Riesen-Flohmarkt in Simonswolde Durchfahrtsscheine, ein bewährtes Parkkonzept und viel Flatterband
Der Riesen-Flohmarkt in Simonswolde geht am letzten Augustwochenende in eine neue Runde. Die eingeführten Durchfahrtsscheine stießen in den sozialen Medien teilweise auf Kritik.
Ihlow - Mehrere Kilometer Flatterband, über 300 Verkehrsschilder und 20 extra Mitarbeiter: das Unternehmen Harms Flohmärkte ist derzeit mit den Vorbereitungen des Riesen-Flohmarkts in Simonswolde gut beschäftigt. Am Mittwoch stellten die Organisatoren Horst und Sascha Harms zusammen mit Sonja Ubben von der Dorf-AG Simonswolde, Ortsbürgermeister Hinrich Päben und Gemeindebürgermeister Arno Ulrichs bei einem Pressegespräch Details zu der Großveranstaltung vor.
Harms Flohmärkte übernimmt die Planung der Veranstaltung bereits seit 2018. Horst Harms ist seit einigen Jahren sogar selbst Simonswoldmer. Derzeit ist er täglich mehrmals im Ort unterwegs, um Standplätze für Verkäufer zuzuweisen. Die meisten Stamm-Verkäufer haben ihre Meter bereits vor Monaten mit Flatterband gekennzeichnet. Einige freie Lücken gibt es aber noch. Die Verkäufer kommen längst nicht mehr nur aus Ihlow – unter anderem reisen auch Berliner an. „Manche kommen extra wegen dem Flohmarkt zum Urlaub her“, so Sascha Harms.
Ärger über Kosten und neue Durchfahrtsscheine
Ein Verkaufsmeter kostet bis zu 25 Euro für zwei Tage. Auch Simonswoldmer, die auf der eigenen Auffahrt verkaufen, müssen 15 Euro zahlen. In den sozialen Medien zeigten sich einige Menschen darüber verärgert. „Das war schon immer so“, meinte Horst Harms auf Nachfrage. Schließlich investiert Harms Flohmärkte gut 18 000 Euro in die Organisation der Veranstaltung. Ubben von der Dorf-AG bekräftigte, dass diese Kosten gerechtfertigt sind. „Am Montagmorgen ist nichts mehr vom Flohmarkt zu sehen, da ist alles schon aufgeräumt“, so Ubben. Dabei kommt ordentlich Müll zusammen, den die Organisatoren beseitigen müssen. Ein Container mit zehn Kubikmetern reichte im letzten Jahr gerade so aus, berichtet Harms. Für dieses Jahr wurde deshalb ein 20-Kubikmeter-Container geordert. Harms habe außerdem überlegt, eine Müllgebühr einzuführen. Da diese aber dazu führen könnte, das noch mehr Müll stehen gelassen wird, weil man für die Entsorgung ja bezahlt habe, wurde die Idee wieder verworfen.
Auch die Durchfahrtsscheine, die in diesem Jahr für Anwohner ausgestellt werden, sorgten bei einigen Internet-Nutzern für Frust. Die Anwohner sind angehalten, während des Flohmarkts aus Sicherheitsgründen möglichst auf ihr Auto zu verzichten. Selbst der Gottesdienst wird für den Flohmarkt in Simonswolde auf Sonnabend, 17 Uhr, vorverlegt. Wer dennoch durch den Flohmarkt fahren muss, muss sich eine solche Bescheinigung beim Organisator besorgen und vorne ins Auto legen. Die Kontaktdaten seien vorab verteilt worden und hängen auch während der Veranstaltung aus. Ulrichs betonte am Mittwoch aber, dass entgegen der Kritik im Netz die Häuser in Notfällen stets angefahren oder verlassen werden können. Auch spontaner Besuch sei möglich. „Das wird durch die Scheine eher erleichtert“, meinte Ulrichs. Insgesamt freuen sich die meisten Anwohner aber auf den Flohmarkt, wie Ubben und Päben bestätigten.
Bisheriges Parkkonzept bleibt bestehen
Das bisherige Parkkonzept bleibt bestehen. Besucher können zum einen den Parkplatz an der Oldersumer Straße, zum anderen weitere Parkmöglichkeiten am Kampenweg in der Nähe der Firma Auto-Tec anfahren (Zufahrt über Oldersumer Straße und Weelinger Straße). Die Parkgebühr beträgt drei Euro. Insgesamt finden auf den Parkplätzen rund 5000 Autos Platz. Für Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis sowie Motorradfahrer gibt es eigene Parkplätze in unmittelbarer Umgebung der beiden Hauptparkplätze.
Ulrichs sei froh darüber, dass ein Sicherheitskonzept für die Veranstaltung noch nicht notwendig ist. Bisher habe es keine schwerwiegenden Vorfälle gegeben. Für Notfälle ist aber auch ein Sanitätsdienst vor Ort. Außerdem gibt es vier Imbiss-Wagen sowie fünf Bierwagen. Neu dabei ist beim kulinarischen Angebot neben Bratwurst, Pommes, gebratenen Nudeln, Crêpes sowie Eis dabei ein Anbieter mit Erbsensuppe. Auch vor der Gaststätte Germania, die zum Verkauf steht, steht ein Bierwagen. „Ohne den wäre man vielleicht etwas orientierungslos“, scherzte Ulrichs. Denn die Gaststätte ist besonders am Sonnabendabend ein wichtiger Treffpunkt auf dem Flohmarkt in Simonswolde.
Dosenwerfen statt Hubschrauber-Rundflug
Zum ersten Mal wird in diesem Jahr auch Dosenwerfen für Kinder angeboten. Zudem haben die Organisatoren versucht, sogenannte „Walking Acts“ – kostümierte Entertainer – für den Flohmarkt zu gewinnen, erhielten bisher aber leider keine Rückmeldung. Harms betont aber: „Es soll auch ein Flohmarkt bleiben.“ Eine Bühne oder Ähnliches werde es nicht geben. Auch Hubschrauber-Rundflüge werden in diesem Jahr nicht angeboten. Die Zahl der Neuware-Händler ist auf maximal sechs begrenzt.
Offizieller Startschuss für den Flohmarkt ist am Sonnabend, 30. August, um 14 Uhr. Dann wird die ganze Nacht über an den Ständen verkauft, bis die Veranstaltung nach über 24 Stunden spätestens bis 18 Uhr am Sonntag ihr Ende findet. Die Veranstalter rechnen mit etwa 25 000 Besuchern.