Hamburg Colbert und Kimmel abgesetzt: Welche US-Late-Night-Moderatoren bleiben noch übrig?
Die USA haben mit der abgesetzten Sendung „Jimmy Kimmel Live!“ noch eine Talkshow weniger. Nach Stephen Colbert traf es jetzt auch den prominenten Moderator Jimmy Kimmel. Trump forderte nun einen weiteren Sender auf, zwei bekannte Moderatoren abzusetzen. Welche bekannten Late-Night-Moderatoren gibt es noch?
Das Attentat auf den ultrarechten Aktivisten Charlie Kirk hat in den USA die Debatte um die Meinungsfreiheit befeuert. Zu dem Anschlag auf Kirk hat sich auch der prominente Satiriker und Moderator Jimmy Kimmel in seiner Late-Night-Show geäußert.
Jetzt hat der Sender ABC die Show „Jimmy Kimmel Live“ vorerst auf unbestimmte Zeit abgesetzt. Zuvor hatte der Chef der Medienaufsichtsbehörde FCC, Brendan Carr, indirekt gedroht, dem Sender ABC die Lizenz zu entziehen.
Die Produktionsfirma ließ mitteilen: „Herr Kimmels Kommentare zum Tod von Herrn Kirk sind in einer kritischen Phase unseres nationalen politischen Diskurses beleidigend und unsensibel.“
Es ist nicht die erste Spätabend-Talkshow, die sich kritisch gegenüber Trump äußert und deren Absetzung in diesem Jahr verkündet wurde. Ein ähnliches Schicksal ereilte den ebenfalls prominenten Talkmaster Stephen Colbert im Juli 2025 beim Sender CBS. Der Sender nannte wirtschaftliche Aspekte als Gründe für die Entscheidung, das Talk-Format im Mai 2026 zu beenden. Die „Late Show“ hat 2025 den Emmy-Fernsehpreis in der Kategorie „Herausragende Talk-Serie“ gewonnen.
Die Entscheidung des Senders CBS stieß auf viel Kritik. Von Branchenkennern wurde vermutet, der Sender habe aus Rücksicht auf Trump gehandelt.
Zum angekündigten Ende der „Late Show“ mit Stephen Colbert schrieb US-Präsident Donald Trump im Juli auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social: „Ich liebe es total, dass Colbert gefeuert worden ist.“ Über den Moderator sagte er: „Sein Talent war noch kleiner als seine Einschaltquoten.“ Gleichzeitig nannte er Kimmel als nächsten auf der Liste. „Er hat noch weniger Talent als Colbert!“, schrieb Trump.
Für den US-Präsidenten waren das Ende der Jimmy-Kimmel-Show nun „großartige Neuigkeiten für Amerika“. Auf Truth Social gratulierte er dem Sender ABC dafür, dass er den „Mut hatte, zu tun, was getan werden musste.“
Diese Late-Night-Shows sind zukünftig übrig:
Trump forderte nun den Sender NBC auf, zwei weitere Moderatoren auf dieser Liste ebenfalls abzusetzen: Jimmy Fallon und Seth Meyers. Er bezeichnete sie als „totale Versager“ vom Sender „Fake News NBC“.
Die bekanntesten Moderatoren wie Colbert und Kimmel, aber auch Meyers, Jimmy Fallon und John Oliver üben in ihren Sendungen auf pointierte Art und Weise Kritik an der Politik des Republikaners. In ihren Talkshows wird dabei meist ein subjektiver und scharfer Ton angeschlagen.
Jimmy Kimmel (2. v.l.) bezeichnete sich und seine Talkmaster-Kollegen John Oliver (v.l.), Seth Meyers, Stephen Colbert und Jimmy Fallon (r.) in einem Instagram-Post als „Strike Force Five“, also quasi als Einsatzkommando:
Trump legt sich immer wieder mit Medien und ihren Vertretern an. Meist trifft es Berichterstattung, die nicht mit seiner politischen Linie übereinstimmt. Vor kurzem verklagte er die „New York Times“, die mitteilte, sich „von Einschüchterungstaktiken nicht abschrecken“ zu lassen. Außerdem ist in einem Video von Mittwoch zu sehen, wie der US-Präsident einem australischen Reporter vorwarf, „Australien zu schaden“. Dieser hatte ihn nach seiner Rolle in unternehmerischen Aktivitäten als amtierender Präsident gefragt.
Wie auch die angekündigte Absetzung von Colbert hat die Entscheidung zu Jimmy Kimmel heftige Reaktionen hervorgerufen. Mehrere Prominente kritisieren die Absetzung von Jimmy Kimmels Show.