Osnabrück  Kneipe Parkhaus Rink in Osnabrück nach AfD-Treffen geschlossen: Das ist der Grund

Meike Baars
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Von Meike Baars
| 29.09.2025 17:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Zapfhahn bleibt zu: Dass die Gaststätte Parkhaus Rink an der Parkstraße in Osnabrück nun geschlossen ist, hat nichts mit den AfD-Treffen dort zu tun. Foto: Benjamin Beutler
Zapfhahn bleibt zu: Dass die Gaststätte Parkhaus Rink an der Parkstraße in Osnabrück nun geschlossen ist, hat nichts mit den AfD-Treffen dort zu tun. Foto: Benjamin Beutler
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Die Kneipe Parkhaus Rink im Osnabrücker Stadtteil Wüste ist geschlossen. Die Pächterin hatte der AfD ihre Gaststätte für Treffen angeboten. Dass der Zapfhahn nun zu bleibt, hat aber weder mit Politik noch mit Protesten zu tun.

Die Rollläden der Eckkneipe „Parkhaus Rink“ im Osnabrücker Stadtteil Wüste sind heruntergelassen. Und so bald wird sie niemand mehr hochziehen, um die Gaststätte zu öffnen. Das Parkhaus Rink bleibt vorerst geschlossen. Das bestätigte Hauseigentümer Lothar Rink am Montag unserer Redaktion. 

Die Kneipenräume in seinem Besitz waren in den vergangenen Wochen ins Fahrwasser eines politischen Streits um die AfD geraten. Die Pächterin des Lokals hatte der Osnabrücker AfD ihre Gaststätte als Treffpunkt für Partei-Stammtische angeboten. Dagegen formierte sich Protest des linken Bündnisses „Den Rechten die Räume nehmen“. 

Höhepunkt der Auseinandersetzung war Anfang September eine Kundgebung des Bündnisses vor der Kneipe. Während 300 Menschen ihrem Unmut über die AfD-Treffen lautstark Ausdruck verliehen, feierte die lokale AfD im Kreise von Jung-AfDlern aus ganz Niedersachsen und anderen Sympathisanten im Biergarten der Kneipe.

Dass der Zapfhahn nun zu bleibt, hat aber weder etwas mit den Treffen der AfD noch mit dem Protest dagegen zu tun, sondern laut Hauseigentümer Rink mit der schlechten Zahlungsmoral seiner Pächterin. Melanie Kahr habe drei Monate lang keine Pacht überwiesen. Daraufhin habe er ihr anwaltlich unterstützt fristlos gekündigt, sagte der 83-Jährige unserer Redaktion. Bereits Anfang September sei Kahr das Kündigungsschreiben zugegangen. 

Melanie Kahr hingegen führt „private Gründe“ dafür an, die Kneipe an der Parkstraße geschlossen zu haben. Ein Gespräch mit unserer Redaktion lehnte sie am Montag ab. Florian Meyer, AfD-Vorsitzender in Osnabrück, berichtete auf Anfrage, dass ihm von der Pächterin „finanzielle Gründe“ genannt worden seien. „Es war nicht wegen uns“, sagte er. 

In einer öffentlichen Facebook-Gruppe, die so heißt wie die Kneipe – „Parkhaus Rink“ – äußerte sich Kahr nur indirekt zur Schließung. Auf persönlicher Ebene teilte sie stattdessen gegen den Osnabrücker Satiriker und Ratsherrn Kalla Wefel aus. Sein Online-Portal „OS-Rundschau“ hatte zuerst über den Auszug der Wirtin berichtet. Es zeigte Fotos, auf denen zu sehen sein soll, wie sie in der vergangenen Woche ihr Hab und Gut aus der Gaststätte räumte.

Den Schlüssel habe er von Melanie Kahr noch nicht zurückerhalten, wunderte sich am Montag Vermieter Lothar Rink. „Das kann man doch nicht machen. Die Kneipe verlassen, ohne die Schlüssel zurückgegeben zu haben.” Zumal durch seinen Anwalt ein außergerichtlicher Räumungstermin angesetzt sei. 

So oder so sei er erleichtert, wenn der Auszug ohne weiteren Konflikt über die Bühne gehe. Damit sei das unrühmliche Kapitel der AfD-Treffen in seinem Geburtshaus beendet. Rink hatte sich in der Vergangenheit bestürzt darüber geäußert, dass die Eckkneipe zum Spielball politischer Auseinandersetzungen geworden war. Die AfD wollte er nicht in seinem Gebäude wissen.

Die Osnabrücker AfD scheint ihrem Stammtisch im Parkhaus Rink ebenfalls nicht allzu sehr nachzutrauern. Man habe bereits einen neuen Treffpunkt gefunden. An diesem Montagabend finde wieder ein Stammtisch seiner Partei statt, gab Meyer bekannt. „Natürlich in einer öffentlichen Kneipe“. Den Namen wolle er nicht verraten.

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