Wohnen in Ostfriesland  Vier Zimmer, Küche, Werder-Zimmer – das Emder Fußballhaus

| | 25.07.2025 19:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Tina Koenen und Eike Höcker sind große Fußballfans. Deshalb haben sie in ihrem Neubau ein Fußball-Zimmer samt Tribüne eingerichtet. Foto: Jens Doden/Emden
Tina Koenen und Eike Höcker sind große Fußballfans. Deshalb haben sie in ihrem Neubau ein Fußball-Zimmer samt Tribüne eingerichtet. Foto: Jens Doden/Emden
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Tina Koenen und Eike Höcker haben sich in Emden ihr klimafreundliches Traumhaus gebaut. Eine der Besonderheiten: ein Fußballzimmer samt Tribüne mit Originalsitzen aus dem Weserstadion in Bremen.

Emden - Das Haus von Tina Koenen und Eike Höcker liegt recht unscheinbar in zweiter Reihe und ist von schönen, alten Bäumen umgeben. Das Ehepaar hat sich im Emder Herrentorviertel seinen Wohntraum verwirklicht und ein Eigenheim geschaffen, das nicht nur die Herzen von Architekten und Bauprofis höherschlagen lässt. Auf dem Flachdach weht eine grün-weiße Fahne. Hier wohnen Fans des SV Werder Bremen.

Das Haus von Tina Koenen und Eike Höcker liegt geschützt in zweiter Reihe. Im Garten werkeln die Männer gerade an einer Sauna und einem Whirlpool. Foto: Jens Doden/Emden
Das Haus von Tina Koenen und Eike Höcker liegt geschützt in zweiter Reihe. Im Garten werkeln die Männer gerade an einer Sauna und einem Whirlpool. Foto: Jens Doden/Emden

Tina Koenen öffnet die Tür und führt in den offenen Wohnbereich mit Küche und Esstisch. Hier trifft helles und natürliches Holz auf Betonboden und kräftige, dunkle Farben. Durch die großen Fenster fällt warmes, natürliches Licht in den Raum. Obwohl das Grundstück mitten in der Stadt liegt, schaut man ins Grüne.

Auch im Erdgeschoss gibt es viele Hinweise auf die Fußball-Liebe des Paares. Foto: Jens Doden/Emden
Auch im Erdgeschoss gibt es viele Hinweise auf die Fußball-Liebe des Paares. Foto: Jens Doden/Emden

Offener Wohn- und Essbereich

Der Wohnbereich ist durch ein offenes Regal von der Küche getrennt. Darin steht neben Teetassen, Kochbüchern, Gläsern und einem Strauß frischer Schnittblumen ein großes Lego-Modell der „Titanic“. Im großen Regal gegenüber stehen unzählige Bücher. Am Esstisch kann man entweder auf einer gemütlichen Bank oder auf einem grünen beziehungsweise weißen Stuhl Platz nehmen. Auf den zweiten Blick erkennt man: Es sind alte Stadionsitze mit Holzbeinen. Obwohl die Bauingenieurin und der Lehrer erst im Dezember 2024 eingezogen sind, ist es sehr gemütlich und wohnlich.

Der Sitzbereich mit Stadion-Stühlen in der offenen Wohnküche. Foto: Jens Doden/Emden
Der Sitzbereich mit Stadion-Stühlen in der offenen Wohnküche. Foto: Jens Doden/Emden
Im ganzen Haus finden sich Werder-Fanprodukte. Foto: Jens Doden/Emden
Im ganzen Haus finden sich Werder-Fanprodukte. Foto: Jens Doden/Emden

Überall finden sich Hinweise darauf, dass hier Fußball-Fans wohnen. Da wäre der „100 % Werder“-Magnet an der Magnet-Leiste oder eine leere Sektflasche mit Werder-W, die zwischen Nutella, Honig und Marmelade ihren Platz gefunden hat. Der Boden im Gäste-WC besteht aus alten Kronkorken, die mit Epoxid-Harz aufgegossen wurden. Eigentlich sollten auch die Kronkorken das Werder-Logo darstellen, aber das ließ sich dann doch nicht umsetzen. Schlaf- und Gästezimmer sowie das Badezimmer im Erdgeschoss sind klein, aber fein und genauso geschmackvoll eingerichtet wie der Wohnbereich.

Der Boden im Gäste-WC besteht aus Hunderten Kronkorken. Foto: Jens Doden/Emden
Der Boden im Gäste-WC besteht aus Hunderten Kronkorken. Foto: Jens Doden/Emden
Der Boden im Gäste-WC ist ein echter Hingucker. Hunderte Kronkorken hat das Paar hierfür gesammelt. Foto: Jens Doden/Emden
Der Boden im Gäste-WC ist ein echter Hingucker. Hunderte Kronkorken hat das Paar hierfür gesammelt. Foto: Jens Doden/Emden

Lieblingsraum: Fußballzimmer im Obergeschoss

„Wir haben das Haus so konzipiert, dass wir auch nur unten leben könnten“, sagt Tina Koenen. Die 51-Jährige arbeitet bei einer Firma in Pewsum, die sich auf Häuser in Holzrahmenbauweise spezialisiert hat. Somit brachte sie viele Ideen und auch das nötige Know-how für das Bauprojekt mit. Das Obergeschoss lässt sich, wenn nötig, zu einer separaten Wohnung ausbauen. Alle Anschlüsse sowie ein weiteres Badezimmer sind bereits vorhanden.

Tina Koenen und Eike Höcker fühlen sich mit Emden sehr verbunden. Im offenen Treppenhaus hängen deshalb historische Aufnahmen ihrer Heimat. Foto: Jens Doden/Emden
Tina Koenen und Eike Höcker fühlen sich mit Emden sehr verbunden. Im offenen Treppenhaus hängen deshalb historische Aufnahmen ihrer Heimat. Foto: Jens Doden/Emden
Tina Koenen ist Bauingenieurin und arbeitet bei einer Firma für Häuser in Holzrahmenbauweise. Foto: Jens Doden/Emden
Tina Koenen ist Bauingenieurin und arbeitet bei einer Firma für Häuser in Holzrahmenbauweise. Foto: Jens Doden/Emden

Aktuell befindet sich dort, wo im Obergeschoss später ein Schlafzimmer sein könnte, neben einem Arbeitszimmer aber ihr Lieblingsraum: das Fußballzimmer. Hier hat sich das Ehepaar eine kleine Tribüne mit Originalsitzen aus dem Weserstadion in Bremen und dem Ruhrstadion in Bochum gebaut. „Wir haben Dauerkarten für Bremen und Kickers“, sagt Tina Koenen. „Und Eike hat außerdem eine Dauerkarte für den VfL Bochum.“ Das erklärt die blauen Sitze. Im ganzen Raum finden sich viele Fanartikel, etwa Poster, Fotos, Werder-Gartenzwerge, Lampen, die so aussehen wie die echten Flutlichter aus Bremen und Bochum, Schals, Menükarten aus dem Werder-VIP-Bereich und jede Menge Sticker.

Als Werder-Fans heben Tina Koenen und Eike Höcker fast alles auf, was mit ihrer Leidenschaft zu tun hat. Foto: Jens Doden/Emden
Als Werder-Fans heben Tina Koenen und Eike Höcker fast alles auf, was mit ihrer Leidenschaft zu tun hat. Foto: Jens Doden/Emden
Detailverliebt: Im Fußballzimmer finden sich allerlei Werder-Artikel. Foto: Jens Doden/Emden
Detailverliebt: Im Fußballzimmer finden sich allerlei Werder-Artikel. Foto: Jens Doden/Emden

Nach dem Spiel gibt‘s Bier auf der Dachterrasse

Bis zu neun Personen können auf der Tribüne Platz nehmen. „Wir hatten erst überlegt, ob uns ein Sofa reicht, aber da können nicht so viele Leute drauf sitzen“, sagt Tina Koenen. Die Sitzschalen konnten sie als Dauerkarten-Inhaber kaufen, als das Stadion umgestaltet worden war. Gemeinsam mit einem Tischler haben sie die Tribüne dann nach ihren Vorstellungen gestaltet und so gleichzeitig auch Stauraum geschaffen.

Auf der Tribüne im Obergeschoss können bis zu neun Menschen Platz nehmen. Foto: Jens Doden/Emden
Auf der Tribüne im Obergeschoss können bis zu neun Menschen Platz nehmen. Foto: Jens Doden/Emden

Über eine Flügeltür kann man aus dem Fußballzimmer auf die große Dachterrasse gehen, auf der man nach dem Spiel dann gemütlich ein Bier trinken oder grillen kann. Auch im Badezimmer nebenan fühlen sich Fußball-Fans wohl: An der Wand hängen alte Fußball-Poster, und im Pissoir können Männer beim Pinkeln auf ein Tor zielen.

Das Badezimmer neben dem Fußball-Zimmer im Obergeschoss: Wer hier pinkelt, kann Tore schießen. Foto: Jens Doden/Emden
Das Badezimmer neben dem Fußball-Zimmer im Obergeschoss: Wer hier pinkelt, kann Tore schießen. Foto: Jens Doden/Emden
Auf der großzügigen Dachterrasse kann nach dem Fußballschauen entspannt werden. Foto: Jens Doden/Emden
Auf der großzügigen Dachterrasse kann nach dem Fußballschauen entspannt werden. Foto: Jens Doden/Emden

Im Fußballstadion ineinander verliebt

Ihre Liebe zum Fußball begleitet die beiden schon ewig. „Ich war schon immer Werder-Fan“, sagt Tina Koenen. Ähnlich gehe es ihrem Mann Eike Höcker. Die 51-Jährige und der 38-Jährige sind seit neun Jahren ein Paar. Kennengelernt hatten sie sich über eine gemeinsame Freundin, mit der Tina Koenen joggen ging. „Sie fragte dann, ob Eike auch mal mitkommen darf.“ Das durfte er. Wenig später hatte Tina Koenen dann ein VIP-Ticket für ein Werder-Spiel übrig und fragte ihn, ob er nicht mitkommen wolle. Das wollte er und die beiden verliebten sich ineinander. Werder gewann an diesem Tag 1:0.

Tina Koenen und Eike Höcker sind seit neun Jahren ein Paar. Die beiden teilen die Liebe zum Fußball. Foto: Jens Doden/Emden
Tina Koenen und Eike Höcker sind seit neun Jahren ein Paar. Die beiden teilen die Liebe zum Fußball. Foto: Jens Doden/Emden

Neben dem Fußballzimmer war es den beiden besonders wichtig, ihr Haus so klimafreundlich wie möglich zu bauen und dabei möglichst nachhaltige Materialien zu verwenden. Das Haus wurde in Holzrahmenbauweise gebaut, sodass der Rohbau im Mai 2024 innerhalb nur einer Woche stand. An der Fassade wurden Steine von 1780 verbaut, wodurch fünf Tonnen CO2 eingespart werden konnten. Die Fassade im Obergeschoss wurde mit Holz eingekleidet, das in einem besonderen Verfahren aufbereitet und so besonders langlebig sein soll. Des Weiteren wurden eine Photovoltaik-Anlage, eine Wärmepumpe sowie eine Regenwasserzisterne für die Gartenbewässerung verbaut.

Ein Teil der großen Dachterrasse wurde mit Sukkulenten begrünt. Foto: Jens Doden/Emden
Ein Teil der großen Dachterrasse wurde mit Sukkulenten begrünt. Foto: Jens Doden/Emden
Wärmepumpe, Photovoltaik und Wasserzisterne: Beim Bau ihres Eigenheims haben Tina Koenen und Eike Höcker großen Wert auf Klimafreundlichkeit gelegt. Foto: Jens Doden/Emden
Wärmepumpe, Photovoltaik und Wasserzisterne: Beim Bau ihres Eigenheims haben Tina Koenen und Eike Höcker großen Wert auf Klimafreundlichkeit gelegt. Foto: Jens Doden/Emden

Bei dem Bauprozess haben sich Tina Koenen und Eike Höcker von einem Kamerateam des NDR begleiten lassen. „Das Fußballhaus“ aus der Reihe „Traumhäuser im Norden“ wird am Montag, 28. Juli 2025, um 21 Uhr ausgestrahlt. Wiederholungen laufen am Mittwoch, 30. Juli 2025, von 6.45 bis 7.30 Uhr sowie am Donnerstag, 31. Juli 2025, von 0.45 bis 1.30 Uhr.