Hamburg  „Im Zweifel ein Gesundheitsrisiko“: Sozialverband schlägt Alarm wegen Apothekensterbens

Sören Becker
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Von Sören Becker
| 29.07.2025 01:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Zahl der Apotheken schrumpft immer weiter. Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich
Die Zahl der Apotheken schrumpft immer weiter. Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich
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Das Apothekensterben geht auch 2025 weiter. Das ist gerade im ländlichen Raum ein Problem. Der Sozialverband Deutschland schlägt Alarm.

Angesichts der weiter sinkenden Zahl von Apotheken in Deutschland hat die Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Michaela Engelmeier, vor gravierenden Folgen für die Gesundheitsversorgung gewarnt. „Wenn Apotheken schließen, bedeutet das für viele Menschen: längere Wege, weniger Beratung und im Zweifel auch ein Gesundheitsrisiko“, sagte Engelmeier unserer Redaktion.

Besonders für ältere, chronisch kranke und mobilitätseingeschränkte Menschen sei eine wohnortnahe Versorgung unverzichtbar. „Dieser Negativentwicklung müssen alle Akteure eng abgestimmt im Sinne der Betroffenen entgegensteuern“, forderte sie.

Nach aktuellen Zahlen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) schrumpft das Apothekennetz weiter: Zum Stichtag 30. Juni 2025 gab es bundesweit noch 16.803 Apotheken – 238 weniger als zum Jahreswechsel. Im ersten Halbjahr standen 271 Schließungen nur 33 Neueröffnungen gegenüber. Zwar habe sich der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr leicht verlangsamt, doch die Tendenz zeige laut ABDA weiterhin klar nach unten.

ABDA-Präsident Thomas Preis warnte via Deutsche Presse-Agentur: „Die Wege zur nächsten Apotheke werden für viele Menschen immer weiter.“ Zwar könnten Botendienste einige Lücken auffangen, doch für die Zukunft brauche es „starke Apotheken“ vor Ort. Besonders in einer zunehmend digitalisierten Versorgungslandschaft seien Apotheken oft der erste und einzige persönliche Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten.

Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist seit Jahren rückläufig – zuletzt war sie so niedrig wie seit den 1970er-Jahren nicht mehr. Gründe sind unter anderem Fachkräftemangel, wirtschaftlicher Druck, Bürokratie und Schwierigkeiten bei der Nachfolgesuche. Union und SPD haben im Koalitionsvertrag Stabilisierungsmaßnahmen zugesagt, darunter auch bessere Vergütung. Verbände wie der SoVD und die ABDA fordern nun rasches politisches Handeln.

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