Osnabrück Warum es mittlerweile absurd ist, kein alkoholfreies Bier zu trinken
Der Bierdurst in Deutschland lässt nach – zumindest, wenn es um die alkoholhaltige Variante geht. Während klassische Sorten an Beliebtheit verlieren, schießt der Absatz von alkoholfreiem Bier nach oben. Und das völlig zu Recht.
Sommer in Deutschland: Die Biergärten sind voll, die Sonne knallt, und immer häufiger steht alkoholfreies Bier auf dem Tisch. Klingt nach Verzicht? Im Gegenteil. Es ist mittlerweile absurd, keins zu trinken.
Denn während sich einige noch mit Hüftgold, Katerstimmung und Erinnerungslücken durch laue Abende schleppen, haben andere längst verstanden: Es geht auch ohne. Alkoholfreies Bier schmeckt inzwischen nicht mehr wie gestern abgestanden, es bringt weder Filmriss noch Fettröllchen, denn es hat fast halb so viele Kalorien wie die alkoholische Version.
Und das darf ruhig gefeiert werden. Denn wenn Millionen Menschen auf Promille verzichten, freut sich nicht nur die Leber. Auch das Gesundheitssystem atmet auf: weniger Blaulicht, weniger Schlägereien, weniger Langzeitfolgen.
Und überhaupt: Wer glaubt, alkoholfreies Bier sei nur die brave Ausrede für Autofahrer, hat wohl noch nie einen Blick auf die Zuckertabelle geworfen. Denn selbst im Vergleich zu Softdrinks schneidet das Malzgebräu überraschend gut ab: Zwischen Cola, Fanta und Apfelschorle ist das Malzgebräu ein regelrechter Diät-Drink. Während sich Limonaden sirupartig in die Hüften schrauben, bleibt das alkoholfreie Bier angenehm zurückhaltend.
Klar, Alkohol hat auch Vorteile: Man lacht schneller, tanzt mutiger und bestellt irgendwann Tequila für alle. Aber dann wacht man am nächsten Tag auf, fühlt sich, als wolle man gar nicht erst starten. Und fragt sich: War’s das wert?
Alkoholfreies Bier ist längst kein Notnagel mehr. Moderne Brauverfahren sorgen dafür, dass alkoholfreie Sorten nicht mehr nach „weniger“ schmecken. Über 800 Sorten gibt es mittlerweile. Und wer glaubt, das sei bloß ein kurzweiliger Trend, der sollte mal einen Blick in die Absatzstatistik werfen: Während normales Bier im langsamen Sinkflug ist, geht’s für die alkoholfreien Varianten bergauf.
Kurz: Die Deutschen trinken weniger Alkohol – und die Welt dreht sich trotzdem weiter. Nur mit etwas weniger taumeln.