Osnabrück Osnabrücker Friedensschule geht im Finale leer aus – Dennoch „viel Bestätigung für uns“
Aufgeregt ist eine Delegation von Lehrern und Schülern der Friedensschule Osnabrück nach Berlin gefahren. Als einzige Schule in Niedersachsen war die Oberschule unter den 15 Nominierten für den Deutschen Schulpreis 2025. Doch die Auszeichnung ergatterten andere.
Die Friedensschule Osnabrück ist bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises 2025 leer ausgegangen. Als einzige niedersächsische Schule war die Osnabrücker Oberschule unter den 15 Nominierten, die zur feierlichen Preisvergabe nach Berlin eingeladen worden waren. Doch es blieb ihr verwehrt, das Finale mit dem begehrten Preis zu krönen.
Der mit 100.000 Euro dotierte Hauptpreis ging an die Maria-Leo-Grundschule in Berlin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte ihn am Dienstag feierlich. Fünf weitere Auszeichnungen mit einem Preisgeld von jeweils 30.000 Euro erhielten Schulen in NRW, Hamburg, Thüringen und Sachsen sowie eine Internationale Schule in Georgien.
„Wir freuen uns, dass wir überhaupt im Finale dabei sein durften“, sagte Schulleiter Christoph Wiebke nach der Verleihung. Statt Enttäuschung verspürten seine Kolleginnen und er „ganz viel Bestätigung, dass wir schon einiges richtig machen.“
Mit einer rund 15-köpfigen Delegation seien sie aus Osnabrück nach Berlin gereist, darunter fünf LernparterInnen (Schüler) und fünf LernbegleiterInnen (Lehrer). Die Aufregung, bei einer Live-Aufzeichung dabei zu sein und Bundespräsident Steinmeier zu erleben, sei bei allen groß gewesen, so Wiebke.
Er freue sich nun über das umfassende Feedback der Jury. „Wir bekommen Hinweise auf Potenziale, um noch besser zu werden.“ Er könne sich vorstellen, dass sich seine Schule „in ein paar Jahren nochmal auf den Weg macht.“ Noch am Dienstagabend sollte die Reisegruppe zurück in Osnabrück sein. Dann wollten sie die Nominierung in der Schule bei Speisen und Getränken „würdig feiern“. Für ihr Etappenziel, unter den Top 15 gelandet zu sein, bekam die Friedensschule ein Preisgeld von 5000 Euro.
Das Bewerbungsverfahren für den Deutschen Schulpreis war aufwendig. Im April wählte die Jury aus mehr als 100 Bewerbungen zunächst 20 Schulen aus. In den folgenden Wochen besuchten und begutachteten Juryteams jede einzelne von ihnen.
Die Friedensschule überzeugte die Jury dabei mit ihrem innovativen Konzept. „Du stehst bei uns im Mittelpunkt“ benennt die Schule als ihren zentralen Slogan. Statt Frontalunterricht gibt es Lernbüros, in denen die Schülerinnen und Schüler überwiegend selbständig und im eigenen Tempo Themen erarbeiten. Schrittweise übernehmen sie selbst mehr und mehr Verantwortung für ihren Lernprozess.
Je nach Stufe – von Neustarter bis Lernprofi – entscheiden die Lernenden über Inhalte, Tempo, Methode und Prüfungszeitpunkt, hält die Jury fest. Das Konzept ermögliche individuelle Förderung in einem durchaus herausforderndem Umfeld: In der Osnabrücker Friedensschule haben 70 Prozent der Kinder Migrationshintergrund. Etwa ein Drittel benötigt intensive Sprachförderung, ein Fünftel sonderpädagogische Unterstützung.
Mit dem Deutschen Schulpreis zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung seit 2006 jährlich die besten Schulen aus. Er gilt als anspruchsvollste Auszeichnung für gute Schulen in Deutschland.