Hamburg  Kritik an Hijab-Angebot für Kinder auf Otto-Website: So reagiert das Versandhaus

Svana Kühn
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Von Svana Kühn
| 27.08.2025 13:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Otto ist nach Amazon der zweitgrößte Onlineshop in Deutschland. Foto: dpa/Marcus Brandt
Otto ist nach Amazon der zweitgrößte Onlineshop in Deutschland. Foto: dpa/Marcus Brandt
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Kinder-Hijabs auf der Website von Otto sorgen derzeit für Kritik. Politiker und User werfen dem Versandhaus Wertebruch vor. So reagiert Otto.

Das traditionsreiche deutsche Versandhaus Otto steht derzeit wegen mehrerer Produkte in der Kritik, die über den Online-Marktplatz des Unternehmens vertrieben worden sein sollen. Sowohl die „Bild“ als auch „t-online“ berichten von einem Gebetskleid, das sich demnach explizit an fünf- bis achtjährige Mädchen richtet. Laut „Bild“ sei zudem ein „Mädchen Hijab“ angeboten worden. Politiker und User werfen dem Versandhaus in den sozialen Medien Wertebruch vor.

FDP-Politiker Gerald Ullrich erklärte auf X: „Wir leben in einer freien und offenen Gesellschaft, in der Kinder nicht unter ein Kopftuch gezwängt werden.“

Auf Anfrage von „Bild“ und „t-online“ erklärte Otto: „Es stimmt, dass Marktplatzpartner entsprechende Artikel bei uns verkauft haben. Alle Marktplatzpartner, die bei uns verkaufen, unterliegen einem umfangreichen Kriterien- und Auflagenkatalog, der unter anderem den Verkauf verbotener Artikel klar ausschließt.“

Der Verkauf von Gebetskleidern und Hijabs für Kindern sei in Deutschland jedoch nicht verboten. Dennoch wolle man nun klären, „wie wir künftig mit religiösen Symbolen jedweder Art bei Produkten mit Bezug zu Kindern umgehen werden.“ Am Dienstagnachmittag wurde das Angebot von der Otto-Website gelöscht.

Otto bietet nicht nur eigene Produkte an, sondern stellt seine Webseite auch als Marktplatz für andere Händler zur Verfügung. Der Händler, der die betreffenden Kinder-Hijabs bei Otto inseriert hatte, vertreibt sie auch auf seiner eigenen Website. Das Unternehmen mit Sitz in Köln bewirbt den Hijab mit den Worten: „Ob für die Schule, den Ausflug oder besondere Anlässe, dieser Kinder-Hijab ist ein zuverlässiger und modischer Begleiter, den Ihr Kind lieben wird.“

Auch andere Online-Händler vertreiben religiöse Kleidungsstücke für Kinder in Deutschland. So sind auf Amazon sogar Kopftücher und Gebetskleidung für Kleinkinder zu finden.

Dass Mädchen bereits im Kleinkindalter Hijab tragen, ist im Islam jedoch eher unüblich. Eine festgelegte Altersgrenze gibt es nicht, häufig wird aber die Pubertät oder auch die erste Menstruation als Orientierung genannt.

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