Osnabrück Osnabrücker Quebecallee: Schlange stehen wegen gefördertem Wohnraum
Zahlreiche Interessierte haben die neuen geförderten Wohnungen an der Quebecallee in Osnabrück am Freitag besichtigt. Ein Eindruck von der Baustelle im Landwehrviertel – und von den potenziellen Mietern.
Junge Familien, Paare, Senioren mit Rollatoren – eine Schlange an Wartenden reiht sich vor den Neubauten an der Quebecallee 20/22 in Osnabrück am Freitagnachmittag auf. Sie alle wollen einen ersten Blick in die Wohnungen im Projekt „Quebec Living“ werfen, die bald bezugsfertig sein sollen. Wir haben mit den möglichen Mietern gesprochen und gefragt, warum die Wohnkomplexe im Landwehrviertel für sie attraktiv sind – und uns auf der Baustelle mit ihnen umgeschaut.
Zwischen 13.30 und 16 Uhr haben die Stadtwerke exemplarische Besichtigungen der geförderten Wohnungen angeboten – 47 Neubauwohnungen an der Quebecallee im Landwehrviertel sollen dort von der kommunalen Wohnungsgesellschaft „Wohnen in Osnabrück“ (Wio) vermietet werden, in acht Wohnungen fanden die Besichtigungen statt.
Die Besichtigungen richteten sich insbesondere an interessierte Mieter mit Wohnberechtigungsschein (WBS). Direkt vor Ort konnten sich die Interessenten von der Wohnraumförderstelle der Stadt Osnabrück beraten lassen.
Laut Schätzungen der Wio-Verantwortlichen haben rund 250 Menschen die Wohnungen am 19. September besichtigt – darunter auch die Familie Khalil aus Osnabrück. Haitham und Haifaa Alhaj Khalil haben sich eine barrierefreie Wohnung angesehen, denn ihre Tochter Rinad leidet an einer seltenen Stoffwechselkrankheit und ist auf einen Rollstuhl angewiesen.
Aktuell lebt die Familie in einer Zweizimmerwohnung in der Osnabrücker Johannisstraße in der dritten Etage – ohne Aufzug. Ein täglicher Kraftakt für die Eltern, erzählt Vater Haitham Khalil im Gespräch mit der Redaktion. Und auch Schimmelprobleme haben der Familie 2024 Probleme bereitet. Der Schimmel sei zwar behoben worden, trotzdem ist die Familie dringend auf eine größere, rollstuhlgerechte Wohnung angewiesen.
Diese steht ihnen nun in Aussicht: Voraussichtlich 2026 kann die Familie Khalil in eine der geförderten Wohnungen in der Quebecallee einziehen. Für ihre Tochter konnten sie bereits einen städtischen Kita-Platz in der Nachbarschaft beantragen. Die kurzen Wege und die Barrierefreiheit des Areals schätzt die Familie sehr.
Das familienfreundliche Wohnkonzept spricht ebenfalls Oksana und Vladimir Traut aus Lingen an. Sie wohnen mit ihrer siebenjährigen Tochter derzeit sehr ländlich – in Osnabrück erhoffen sich die beiden bessere Jobchancen und sind begeistert von der guten Anbindung zur nahe gelegenen Montessori-Grundschule.
Auch die Wohnungen finden sie ansprechend: Die großen Fenster, der moderne Look und die Ausstattung gefällt ihnen, sagt Vladimir Traut. Sie wollen sich im Anschluss an die Besichtigung auf die Wohnungen bewerben. Der WBS ermöglicht ihnen, bezahlbaren Wohnraum im Osnabrücker Landwehrviertel zu finden.
Aktuell laufen beim Projekt „Quebec Living“ die letzten Arbeiten, sodass im vierten Quartal die ersten Mieter einziehen können, heißt es seitens der Stadtwerke Osnabrück.
Die Immobilie soll für ein vielfältiges und inklusives Wohnangebot stehen, das sich an Familien, Paare, Menschen mit Behinderung und Alleinerziehende richtet. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der sozialen Durchmischung.