Probleme in Westoverledingen  „Jetzt wird gerast“ – Anwohner kritisieren neue Vorfahrtsregelung

Carsten Ammermann
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Von Carsten Ammermann
| 13.09.2025 07:58 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Anwohner und ein Lohnunternehmer berichteten Florian Tautrich (hinten rechts), Fachbereichsleiter Bürger und Soziales bei der Gemeinde Westoverledingen, vor Ort an der Domänenstraße von den gefährlichen Situationen, die sie dort immer wieder erleben. Foto: Carsten Ammermann
Anwohner und ein Lohnunternehmer berichteten Florian Tautrich (hinten rechts), Fachbereichsleiter Bürger und Soziales bei der Gemeinde Westoverledingen, vor Ort an der Domänenstraße von den gefährlichen Situationen, die sie dort immer wieder erleben. Foto: Carsten Ammermann
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Anwohner der Domänenstraße in Völlenerkönigsfehn sind sauer. Die Rechts-vor-links-Regelung wurde aufgehoben, Autofahrer müssen an Querstraßen nicht mehr langsamer fahren. Das fordern Anwohner jetzt.

Völlenerkönigsfehn - Bei einem Vor-Ort-Termin auf dem Hof des Landwirts Bernhard Broers an der Domänenstraße in Völlenerkönigsfehn wird schnell deutlich: Auf der Straße, die auch als Verbindungsstraße zwischen den Gemeinden Westoverledingen und Rhauderfehn dient, sind sehr viele Autofahrer und auch Motorradfahrer unterwegs. Und noch etwas fällt auf - viele Fahrzeugführer fahren sehr schnell, auch an der unübersichtlichen Kurve im Bereich des Hofes von Landwirt Broers.

Vor einiger Zeit galt an der Domänenstraße noch die Rechts-vor-links-Regelung. Jetzt hat der Landkreis Leer Vorfahrtsschilder aufgestellt. Das Vorgehen kritisieren Anwohner. Sie sagen, jetzt wird noch mehr gerast. Foto: Carsten Ammermann
Vor einiger Zeit galt an der Domänenstraße noch die Rechts-vor-links-Regelung. Jetzt hat der Landkreis Leer Vorfahrtsschilder aufgestellt. Das Vorgehen kritisieren Anwohner. Sie sagen, jetzt wird noch mehr gerast. Foto: Carsten Ammermann

Mehrere Anwohner kritisierten die kürzlich geänderte Verkehrsführung an der Domänenstraße. Die hat der zuständige Landkreis Leer nach Rücksprache mit der Polizei vorgenommen. Nach Auffassung der Anwohner wird seit der Änderung auf der Straße noch mehr gerast. Grundsätzlich darf auf der Straße außerhalb der geschlossenen Ortschaft 100 Kilometer pro Stunde gefahren werden. Das war vor der kürzlich vorgenommenen Änderung durch den zuständigen Landkreis Leer auch schon so. Aber: Bislang galt auf der Domänenstraße die Rechts-vor-links-Regelung. „Diese Regelung hatte bislang aber dafür gesorgt, dass Autofahrer zumindest im Bereich der Seitenstraßen langsamer fahren mussten, um Vorfahrt gewähren zu können“, sagte Broers. Mit der neuen Vorfahrtsregelung müssen Fahrzeugführer nicht mehr abbremsen, sie haben jetzt Vorfahrt.

Es kommt immer wieder zu gefährlichen Situationen

Das sorgt nun aber für noch mehr gefährliche Situationen, unter anderem, wenn sie mit ihren Fahrzeugen - Autos und Trecker mit Anhängern - von den Einfahrten auf die Domänenstraße fahren wollen, sagen Anwohner. „Wegen der Kurve ist es im Umfeld unseres Hofes sehr problematisch, mit dem Trecker mit Anhänger auf die Domänenstraße zu fahren. Autofahrer, die mit 100 km/h unterwegs sind, rechnen nicht mit dem landwirtschaftlichen Gespann“, führte Broers aus. Von gefährlichen Situationen auf der Domänenstraße kann auch der Westoverledinger Lohnunternehmer Hermann Reiners berichten, der dort landwirtschaftliche Flächen bearbeitet. „Auf der Strecke sind viele Fahrzeuge unterwegs, es ergeben sich oft sehr gefährliche Situationen. Ich verstehe nicht, warum es keine Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 oder zumindest 70 Kilometer pro Stunde gibt“, sagte Reiners.

Anwohner und auch der Lohnunternehmer Reiners erläuterten bei einem Vor-Ort-Termin dem Völlener Ortsbürgermeister Jan-Uwe Kromminga und auch Florian Tautrich, Fachbereichsleiter Bürger und Soziales bei der Gemeinde Westoverledingen, die Situation. Alle sprechen sich für eine Reduzierung der Geschwindigkeit aus. „Es muss etwas passieren, bevor etwas passiert“, sagen sie. Tautrich forderte die Teilnehmer auf, dass sie die konkreten Beispiele und ihre Forderungen schriftlich einreichen. Diese Schreiben, so der Fachbereichsleiter, würde er dann an den zuständigen Landkreis Leer weiterreichen. Tautrich wies mit Blick auf die geforderte Geschwindkeitsreduzierung darauf hin, dass nicht die Gemeinde, sondern die Kreisbehörde für diese Regelung zuständig sei und sie ändern könnte.

Kreisbehörde wird nicht reagieren

Der Landkreis macht den Anwohnern aber wenig Hoffnung, dass die Geschwindigkeit auf der Domänenstraße reduziert wird. „Aus Sicht der Verkehrsbehörde besteht dazu derzeit keine Notwendigkeit“, teilte Philipp Koenen, Pressesprecher des Landkreises Leer, auf Anfrage mit. Der Landkreissprecher erläuterte auch, warum es zur Änderung der Rechts-vor-links-Regelung hin zu einer Vorfahrtsregelung gekommen ist. „Die Domänenstraße, eine Gemeindestraße, ist saniert worden. Durch die aufgebrachte Straßenmarkierung ist der Eindruck entstanden, es handele sich um eine Vorfahrtstraße. Dieser Eindruck hat an den Einmündungsbereichen zu gefährlichen Situationen geführt – und sogar, aufgrund von Missachtungen der Vorfahrt, zu Unfällen, die von der Polizei aufgenommen wurden. Nach einem Ortstermin mit Vertretern des Landkreises und der Polizei wurde entschieden, die Vorfahrtregelung zu ändern und dies entsprechend anzuordnen“, so Koenen.

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