Preis wohl geringer als erwartet  Bieterverfahren für RTC Timmel hat begonnen

| | 26.09.2025 13:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Reitsporttouristikcentrum in Timmel galt als Vorzeigeprojekt in der Region. Foto: Ole Cordsen/Archiv
Das Reitsporttouristikcentrum in Timmel galt als Vorzeigeprojekt in der Region. Foto: Ole Cordsen/Archiv
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Nach langer Odyssee steht das Reitsporttouristikcentrum in Timmel zum Verkauf. Interessenten können ab sofort Angebote abgeben. Auf dem Markt bringt es aber weniger, als zunächst im Raum stand.

Timmel - Nach dem langen Hin und Her um das „Millionengrab“ Reitsporttouristikcentrum (RTC) in Timmel startet nun das Bieterverfahren für die Anlage, wie die Großefehn Tourismus GmbH (GTG) mitteilt. Interessenten können jetzt konkrete Angebote liefern. Ziel sei es, das RTC in einem offenen, transparenten und zügigen Verfahren zu verkaufen. „Mit dem Bieterverfahren hoffen wir auf eine klare Lösung, die zum Verkauf führt“, sagt Erwin Adams (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Großefehn und zugleich Geschäftsführer der GTG, im Gespräch mit der Redaktion. Im Rahmen eines vorausgegangenen Markterkundungsverfahrens habe man bereits mit potenziellen Interessenten gesprochen. „Wir hoffen auf mehrere Angebote, und das zeichnet sich auch ab“, sagt er.

Marktwert ist geringer als erwartet

Allerdings hat sich bei dem Markterkundungsverfahren auch herausgestellt, dass der zuvor ermittelte Verkehrswert von 2,9 Millionen Euro am Markt „nicht realisierbar“ ist. So lagen die Preisvorstellungen möglicher Interessenten unter den Erwartungen der GTG. „Dass wir keine 2,9 Millionen Euro bekommen, war uns klar“, meint Adams dazu. „Das ist ja schon eine Hausnummer.“ Dennoch wolle man möglichst viel für die Liegenschaft bekommen.

Das RTC Timmel wurde 2008 eröffnet – als Veranstaltungsort und Reitsportanlage mit zwei Reithallen, 44 Fünf-Sterne-Boxen, zwei Solarien und Waschplätzen für Pferde. Die Finanzierung mit öffentlichen Geldern führte von Beginn an zu Kritik. 3,3 Millionen Euro kamen allein aus der Förderung vom Land Niedersachsen und vom Landkreis Aurich. Jährliche Defizite im sechsstelligen Bereich brachten der Anlage schließlich das unrühmliche Beiwort „Millionengrab“ ein. Nachdem zuletzt auch der Weiterbetrieb über einen Pächter fehlgeschlagen war, beschloss die GTG, Eigentümerin und Tochtergesellschaft der Gemeinde Großefehn, das RTC zu verkaufen.

Nutzung als Reithalle steht im Fokus

Adams zeigt sich dennoch guter Dinge. „Wir sind positiv gestimmt, dass wir das Verfahren Ende des Jahres beenden können“, sagt er. Das „von Beginn an hohe Interesse“ am Markterkundungsverfahren habe gezeigt, dass die Strahlkraft des RTC über die Grenzen Ostfrieslands hinaus reiche, heißt es in der Mitteilung. Die eingereichten Angebote und Nutzungskonzepte hätten gezeigt, dass das RTC in Timmel vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten biete, wird Adams in der Mitteilung zitiert. Im Fokus der Interessenten habe jedoch klar die Nutzung als Reitsportanlage gelegen. Es bestehen Nutzungsverträge, etwa mit dem Reitverein, wie Adams gegenüber der Redaktion bestätigt. „Der Reitverein ist abgesichert“, sagt er. Zumindest für die Zeit des Vertrags. Zudem habe man in das Verfahren den Wunsch eingebracht, dass auch weitere RTC-Nutzer berücksichtigt bleiben.

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