Osnabrück  Alte Freundschaften bei der Cincinnati Revival Party in Osnabrück

Thomas Wübker
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Von Thomas Wübker
| 21.09.2025 14:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Aus dem Alando wurde am Samstag für kurze Zeit das Cincinnati. Viele Menschen kamen zur Revival Party in Osnabrück. Foto: Thomas Wübker
Aus dem Alando wurde am Samstag für kurze Zeit das Cincinnati. Viele Menschen kamen zur Revival Party in Osnabrück. Foto: Thomas Wübker
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Die alten Tage ihrer jungen Jahre haben zahlreiche Menschen zwischen 40 und 60 Jahren am Samstag bei der Cincinnati Revival Party im Alando in Osnabrück gefeiert. Es gab manche Wiedersehen und Freundschaften, die die Jahrzehnte überdauert haben.

Miljöh, Nouvelle, Cincinnati, Pentagon und zuletzt Virage – die Baumstraße im Osnabrücker Stadtteil Gartlage war die Heimat legendärer Diskotheken. Je nach Generation hat die eine oder die andere Disco mehr Kult-Charakter erworben. Das Cincinnati mag der Spitzenreiter dieser Auflistung sein, denn im Alando war es bei der Revival Party am Samstagabend ziemlich voll.

Steffi (51) und Nicole (50) sind 1990 zum ersten Mal in „Cinc“ gegangen, wie die Disco abgekürzt hieß. Damals waren sie 14 und 13 Jahre alt. Steffi hat ihren Eltern erzählt, sie würde bei ihrer Cousine Nicole übernachten. Also hatte sie ein Alibi. Nicoles Eltern sahen es anscheinend etwas lockerer, dass ihre Tochter so früh in eine Diskothek gegangen ist.

Ihr erster Besuch im Cincinnati sei sehr aufregend gewesen, erzählen sie. „Wir wollten erwachsen sein und dazu gehören“, sagt Steffi. Ganz so erwachsen waren sie natürlich nicht. Den Eintritt haben sie von ihrem Taschengeld bezahlt.

Das war es ihnen auch später wert. Sie waren meistens dienstags bei der Ladys Night im Cincinnati. Dass sie am Mittwoch danach früh aufstehen und zur Schule gehen mussten, war ihnen egal. „Wir waren zu jung, um müde zu sein“, sagt Nicole.

Etwas später, mit 16 Jahren, betraten Sandra (47), Marisa (47) und Markus (48) das Cincinnati zum ersten Mal. Sie waren immer mit ihrer Clique da, erzählen sie am Samstagabend im Alando. Dort war die Clique auch mit dabei, obwohl Teile davon nicht mehr in Osnabrück, sondern in Köln und Hannover leben. „Wir treffen uns einmal im Jahr. Passenderweise findet heute die Cincinnati Revival Party statt“, sagt Sandra.

Zusammen will die Clique das alte „Cincinnati-Feeling“ wieder aufleben lassen. „Es war eine geile Zeit damals“, sagt Markus. Er bereut nichts. Wenn er nochmal jung wäre, würde er es genauso machen, sagt er.

Das alte „Cincinnati-Feeling“ aufleben lassen, das hat die Clique um Detlef (59), Carsten (59) und Michael (57) schon gemacht, bevor sie ins Alando gegangen ist. Dementsprechend euphorisiert erreichen sie den Disco-Tempel am Pottgraben.

Michael ist vor allem die Party in Erinnerung geblieben, die er mit den Weather Girls und Hella von Sinnen im alte Cincinnati für das Insider-Magazin veranstaltet hat. Bei Carsten hat die Laser-Show bleibenden Eindruck hinterlassen. Die habe immer so eine kleine Geschichte erzählt, die manchmal so rührend gewesen sei, dass bei manchen Mädchen die Tränen flossen. „Und danach ging es voll ab“, sagt Carsten und meint damit die Musik in der Disco. Im Alando wurden am Samstag auch die Euro Disco-Hits aus der Ära des Cincinnatis gespielt – modernisiert mit unterlegten Techno-Beats.

Mädchen seien damals nicht so sehr von Interesse gewesen, erzählt das Trio, obwohl die drei Herren sagen, dass die Ladies Night sie ins „Cinc“ gelockt hat.

Am Samstag standen vor allem die Menschen im Mittelpunkt, wie Carsten sagt, der extra aus Quakenbrück angereist ist und sich ein Hotelzimmer in der Nähe des Alandos gebucht hat. „Das ist aber nicht nur bei der Cincinnati Revival Party so, sondern zum Beispiel auch bei der Subway Revival Party.“ Die nächste findet übrigens am 22. November im Rosenhof in Osnabrück statt.

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