Osnabrück Osnabrücker Musikchef Christopher Lichtenstein wirbt für die Musik Edward Elgars
Am Sonntag, 28. September, und am Montag, 29. September dirigiert der neue Osnabrücker Generalmusikdirektor Christopher Lichtenstein sein erstes Sinfoniekonzert. Auf dem Programm: Lieblingsstücke.
Für die Musik von Edward Elgar hat Christopher Lichtenstein ein ganz besonders Faible. Folglich steht der Brite auf dem Programm des ersten Sinfoniekonzerts, das der neue Osnabrücker Generalmusikdirektor dirigiert. Damit verbindet er sehr konkrete Wünsche. „Ich hoffe und gehe davon aus, dass ich das Orchester dafür begeistern kann und das Publikum genauso“, sagt er im Gespräch.
Das Konzert ist dabei – genauso, wie seine erste Opernproduktion im Theater am Domhof, Wagners „Fliegender Holländer“ – der Beginn eines längeren Wegs, auf den er sein Orchester und sein Publikum führen möchte. „Ich möchte dem Publikum gegenüber ehrlich sein; es soll spüren, mit Herrn Lichtenstein wird es in diese Richtung gehen.“
Dabei setzt er ausdrücklich und bewusst auf Werke, die dem Publikum nicht unbedingt geläufig sind, zum Beispiel „Rugby“ von Arthur Honegger. „Das kennt kein Mensch, aber es ist eines dieser Stücke, die Energie und Aufbruch vermitteln“, sagt er. „In diesen knackigen acht Minuten steckt der sportliche Gedanke von Fair Play und Teamgeist, es macht Lust, und ich hoffe, das Publikum spürt, dass etwas Neues beginnt.“
Bekanntes Terrain betritt er mit dem zweiten Werk des Abends, mit Peter Tschaikowskys sinfonischer Dichtung „Romeo und Julia“. Und natürlich weiß er, dass seine Zuhörer auf solche Klassiker warten, deshalb steigt er in einem Video auf Instagram genau mit diesem Werk ein, um sein erstes Konzert zu bewerben.
Aber er steht mit einem Rugby-Ball da, und der führt ihn natürlich zu Honeggers gleichnamigen Stück aus dem Jahr 1928. Das Hauptwerk des Abends schließlich ist die erste Sinfone von Edward Elgar.
„Elgar ist mein absoluter Lieblingskomponist“, sagt Lichtenstein. Zwei größere Stücke möchte er pro Saison aufs Programm setzen, und das Erste zählt er „zu den absoluten Meisterwerken aus dem romantischen Repertoire“. Das deutsche Publikum hingegen kennt den Komponisten in erster Linie durch seine „Pomp and Circumstances“-Märsche. „Elgar hat einfach das Problem, dass es einen Ersten Weltkrieg gab, der unser Verhältnis zu Großbritannien erodiert hat“, sagt Lichtenstein
Vielleicht ist Osnabrück da allerdings weiter als der Rest der Republik. Zuletzt stand Elgar beim Preisträgerkonzert des Osnabrücker Musikpreises auf dem Programm: Da spielte die Gewinnerin Maria Zeitseva den Solopart in dessen Cellokonzert. Im Jahr davor rundeten die Enigma-Variationen das Preisträgerkonzert mit dem Pianisten Lukas Sternath ab. Und sogar Elgars erste Sinfonie ist hier schon erklungen; allerdings muss man da etwas zurückblättern in den Annalen: 2011 wählte Lichtensteins Vorvorgänger Hermann Bäumer das Werk aus. Höchste Zeit also, das Gedächtnis des Osnabrücker Publikums aufzufrischen.
Weitere Infos und Tickets zum Konzert des Osnabrücker Symphonieorchesters am 28./29. September gibt es unter www.theater-osnabrueck.de.