Außenhafen Emden Jetzt beginnt der Bau des neuen Großschiffsliegeplatzes
Seit Jahren wird ein neuer Großschiffsliegeplatz für Emden gefordert, damit der Hafen konkurrenzfähig bleibt. Jetzt kündigt N-Ports den ersten Rammschlag für diesen August an.
Emden - Weil Schiffe immer länger werden und einen größeren Tiefgang haben, wird schon seit Jahren ein neuer Großschiffsliegeplatz für Emden gefordert. Jetzt kündigt der landeseigene Hafenbetreiber Niedersachsen-Ports (N-Ports) den ersten symbolischen Rammschlag für den Liegeplatz am Montag, 11. August 2025, an. Zu dem Termin werden auch der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) und der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer (Grüne) erwartet.
Der Emder Hafen ist bei Kraftfahrzeugen von den Umschlagzahlen her der drittgrößte Hafen Europas nach Zeebrugge und Bremerhaven und vor Antwerpen. So soll es auch bleiben, wenn es nach dem Wunsch der Emder Wirtschaft und einer Mehrheit der Politik geht. „Die Maßnahme schafft dringend benötigte Liegeplatzkapazitäten für moderne Großschiffe und stärkt Emdens Rolle als leistungsfähiger Logistikstandort im internationalen Seeverkehr“, heißt es auch in der Presse-Einladung von N-Ports. Gleichzeitig berücksichtige der Neubau bereits zukünftige Anforderungen aus der Tidesteuerung der Ems und leiste damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Hafenentwicklung.
Rund 9400 Arbeitsplätze sind vom Emder Hafen abhängig
Der neue Großschiffsliegeplatz soll im Emder Außenhafen die knapp 340 Meter lange Lücke zwischen dem Emspier und dem Emskai schließen. Eine neue, etwa zwei Hektar große Terminalfläche und eine drei Hektar große sogenannte Liegewanne, also ein tieferer Bereich an dem Liegeplatz, sollen entstehen, hieß es bei einem Pressetermin schon im Sommer 2023. Damals war das zu der Zeit auf etwa 70 Millionen Euro geschätzte Projekt bei einer Klausurtagung in den Entwurf für den Haushalt 2024 aufgenommen worden. Minister Meyer sagte damals, er hoffe, dass der Bau 2024 losgehen könne. Das klappte aber nicht. Auch ein zuletzt geplanter Baustart im Juni war nicht zu halten.
Wenn es jetzt losgeht, soll der Großschiffsliegeplatz Ende 2027/Anfang 2028 fertig sein. Nach Fertigstellung soll künftig eine Abfertigung von Schiffen mit einem Tiefgang bis 10,70 Metern und einer Länge von bis zu 265 Metern möglich sein. Das sind Schiffe wie der Autotransporter „Siem Aristotle“, der öfter am Pier liegt. Er hat einen Tiefgang von 9,50 Metern und kann rund 4800 Fahrzeuge transportieren.
Nach der Fertigstellung sei es aufgrund der geplanten Tidesteuerung erforderlich, auch die Kaimauer am Emskai zu erneuern, damit tiefer gebaggert und der Tiefgangsverlust ausgeglichen werden könne, hieß es in einer Mitteilung von N-Ports im März 2025. Denn durch die Tidesteuerung würden die Liegeplätze im Emder Außenhafen bei Niedrigwasser etwa 40 Zentimeter Wassertiefe verlieren, wodurch die Schiffe, meist Autotransporter und Zelluloseschiffe, nicht mehr voll abgeladen werden könnten. Hinzu komme, dass die Transporter der schwereren E-Autos zusätzlich etwa 30 Zentimeter mehr Tiefgang hätten. Vom Emder Hafen sind indirekt und direkt rund 9400 Arbeitsplätze abhängig. Hinzu kommen rund 8000 Arbeitsplätze bei VW in Emden.