Osnabrück Dragons unterliegen Münster, VCO und Bissendorf kampfstark, Lintorf siegt
Die Basketballer der Artland Dragons und die Gäste aus Münster liefern sich ein spannendes Eröffnungsspiel in der Liga ProA. Die VCO-Volleyballerinnen gewinnen bei ihrer Heimspiel-Premiere gegen Topteam Münster II viele Sympathien, während die Männer des VfL Lintorf den ersten Sieg feiern. Kampfstarke Bissendorfer Handballer verlieren in letzter Sekunde.
Die Basketballer der Artland Dragons verlieren den Saisonstart gegen Münster knapp. Im Volleyball ärgern die Frauen des VCO den Vizemeister Münster II, die Männer des VfL Lintorf siegen in Braunschweig. Derweil ziehen Bissendorfs Handballer viel Selbstbewusstsein aus einer Niederlage. Die Hallensport-Highlights des bisherigen Wochenendes im Raum Osnabrück.
„Wir haben auf positive Emotionen hingearbeitet und dass sie jetzt nicht da sind, ist etwas ernüchternd. Phasenweise sah es aber schon sehr gut aus, was wir offensiv und defensiv gemacht haben“, sagte Hendrik Gruhn als neuer Coach der Artland Dragons nach der knappen 69:71-Niederlage zum Auftakt der ProA gegen die Uni Baskets Münster. Der frühestmögliche Saisonzeitpunkt war dem Spiel oft anzumerken, es fehlte an Automatismen und Abläufen. Die Quakenbrücker Basketballer agierten dabei mit sehr großer Rotation, sodass Mitte des zweiten Viertels schon alle zwölf Spieler Einsatzzeit sahen.
Die Partie war über die gesamte Länge ausgeglichen, erst im Schlussviertel konnte sich Münster ein wenig absetzen. Und dennoch hatten die Dragons die Chance auf den Sieg. In den Schlusssequenzen wurde Amir Hinton dann ein wenig zum „tragischen Helden“. Der Flügelspieler, der klar die erste Option im Angriff der Drachen sein wird, hatte sein Team mit 22 Punkten kurz vor dem Ende wieder herangebracht. Dann unterlief ihm erst aber ein Offensivfoul, das der Münsteraner Adam Touray dankbar annahm. Im letzten Angriff bekam Hinton dann den Ball und entschied sich für einen Dreier mit der Sirene, der aber nicht reinfiel. Dennoch applaudierten die 2200 Zuschauer in der Artland Arena ihrer Mannschaft, Energie auf und neben dem Feld stimmten.
Der Liveblog von der Saisoneröffnung zum Nachlesen.
Nach über zwei Jahrzehnten ist der höherklassige Volleyball zurück in Osnabrück: Die Aufsteigerinnen des VC Osnabrück haben am Samstagabend beim ersten Heimspiel der Saison in der 2. Liga Nord mit einer guten Teamleistung überzeugt und dem Vorjahres-Vizemeister USC Münster II trotz der 1:3-Niederlage (15:25, 25:12, 17:25, 15:25) einen großen Kampf geboten. Besonders der zweite Satz war aus Osnabrücker Sicht vor guter Kulisse in der Schlosswallhalle atemberaubend, in dem vor allem Außenangreiferin Lotta Lorenz (MVP Silber) dem Spiel ihren Stempel aufdrückte.
„Es war trotz der Niederlage ein geiler Abend. Wir haben den Vizemeister geärgert“, fasste VCO-Coach Gunnar Kraus zusammen. Julia Bartholomaeus, die im vergangenen Jahrzehnt den kompletten VCO-Weg von der Oberliga bis in die 2. Liga mitgemacht hat, war nach der Partie die Freude über den schönen Abend ins Gesicht geschrieben. „Das Spiel war mega, wir sind stolz. Wir haben den ersten Satz in der 2. Liga gewonnen.“
Münster stellte zu Beginn gleich sein Leistungsvermögen unter Beweis. Doch nach dem klar verlorenen ersten Satz spielte sich der Gastgeber mit der Kulisse im Rücken in einen Rausch. Beim 13:5-Zwischenstand im zweiten Satz rieben sich viele die Augen. Beim Satzausgleich stand die Halle dann Kopf. Zunächst hielt der Flow des VCO auch im dritten Durchgang an. Doch dann forcierte der Gast das Tempo und verschaffte sich auch dank wachsender Osnabrücker Fehlerquote einen entscheidenden Vorsprung. Letztlich spielte der Meisterschaftsfavorit Durchgang vier klar nach Hause.
Auf die VCO-Damen wartet nun eine dreiwöchige Spielpause, ehe es am 25. Oktober mit einem Heimspiel gegen Potsdam II weitergeht.
Die Volleyballer des VfL Lintorf haben nach der Heimniederlage gegen Brühl am zweiten Spieltag der 3. Liga beim Topteam USC Braunschweig mit 3:1 (21:25, 25:23, 25:18, 25:23) gewonnen. Zum Auftakt des Duells am Samstagabend in Braunschweig benötigten die Gäste zunächst etwas Zeit, um sich in der ungewohnten Halle mit hoher Decke zurechtzufinden. Dementsprechend lagen die Wittlager zunächst hinten, verringerten im Verlauf des ersten Satzes aber den Rückstand und kamen immer besser ins Match.
„Unser Abwehrspiel war sehr gut, was sonst eigentlich nicht unsere Kernkompetenz ist“, freute sich Trainer Ewald Derksen. Routinier Damian Jonczynski wurde zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt. Überdies gab es ein Sonderlob vom Trainer für Youngster Thies Meyer, der das Spiel beim Stand von 24:23 im vierten Satz mit einem Ass entschied. „Thies hat überragend gespielt.“ Derksen bilanzierte den zweiten Auftritt: „Die Außenseiterrolle kam uns entgegen. Wir sind super glücklich, die Punkte eingefahren zu haben.“
Handball-Drittligist TV Bissendorf-Holte hat auch die sechste Partie der Saison verloren. Das Team von Trainer Timon Döring unterlag am Samstagabend in eigener Halle dem Tabellenzweiten ASV Hamm-Westfalen jedoch nur hauchdünn mit 30:31. Über die gesamten 60 Minuten war es ein enges Ringen. Nie konnte sich ein Team mit mehr als zwei Toren absetzen. Beim Stand von 30:30 lief die Spielzeit ab, doch der Gast bekam noch einen Siebenmeter zugesprochen, der Hamm den glücklichen Siegtreffer brachte.
„Es war eine tolle Handball-Vorstellung. Riesenkompliment an die Mannschaft. Wir waren über weite Strecken besser als Hamm. Die Jungs haben eine super Mentalität gezeigt“, meinte der Coach. Auch wenn es am Ende nicht zum ersten Sieg reichte, blickt Döring doch optimistisch in die Zukunft: „Die Jungs haben präsentiert, was in ihnen steckt. Dieses positive Spielerlebnis kann ein Schlüssel für die nächsten Wochen sein, um bald die ersten Punkte für den Klassenerhalt einzufahren.“