Osnabrück VfL Osnabrück: Ein Flugkopfball, zwei Anker – drei wichtige Tore
Der VfL Osnabrück hat zum Abschluss der Englischen Woche einen 3:1-Sieg gegen Erzgebirge Aue eingefahren. So souverän wie das Ergebnis war die Leistung dabei allerdings nicht. Dass die Lila-Weißen gewannen lag vor allem an einem Flugkopfball, zwei Ankern und drei Toren. Die Einzelkritik zum Spiel:
#15 Bjarke Jacobsen: Der Däne ragte einmal mehr aus der Mannschaft des VfL heraus - und das nicht nur wegen seiner Statur. Nach drei Spielen innerhalb einer Woche merkte man dem 32-Jährigen, der nach seiner Verletzung noch immer nicht auf höchstem Fitnesslevel ist, den Kräfteverschleiß deutlich an. Umso bemerkenswerter, wie sich der Mittelfeldspieler durchbiss, wie konzentriert er agierte und wie er seine ganze Wucht in den Flugkopfball zum 1:0 legte. Machte sich schon vorher gut frei und drückte den Ball auf Hüfthöhe wunderschön mit dem Kopf ins Tor. Wird für den VfL immer wichtiger und ist neben Jannik Müller bisher der wichtigste Anker des Teams.
#24 Jannik Müller: Der Kapitän hat seit Saisonbeginn einen Stammplatz in dieser Rubrik. Agierte erneut mit viel Übersicht und Ruhe. Gewann annähernd hundert Prozent seiner Zweikämpfe, bestach durch Cleverness und gab der Dreierkette viel Sicherheit. Ist in dieser Verfassung unverzichtbar.
#21 Lukas Jonsson: Ja, der Schwede faustet viel - aber immer konsequent und zielgerichtet. Auch gegen Aue packte er mehrfach die Faust aus, immer landete der Ball danach aber in Räumen, wo nichts passieren konnte. Wäre beim Pfostenschuss von Guttau machtlos gewesen und war es auch beim Gegentor. Hatte so viel zu tun wie lange nicht. Hatte etwas Glück, als Julian Günter-Schmidt einen Kopfball kurz vor Schluss direkt auf ihn zielte. Mit Mini-Wacklern, aber vor allem einigen ganz starken Paraden.
#18 Lars Kehl: Von Beginn an Dreh- und Angelpunkt des Offensivspiels. Lief viel, aber nicht immer zielgerichtet und effektiv. Wirkte vor allem in der ersten Halbzeit nicht immer glücklich in seinen Aktionen. Doch der offensive Mittelfeldspieler biss sich regelrecht in die Partie hinein. Holte mit seinem Schuss den Handelfmeter heraus und verwandelte diesen stark. Sein zweites Elfmetertor in dieser Woche belegt: Der 23-Jährige ist in den letzten Jahren in Osnabrück zum Führungsspieler gereift, der Verantwortung übernimmt.
#37 Ismail Badjie: Kam in der 59. Minute für Luc Ihorst, wurde kurz darauf das erste Mal von Kehl geschickt. Traf allerdings nur das Außennetz. Arbeitete defensiv gut mit, versuchte offensiv mehrfach seine Schnelligkeit einzubringen, traf dabei aber nicht immer die besten Entscheidungen. Hätte etwa den Doppelpass mit Frederik Christensen vollenden müssen, spielte den Ball aber nicht mehr zurück. Belohnte sich dann aber in der Nachspielzeit mit dem wichtigen 3:1 vor der Ostkurve.
#11 Robin Meißner: Der Prototyp des mitspielenden Stürmers. Ackerte wieder viel, noch klappt aber nicht alles im Zusammenspiel mit seinen Teamkollegen - was nicht immer an ihm liegt. Anfangs zu wenig in Szene gesetzt, hätte er nach der Pause beinahe das 2:0 erzielt, doch sein Schuss ging knapp am Pfosten vorbei. Schaffte zudem Räume für seine Mitspieler und ist auch deswegen ein wichtiger Faktor.
#26 Fridolin Wagner: Stabil, laufstark, spielerisch gut - und damit ein wichtiger Faktor im Mittelfeld des VfL. Setzte mit seinem Schuss aus der zweiten Reihe ein erstes offensives Zeichen. Hatte auch nach der Pause die erste Möglichkeit, die ging aber weit am Tor vorbei. Darf vor allem offensiv gerne noch etwas zielgerichteter agieren.
#27 Robin Fabinski: Der 22-Jährige knüpfte an seine starke Leistung in Essen an: defensiv konsequent auch im Raum zwischen Mittellinie und Sechzehner sowie an der Seite, offensiv mit guten Pässen. Hatte diesmal allerdings in der generell schwachen Phase des VfL gegen Ende der ersten Halbzeit auch zwei Ausreißer, als ihm der Ball kurios über den Schlappen rutschte und er defensiv seinen Gegenspieler aus dem Blick verlor.
#31 Patrick Kammerbauer: Machte ein gutes Spiel. Steigerte sich wie das gesamte Team in der zweiten Halbzeit und war immer in Aktion. Diesmal auch sehr präzise bei den Standards. Schlug die Ecke auf Jacobsen zum 1:0. Fast fiel nach einer weiteren Ecke, die der Franke auf den langen Pfosten zog, das 3:1. Bleibt auf der rechten Außenbahn gesetzt.
#3 Frederik Christensen: Wurde in der 59. Minute für Kevin Schumacher eingewechselt und stellte sich erst einmal mit einem kolossalen Fehlpass vor. Danach allerdings mit einem gutem Schuss von der rechten Seite nach einer kurzen Ecke - leitete damit den Schuss von Kehl ein, der zum Elfmeter führte.
#14 Luc Ihorst: Kam in der zwölften Minute erstmals in den Strafraum, tat dies im weiteren Verlauf der ersten Hälfte aber zu selten. Dem 25-Jährigen merkt man an, dass die vergangenen Jahre voller Verletzungen und der Rückschlag in der Vorbereitung Spuren hinterlassen haben. Noch fehlen Wucht und Spritzigkeit. Dennoch: Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigte der Stürmer mit seinen Durchbrüchen über rechts, seine Qualitäten. So holte er die Ecke raus, die zum 1:0 führte. Zeigte damit gegen Aue, dass er hier eine Option sein kann.
#4 Yigit Karademir: Ein Teil der stabilen Dreierkette des VfL, doch aktuell der wackligste. Die kleinen Unsauberheiten des 21-Jährigen fallen allerdings auch deshalb so auf, weil seine Nebenleute kaum Fehler produzieren. Hat vor allem bei hohen Bällen so seine Probleme: segelte einmal im Mittelfeld unter dem Ball durch und leitete kurz darauf mit einem Kopfball in die Mitte beinahe eine Auer Chance ein. Ging in der 34. Minute allerdings auch konsequent bei einem Auer Konter dazwischen. Traf dabei leider Teamkollege Kevin Schumacher im Gesicht. Ging auch offensiv mal mutig nach vorne, muss danach aber schneller wieder die Position finden.
#13 Kevin Schumacher: Wurde in der 34. Minute von Karademirs abgeblocktem Schuss niedergestreckt. Musste sich danach erst einmal schütteln. Kämpfte aber weiter. Bezeichnend für den Mentalitätsspieler, der diesmal aber nicht wirklich gut in die Partie fand und sich zu viele nicht gelungene Aktionen leistete.
#10 Kai Pröger: Nach seinem Startelfeinsatz in Essen kam er diesmal in der 74. Minute für Kehl ins Spiel. Ist noch deutlich entfernt von seiner alten Stärke.
Bernd Riesselmann und Theo Janotta (beide ab 88. Minute) halfen mit, den Sieg über die Zeit zu bringen. Riesselmann holte die Rote Karte gegen Malone heraus, Janotta gewann noch wichtige Kopfballduelle.