Bau von Großschiffsliegeplatz gestartet Kruithoff fordert mehr für den Hafen – Minister versprechen
Der neue Großschiffsliegeplatz in Emden wird ab jetzt gebaut. Emskai-Ertüchtigung, mehr Kajen, Rysumer Nacken: Tim Kruithoff fordert mehr, Ministerpräsident Olaf Lies macht viele Zusagen.
Emden - Ein guter Tag für den Emder Hafen: Nicht nur startete mit dem ersten symbolischen Rammschlag der Bau des schon lange geforderten neuen Großschiffsliegeplatzes im Außenhafen. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) und Umweltminister Christian Meyer (Grüne) machten auch Zusagen für viele weitere zukunftsweisende Maßnahmen für den Hafen und die Stadt. So hatte Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) bei seiner Ansprache in einem festlichen Zelt in der Nähe vom Emskai unter anderem gefordert, dass dieser endlich ertüchtigt werden müsste.
Von den jetzt vier Schiffs-Liegeplätzen würden durch die geplante Tidesteuerung bei Niedrigwasser außerdem nur noch zwei benutzbar sein. Wenn nun einer durch den Großschiffsliegeplatz wieder dazu komme, fehle immer noch ein Platz. „Die Kaje am Wybelsumer Polder müssen kommen“, sagte er. Auch müsse die Fahrrinne der Außenems endlich vertieft werden, wie schon seit mehr als 20 Jahren gefordert werde. Auch die Entwicklung des Rysumer Nackens müsse endlich angegangen werden. Der Hafen sei die Lebensader der Stadt. Der Wirtschaftsmotor dürfe nicht ins Stottern geraten, so Kruithoff. Die Stadt sei nur beim Masterplan Ems dabei, wenn der Hafen dadurch keine Nachteile habe, betonte er.
Was haben die Minister für den Emder Hafen zugesagt?
Olaf Lies sagte, es sei wichtig, dass man sich aufeinander verlassen könne – und: „Es ist sicher, dass es kommt“, sagte er mit Bezug auf die Entwicklung vom Wybelsumer und Larrelter Polder sowie vom Rysumer Nacken und der Ertüchtigung des Emskais. „Die Vertiefung der Fahrrinne der Außenems gehört auch dazu“, betonte er. E-Autos seien schwerer als Verbrenner, die Autofrachter würden in Zukunft auch dadurch mehr Tiefgang haben. Es gehe also nicht einmal darum, dass die Autofrachter selbst größer würden oder tiefer lägen.
Es sei ihr Ziel, den Emder Hafen weiter voranzubringen. Es brauche einen konsequenten Ausbau von Offshore, was ebenfalls stark über den Emder Hafen und die Stadt Emden abgewickelt wird. Und: Die Bahn müsse endlich bei der Klappbrücke beim Alten Binnenhafen, über die der Autotransport per Zug abläuft, handeln. Das Stellwerk müsse modernisiert und eine zweite Klappbrücke gebaut werden, betonte er.
Christian Meyer gab eine „klare Zusage“ zum Emskai. Der müsse „so schnell wie möglich“ ertüchtigt werden – gerne auch parallel zum Bau des Großschiffsliegeplatzes, sagte er halb im Scherz. Man wolle in neuer „Niedersachsen-Geschwindigkeit“ vorgehen. Der Landtag müsse noch über den neuen Haushalt beschließen, aber rund 90 Millionen Euro seien für alle Maßnahmen für den Masterplan Ems eingeplant. „Der Emskai ist darin explizit genannt“, sagte er. „Ich weiß nicht, was sich Emden noch wünschen könnte“, sagte er scherzhaft mit Blick auf die vielen Energie- und Wirtschaftsprojekte, die hier gefördert werden.
N-Ports: Zusage für Emskai ist „wichtige Botschaft“
Es sei eine „wichtige Botschaft“, dass der Emskai angegangen werde und es dafür jetzt eine „feste Zusage“ gebe, sagte Holger Banik als kaufmännisch-administrativer Geschäftsführer des landeseigenen Hafenbetreibers Niedersachsen-Ports (N-Ports). Dass jetzt der Bau des Großschiffsliegeplatz starte, sei insgesamt ein wichtiges Signal für den Hafen und die Stadt.
Er rechne mit einem wachsenden Umschlag. Der Hafen stoße bereits an seine Grenzen, sagte er. „Emden hat ein enormes Potenzial“, betonte er. Und die Forderungen der Hafenwirtschaft seien voll gerechtfertigt. „Der Hafen hat schon mehrfach bewiesen, dass er mit Strukturwandel umgehen kann“, so Banik. Emden werde als starker Wirtschaftsmotor für die Region und für Deutschland weiterentwickelt.
Der neue Großschiffsliegeplatz entsteht zwischen Emskai und Emspier mit einer Kajenlänge von etwa 337 Metern. Nach Fertigstellung soll künftig eine Abfertigung von Schiffen mit einem Tiefgang bis 10,70 Metern und einer Länge von bis zu 265 Metern möglich sein. Die Terminalfläche soll die Größe von mehr als drei Fußballfeldern haben. Die Fertigstellung ist für das vierte Quartal 2027 geplant. Die Kosten sollen 70 Millionen Euro nicht übersteigen, sagte Holger Banik zu.