-Presseinterview. Daraus, wie sich in diesem Spannungsfeld Kulturen „begegnen, sich abstoßen, aneinander wachsen – und wie man sich als Kind dazwischen seinen eigenen Weg sucht“, und aus seinem Faible für Spukgeschichten hat sich dann die Idee zu dieser Serie geformt.

Das Ergebnis ist ein eigenwilliger, kurzweiliger, mitunter verschroben wirkender Mix aus Tradition und Moderne, in dem insbesondere Götter, Geister und Dämonen der griechischen Mythologie eine tragende Rolle spielen. Neben Darstellern wie Michael Kessler und Johanna Gastdorf dominiert eine griechische Besetzung die Serie. Für Challah ist dabei „Authentizität […] ein wichtiger Aspekt“. Er hofft, dass sich „die griechische Community in Deutschland, besonders die, die hier aufgewachsen sind, […] sich in vielen Momenten wiedererkennen“ werde.

„Rembetis – Die Geisterjäger“. Alle acht Folgen im ZDF Streaming ab Freitag, 25. Juli. ZDFneo zeigt dienstags ab 29. Juli um 21.50 Uhr jeweils zwei Folgen.

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